Lennepromenade Letmathe im Zuge der Lenneroute eröffnet

Am 21.Mai 2016 war es endlich soweit: Die Lennepromenade in Letmathe im Sauerland wurde feierlich eröffnet. Fast 8 Jahre waren von der ersten Idee bis nun vergangen. Im Jahr 2008 hatte man versucht, zur Aufwertung des Stadtteils Genna Fördergelder aus dem Projekt Regionale 2013 zu erhalten. Gleichzeitig wollte man aber auch die Lenne, welche den Stadtteil Genna und Letmathe trennt, den Bürgern näher bringen. Aber ebenso reifte die Idee “LenneSchiene”, bei der weitere Städte, die auch an der Lenne liegen, gemeinsam die Wohn- und Naturgebiete entlang des Flusses aufwerten wollen. Im Jahr 2012 erhielt man schließlich die Zusage über Fördergelder in Höhe von 1,3 Mio. Euro. Es wurde ein landschaftsarchitektonischer Wettbewerb ausgeschrieben. Den ersten Platz erzielte die arbos Freiraumgestaltung, Hamburg. Diese Pläne wurden dann noch weiter verfeinert und ausgearbeitet. Während des Brückenfestes am 02.09.2013 erfolgte dannschließlich der erste Spatenstich. Gestern endlich konnte das Bauvorhaben bei strahlendem Sonnenschein den Bürgern und Radfahrern übergeben werden. Die Lennepromenade ist nämlich nicht nur zum Flanieren und Entspannen am Wasser da, sie ist auch Teil der beiden Radwege “Ruhr-Lenne-Achter” und der Lenneroute. Unweit der Letmather Innenstadt kann mir hier Rasten und mal eine Pause einlegen, in den Geschäften der Innenstadt nebenan seine Verpflegung ergänzen oder erreicht auch schnell den nahegelegenden Bahnhof von Letmathe im Stadtteil Genna. Hier hat man direkten Anschluß in Richtung Hagen, Essen, Siegen oder hinauf nach Iserlohn.

Die Lennepromenade, der neue Radweg direkt am Wasser.

Die Lennepromenade, der neue Radweg direkt am Wasser der Lenne.

Wenn nun schon die Radwege über die neue Lennepromenade führen, dann durfte natürlich auch der ADFC Märkischer Kreis, Ortsverband Iserlohn, mit einem Stand nicht fehlen. Zahlreiche Mitglieder standen mit Rat und Hilfe den Interessierten zur Seite.

Der Stand des ADFC Iserlohn direkt auf der Promenade.

Der Stand des ADFC Iserlohn direkt auf der Promenade.

Neben Musikdarbietungen war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Hungern oder Verdursten brauchte niemand. Direkt an Wasser der Lenne schmeckte es bei diesem Sonnenschein und rund 25 Grad doppelt so gut.

Speis und Trank am Lennestrand.

Speis und Trank am Lennestrand.

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Ride of Silence Köln 2016

Jährliche Gedenktour für verunfallte Radfahrer

Ride of SilenceAm vergangenen Mittwoch hat in Köln zum zweiten Mal ein „Ride of Silence“ stattgefunden. Diese stille Gedenkfahrt für schwer verunfallte oder getötete Radfahrer hat ihren Ursprung in den USA. Nachdem im Jahr 2003 ein Radfahrer in Dallas, Texas im Straßenverkehr tödlich verunglückte, organisierten seine Freunde zur Erinnerung und Mahnung den ersten „Ride of Silence“. Seitdem findet dieser jährlich statt. Zunächst schlossen sich weitere US-Städte an, später weitete sich dies auf Städte weltweit aus. Seit 2015 gibt es den Ride of Silence auch bei uns in Deutschland neben Köln auch in vielen weiteren Städten.

Treffpunkt Rudolfplatz Der ADFC Köln hatte alle Kölner Radfahrenden zur Mitfahrt eingeladen. Treffpunkt war der zentral gelegene Rudolfplatz um 19 Uhr. Viele Teilnehmer hatten sich weiß gekleidet, um den Verstorbenen Respekt zu erweisen. Unsere Geisterräder wurden mit unserem Fahrradtransporter und dem ADFC-Lasterad transportiert. So wurden auch Passsanten außerhalb der Aufstellorte auf unser Anliegen aufmerksam.

Nach dem Start am Rudolfplatz hielten wir an der zentralen Kreuzung Aachener Straße / Universitätsstraße, die wie ein Autobahnkreuz ausgebaut wurde. Hier kam im vergangenen Jahr mit Gianluca ein nur 26 Jahre Radfahrer ums Leben, weil ein Autofahrer mit über 100 km/h die Kontrolle über seinen Mietwagen verlor. Für Gianluca haben wir ein Geisterrad aufgestellt, das die Verkehrsteilnehmer zu einer angepassten Fahrweise ermahnen soll. Weiterlesen

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Mit Sack und Pack, aber was nehme ich mit?

Bald ist es wieder soweit. Der Urlaub steht an und die Radtour ist schon geplant. Es geht wieder rund 2 Wochen mit dem Trekkingrad durch Deutschland. Nun, es ist nicht meine erste große Tour. Da kann man schon von einer gewissen Erfahrung und Routine sprechen. Für den Gepäcktransport habe ich mir vor ein paar Jahren mal ein Gepäcktaschenset für den Gepäckträger gekauft, sowie ein Topcase und für vorne eine Lenkertasche. In die eine Gepäcktasche kommt mein Freizeitdress, in die andere Kulturbeutel, Schuhe, etc. und eine Reserveflasche Mineralwasser für Notfälle. Im Topcase findet mein Regenzeug, etwas Obst für unterwegs und schließlich mein Bett & Bike-Verzeichnis Platz. Also alles Dinge, an die man mal eben schnell heran muss. Alles Wichtige und Teure wie Handy, Portemonaie und Kamera landen vorne im Sichtbereicht in der Lenkertasche, jederzeit griffbereit und mitnehmbar.

2 Satteltaschen, 1 Topcase und eine Lenkertasche. Das sollte als Stauraum für gut 2 Wochen Radreise ausreichen.

2 Satteltaschen, 1 Topcase und eine Lenkertasche. Das sollte als Stauraum für gut 2 Wochen Radreise ausreichen. Das Foto ist übrigens letztes Jahr auf dem Ruhrtalradweg entstanden und zwar direkt hinter dem Anstieg von Assinghausen hinauf nach Wiemeringhausen in Richtung Winterberg.

Nun, das ist meine Frage an Euch: Was sollte man für rund 14 Tage denn alles einpacken?

Ich weiß, zum einen etwas für abends im Hotel oder Pension, zum anderen Fahrradbekleidung für alle Eventualitäten. Aber wieviel von jedem?

3 Paar Jeans? 5 Paar Socken? 10 Unterhosen? Wieviel, und vor allem WAS?

Ich für mich selbst habe mittlerweile schon meinen Bedarf festgelegt.

Nun bitte ich um eure rege Diskussion. Was würdet Ihr für gut 2 Wochen alles einpacken? Habt Ihr Tipps und Ratschläge?

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Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n

Das ist das Motto der diesjährigen Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt.

Über 70% der Mönchengladbacher fühlen sich nicht wohl auf ihren Straßen. Da wundert man sich nicht, das die Stadt Mönchengladbach beim letzten ADFC Fahrradklimatest (2014) bundesweit den vorletzten Platz belegt hat. Bei der letzten Modal Split Berechnung (2010) lag der Radverkehrsanteil bei nur 6%.

Auch wenn sich in den letzten Jahren relativ viel geändert hat und es erkennbar ist, das sich die Stadt bemüht, mit wenig Mitteln bessere Bedingungen für den Radverkehr rauszuholen, ist die Gesamtentwicklung unterm Strich eher enttäuschen. Das Tempo, mit dem man Fahrradprojekte angeht (oder auch nicht), ist erschreckend langsam.

Woran liegt´s?
Nicht ernst gemeinte Alibi-Politik, zu wenig Personal in der Verwaltung oder von beidem etwas?

Wie auch immer, die Zeche zahlen die Fahrradfahrer. Sie müssen es jeden Tag ertragen, sich unter schlechten Bedingungen durch den Verkehr zu kämpfen. Das kann es nicht sein. Immer mehr Menschen in unserer Stadt sind bereit das Fahrrad zu nutzen und die Stadt unterstützt diesen Trend nicht ausreichend.

Am Sonntag, den 22. Mai kann jeder durch seine Teilnahme an der Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt ein Zeichen setzen und seinen Frust dadurch zum Ausdruck bringen.

Treffpunkt ist um 15 Uhr am Rheydter Marktplatz. Wir fahren mit Polizeibegleitung ca. 10 km quer durch die Stadt. Die ganze Tour wird durch ADFC Ordner abgesichert. Wir rechnen bei gutem Wetter mit 1500 Teilnehmern und der Spaß bleibt sicherlich auch nicht auf der Strecke.

Sternfahrt MG 2016

Wer keine Lust hat, alleine zum Marktplatz nach Rheydt anzureisen, der kann sich einer der 28 Zubringertouren anschließen. Diese liegen in vielen Mönchengladbachern Stadtteilen aber auch in benachbarten Städten und Kreisen. Eine Übersicht der Zubringer-Treffpunkte und Strecken findest Du hier.

Wir freuen uns auf eine breite Unterstützung und hoffen, das der Mönchengladbacher Politik und Verwaltung spätestens nach unserer Sternfahrt die Augen aufgehen.

Achtung:
Am Veranstaltungstag gibt es eine ADFC Schnuppermitgliedschaft. Für nur 19,80 Euro Jahresbeitrag (im 1. Jahr) kannst Du ADFC Mitglied werden. Einfach am ADFC Stand nachfragen, ausfüllen und direkt abgeben.

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Stellungnahme des ADFC Köln zur Sanierung der Mülheimer Brücke

Die Stadt Köln plant kurzfristig die Sanierung der Mülheimer Brücke. In diesem Rahmen kommt auch die dort vorhandenen Fuß- und Radweginfrastruktur auf den Prüfstand.

Die Leitplanke soll weiter nach links versetzt werden. Die Seilpunkte mit wenigen Metern Abstand erlauben dem Radverkehr allerdings auch künftig nicht mehr Platz.

Die Leitplanke soll weiter nach links versetzt werden. Die Seilpunkte mit wenigen Metern Abstand erlauben dem Radverkehr allerdings auch künftig nicht mehr Platz.

Durch die zunehmende Bedeutung des Fahrradverkehrs in diesem Jahrzehnt sollte dieser stärker als bisher in Sanierungs- und Neubaumaßnahmen berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für Baumaßnahmen an den Kölner Rheinbrücken, da diese durch ihre langfristige Ausrichtung über den Erfolg des Anstiegs des Radverkehrsanteils über Jahrzehnte entscheiden. Da die Stadt Köln, nach dem von Politik und Verwaltung getragenen Konzepts „Köln Mobil 2025“ den Anteil des Radverkehrs um 50% bis 2025 steigern will, ist deshalb eine hierauf ausgerichtete Radverkehrsinfrastruktur, insbesondere auch zwischen den Bezirken, erforderlich. Darüber hinaus sind kurz- bis mittelfristig Verbesserungen aller Emissionswerte im Rahmen von Luftreinhalteplänen und Lärmkonzepten umzusetzen.

Angesichts der beiden stark wachsenden Stadtbezirke Nippes und Mülheim mit den Stadtentwicklungsprojekten Clouth-Gelände und Lindgens-Areal ist mit einem erheblichen Verkehrsanstieg zu rechnen. Um die bereits jetzt hohen Immissionsbelastung nicht weiter zu steigern, ist die Planung eines Radschnellweges unter Einbezug der Mülheimer Brücke mit hoher Priorität zu planen und umzusetzen.

Aktuell ist eine Einrichtung von gemeinsamen Fuß- und Radwegen mit einer Breite von insgesamt nur 3,15 Meter geplant. Die etwas größere Breite zwischen den Seilpunkten kann vom Radverkehr nicht genutzt werden. Wir sehen in dieser Planung weder die Breite noch die Führung hinsichtlich der zuvor genannten Ziele als ausreichend an.

Eine gemeinsame Führung von Fußverkehr und Radverkehr ist auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt nicht ohne Konflikte möglich. Daher fordern wir die Anlage von voneinander getrennten Fußwegen und Radwegen. Weiterlesen

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Aufnahme des Radschnellweges Euregio in den Bundesverkehrswegeplan 2030

Wie der ADFC Köln hat auch der ADFC Aachen eine Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan 2030 in Bezug auf die Förderung von Radschnellwegen durch den Bund abgegeben. Mal sehen ob das Bundesverkehrsministerium seiner Verantwortung für alle Verkehrsträger doch noch gerecht wird.


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Und sie bewegt sich doch – Kölner Werbeträger Teil III

Die Fraktionen der CDU und der Grünen im Kölner Rat hatten auf Anregung des ADFC Köln bei der Verwaltung nachgefragt, wie man zu unserer Liste der problematischen Werbesäulen steht. Wurde bislang immer darauf verwiesen, dass man alle Standorte geprüft habe und für unbedenklich halte, musste die Stadtverwaltung nun auf Weisung der Politik die einzelnen von uns beispielhaft genannten Säulenstandorte überprüfen.

Ein Drittel der verkehrsgefährdenden Werbeträger müssen versetzt werden!

Das Ergebnis der Überprüfung erstaunt uns nicht. Bei immerhin einem Drittel der vom ADFC Köln als verkehrsgefährdend eingestuften Werbeträger, musste die Stadtverwaltung nun zugeben, dass die Standorte so nicht haltbar sind. Diese werden nun abgebaut oder versetzt. Einzelne Werbeträger wurden laut Verwaltung sogar bereits abgebaut.

Ein Drittel der vom ADFC als verkehrsgefährdend eingestuften Werbeträger werden von der Verwaltung anerkannt.

Ein Drittel der vom ADFC als verkehrsgefährdend eingestuften Werbeträger werden von der Verwaltung anerkannt.

Die weiteren von uns als verkehrsgefährden eingestuften Werbesäulen und -tafeln sind aus unserer Sicht weiterhin problematisch. Und darüber hinaus scheint sich die Verwaltung mit den anderen von uns gemeldeten Werbeträgern nicht beschäftigt zu haben.

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Radschnellwege und Pedelecs statt E-Auto-Prämie!

Steuergelder könnten statt für E-Autos besser für Pedelecs und Radschnellwege ausgegeben werden. Foto: www.pd-f.de / Frank-Stefan Kimmel

Steuergelder könnten statt für E-Autos besser für Pedelecs und Radschnellwege ausgegeben werden.
Foto: www.pd-f.de / Frank-Stefan Kimmel

Die heutige Entscheidung der Bundesregierung, Elektroautos mit bis zu 4000 EUR zu fördern, ist wenig innovativ. Dafür stellt der Bund 600 Mio EUR aus Steuermitteln zur Verfügung; die Autoindustrie soll ebensoviel aufbringen. Zwar hatte die Regierung vor einigen Jahren die Devise ausgegeben, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen haben zu wollen, so muss sie mit der Subventionsentscheidung von heute wohl zugeben, dass sich die Ladenhüter nicht so recht durchsetzen wollen. Sie lösen auch keine Verkehrsprobleme, denn es wird ein Auto mit Verbrennungsmotor durch ein solches mit Elektromotor ersetzt. Die Schadstoffe werden dann halt in Großkraftwerken ausgestoßen.

Schaut man sich hingegen die Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg RS1 durch das Ruhrgebiet an, so ergibt sich ein Potential von 52.000 weniger Autofahrten mit geschätzten 400.000 km, die täglich durch das Fahrrad ersetzt werden können. Der Umwelt werden damit über 16.000 t CO2 jährlich erspart. Die Kosten für den 101 km langen RS1 werden auf knapp 200 Mio EUR geschätzt. Trotz der überschaubaren Kosten und einem Nutzen-Kosten-Faktor von 4,80 hat es der RS1 nicht in den Bundesverkehrswegeplan geschafft. Nach den Baukosten blieben von den 600 Mio EUR sogar noch 400 Mio EUR Steuermittel übrig, um für die Pendler Pedelecs zu bezuschussen. Aufgrund der längeren Entfernungen, die auf dem Radschnellweg zurückgelegt würden, wären Pedelecs sicherlich für viele Radler eine gute Alternative.

Ohne groß zu rechnen, könnte man mit 400 EUR Zuschuss beim Kauf eines Pedelecs ganz schnell die gewünschte Million an elektrisch betriebenen Fahrzeugen erreichen. Bereits jetzt gehen auch ohne Subventionen jedes Jahr rund eine halbe Million Pedelecs über den Ladentisch. Das zeigt, dass Pedelecs im Gegensatz zu E-Autos ein Erfolgsmodell sind. Aber es sind aber halt “nur” Pedelecs und keine prestigeträchtigen E-Autos. Warum in der Politik unter E-Mobilität stets E-Autos verstanden werden, bleibt weiterhin ein gut gehütetes Geheimnis.

Wer die Petition zur Aufnahme des RS1 in den Bundesverkehrswegeplan unterzeichnen möchte, hat dazu unter adfc.nrw/rs1 Gelegenheit. 6 Tage Zeit bleiben noch. Helft durch Eure Stimme mit, eine Zukunft mit Fahrrad zu gestalten!

 

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Kleine Erfolge

Was man alles mit ein paar Mails erreichen kann …

Ab und zu fahre ich auch durch die Nachbarstadt Holzwickede. Dort wurde vor einiger Zeit die Gehwegbenutzungspflicht auf der Nord- und Hauptstraße aufgehoben und Gehwege mit “Radverkehr frei” ausgeschildert. – Bis auf zwei Streckenabschnitte.

Abschnitt 1: Hauptstraße zwischen Sölder Straße und Reuterstraße. In Fahrtrichtung Süden wird der Radverkehr von der Fahrbahn befehligt und muss sich den vorhandenen, ca. 650m langen Gehweg mit (zugegeben oft wenigen) Fußgängern teilen. Eigentlich eine schöne Passage, die durch Buschwerk baulich von der Fahrbahn getrennt ist. Jedoch verstößt dieses Benutzungspflicht gegen die Vorgaben, dass R2016-04-22 21.19.49adwege stetig und intuitiv zu befahren sein sollten. Außerdem wurde der Asphalt von den angrenzenden, flachwurzelnden Bäumen aufgebrochen, womit sich in einiger Zeit die Urologen über mehr Hämorrhoiden-Patienten erfreuen können. Nach diesem Abschnitt wird das Fahrbahnverbot wieder aufgehoben und man darf wieder auf der Fahrbahn fahren.

 

 

 

Abschnitt 2: Hauptstraße weiter in südliche Richtung. In Höhe Massener Straße wird der Radverkehr im Kreuzungsbereich auf den links2016-04-19 23.03.34seitigen Gehweg gezwungen, um ihn nach 460m wieder verlassen zu müssen und die teils stark befahrene Straße abermals ohne jegliche Radverkehrsführung zu queren.

 

 

 

 

Nun habe ich mich mal an die Stadt Holzwickede gewandt, welche mich an den zuständigen Mitarbeiter beim Kreis Unna verwies. Dabei erläuterte ich die Situationen und es stellte sich heraus, dass bereits im Jahre 2011 eine Anordnung zur Umschilderung des Abschnitts 2 besteht, vom Baulastträger aber nicht ausgeführt wurde. Im Falle des Abschnitts 1 wurde mir mitgeteilt, dass auf meine Eingaben hin jetzt eine straßenverkehrsrechtliche Anordnung zur Umschilderung erteilt wurde. Und somit werden wieder rund 1000 Meter Gehweg ohne Radwegbenutzungspflicht.

Um eines klar zu stellen: dieser Beitrag soll kein “phishing for compliments” sein. Vielmehr möchte ich verdeutlichen, wie wichtig die Kommunikation auch des einzelnen Bürgers mit den Ämtern der Städte und Kreise ist. Nur wer spricht, kann geholfen werden. Probiert es mal aus!

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Mönchengladbach geht stärker gegen Falschparker auf Geh- und Radwegen vor

Wer kennt das nicht?
Man fährt mit dem Rad und wird durch auf Radwegen parkende Autos ausgebremst.

Egal, ob baulich angelegter Radweg oder auf einem auf der Straße angebrachten Schutzstreifen / Radfahrstreifen, laufend stößt man auf Hindernisse. So macht Radfahren keinen Spaß und es ist sogar gefährlich. Neulich habe ich mich mal wieder über einen Radwegparker aufgeregt. Stand der doch mitten auf dem gemeinsamen Rad- und Gehweg auf der Aachener Straße. Nicht nur, das ich wegen ihm auf die Straße ausweichen musste und mich somit der Gefahr aussetzen musste, von einem von hintern heranfahrenden Autos erfaßt zu werden, nein, genau in dem Moment in dem ich an dem Falschparker vorbei ziehen wollte, reist der Idiot auch noch die Türe auf. Einer Kollision konnte ich gerade noch vermeiden. Diese Situation soll nur mal erläutern, welche Gefahren durch Falschparker entstehen können. Es hätte auch ein Schulkind sein können …

Viele Autofahrer empfinden beim Parken auf Rad- und Gehwegen überhaupt kein Unrecht, da es in unserer Stadt ja geduldet wird. Und ausserdem machen es ja alle so. Gründe hierfür sind häufig Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit oder Rücksichtslosigkeit. Das muss sich ändern!

Die Stadt hat das Problem erkannt und wird zukünftig über das Jahr verteilte Schwerpunktkontrollen durchführen. Der Mobilitätsbeauftrage Carsten Knoch wird diese auswerten und sich vorbehalten, weitere Maßnahmen abzuleiten. Außerdem wird er Gespräche mit dem ADFC führen, wie die Aktionen begleitet werden können.

Wie kommt es, das die “autofreundliche Stadt” Mönchengladbach auf einmal ein Herz für Radfahrer hat?

Vorausgegangen waren dieser Entscheidung Gespräche zwischen dem ADFC und dem Ordnungsamt, der Polizei und dem Mobiltätsbeauftragten. Aber auch ein Artikel der Rheinischen Post über die Falschparker App “Wegegeld” gab den Anlass, endlich etwas gegen rücksichtslose Autofahrer zu unternehmen. Wir haben diesen Artikel zum Anlass genommen und die Mönchengladbacher Fahrradfahrer gefragt, ob sie die Kontrollen der Mönchengladbacher Polizei / des Ordnungsamtes für ausreichend halten. Erschreckende 86% sind der Meinung, das die Stadt zu wenig gegen Radwegparker unternimmt.

Das Umfrageergebnis finden hier:
Scheiße geparkt
Es freut uns, das die Stadt dieses Problem nun endlich angeht. Denn wenn man es wirklich ernst meint und den Radverkehrsanteil in Mönchengladbach steigern will, muss man für die Sicherheit und einen flüssigen Verkehr der Radfahrer sorgen. Wir sind gespannt darauf, wie ernst die Stadt dieses Thema nimmt und ob sie z. B. auch mal bereit ist, einen Falschparker, der ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt, abschleppen lässt. Der ADFC Mönchengladbach wird das Verhalten der Stadt beobachten und bleibt weiter an diesem Thema dran.

Die vollständige Pressemeldung der Stadt lesen Sie hier.

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