Baulich getrennte Radwege – aber sicher!

In Deutschland sind viele Radfahrer sehr kritisch gegenüber baulich getrennten Radwegen eingestellt und fahren lieber auf der Fahrbahn. Dies liegt zumeist an der schlechten Qualität der vor einigen Jahrzehnten gebauten Bordsteinradwege in unseren Städten und den damit verbundenen erhöhten Unfallzahlen insbesondere in Kreuzungsbereichen.

Eine Überraschung erlebte ich vor kurzem in Hossegor / Südfrankreich. Bei Wellenreitern ist die Stadt an der Atlantikküste wegen der guten Wellenbedingungen bekannt und gilt als das Mekka der Surfer in Europa. Unter Radfahrern wird die Stadt so gut wie keiner kennen, obwohl die dort realisierten Radverkehrsanlagen eine Qualität im Hinblick auf Komfort und Sicherheit haben, welche nahezu in keiner deutschen Stadt anzutreffen ist.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Infrastruktur, Politik, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 7 Kommentare

Radfahren im Märkischen Kreis – Potential wird unterschätzt

Gerne würde ich auch mal etwas positives zum Radverkehr schreiben, meist meckere ich ja nur herum.

Nagut, hier das Positive

Im Zuge einer für meinen Beruf erforderlichen Führerscheinverlängerung habe ich im Frühjahr 2014 das Bürgerbüro des MK in Iserlohn aufsuchen müssen. Selbstverständlich wähle ich für diese Art von Strecken (ca. 10km) das Fahrrad als Verkehrsmittel. Dort angekommen fand ich aber keinerlei Abstellanlage für Fahrräder vor. Also schrieb ich an den Kreis mit der Forderung, eine sichere Anlage zu installieren, an denen man das Fahrrad anschließen kann. Kurz das Positive: es wurde gehandelt.

Jetzt geht das Gemeckere los

Ganz innovative Abstellanlage – war es zumindest einmal im Jahre 1960 Foto: ©Märkischer Kreis

In diesem Jahr musste ich dort wieder vorstellig werden. Natürlich bin ich auch diesmal mit dem Rad hin. Eine Abstellanlage habe ich nicht gefunden, also wiederholte ich meine Eingabe von vor zwei Jahren.
Die Antwort meiner Mail erhielt ich recht kurzfristig. Darin teilte man mir mit, man hätte auf meine damalige Forderung reagiert und im Frühjahr 2015 eine Abstellanlage installiert. Zur Verdeutlichung wurden mir sogar Fotos mitgeschickt.

Kein Wunder, dass ich diese “Abstellanlage” übersehen habe, das mache ich nämlich gerne mit “Felgenquetschen”. Fährt im Kreishaus niemand Rad? Wer gibt denn bitteschön soetwas in Auftrag? Das einig Positive: das Parkplatzschild. Auch wenn der Platz mit Rasengittersteinen ausgelegt wurde: wer latscht denn schon gerne ins (nasse) Gras?

Der Ruhr-Lenne-Achter

Prima, wie schnell das von uns vorgeschlagene Projekt umgesetzt wurde. Dazu beigetragen

Symbol des Ruhr-Lenne-Achters

Symbol des Ruhr-Lenne-Achters

haben sicherlich die Fördergelder aus der “Regionale Südwestfalen 2013”. Für die, die den RLA noch nicht kennen: er verbindet auf vorhandenen Wegen Ruhr und Lenne und lädt mit einigen Bahntrassen und fluß- und bachnahen Radwegen zu einem Abstecher vom Ruhrtalradweg in die Iserlohner Provinz ein.
Ich habe bereits viel positive Resonanz vernehmen können. Allerdings wurde bei diesen Gesprächen auch eines deutlich: die Beschilderung ist verbesserungswürdig. Am 30. April wurde der RLA offiziell eröffnet, bisweilen fehlen aber an vielen prägnanten Stellen die offiziellen Wegweisungen. Daher sind bereits einige Radfahrer auf nicht schönen, weil viel vom Kfz befahrenen Strecken unterwegs.

Mehrmals haben wir die Ausschilderung angemahnt, aber nichts hat sich getan. Zum Wohle der Rad-Touris haben wir jetzt die fehlende Beschilderung in Eigenregie übernommen. Vorbild für mich war jene des ADFC in Wuppertal auf der

Hier der Abzweig, bei dem die Wegweisung gen "Durchstich" durch das Baarbachtal nach Iserlohn fehlt. Unten unser Provisorium.

Hier der Abzweig, bei dem die Wegweisung gen “Durchstich” durch das Baarbachtal nach Iserlohn fehlt. Unten unser Provisorium.

Nordbahntrasse.

Also lieber Märkischer Kreis,
anscheinend habt Ihr, im Gegensatz zu anderen Kreisen und Regionen noch nicht begriffen, dass der Radverkehr mittlerweile eine immer wichtigere Rolle spielt, sei es im touristischen Sinne oder im Alltag. Mit der mangelhaften Ausschilderung verärgert Ihr nur Radfahrer, die unter Umständen kein zweites Mal in unsere doch eigentlich sehenswerte Heimat zurückkommen werden. Auch auf outdooractive steht ein ganz anderer als Track zum Download als die offizielle Route führt. Der derzeitige Track ist eine der ersten Entwürfe. Somit verärgert Ihr auch die modernen, mit GPS ausgerüsteten Radfahrer. Man gewinnt den Eindruck, Ihr seid nicht wirklich an mehr Radverkehr und Tourismus im MK interessiert, dabei ist es bei uns wunderschön! Bitte legt in Zukunft ein bisschen mehr Eifer an den Tag.

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag, Infrastruktur, Radtouren, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Radfahren durch die Erdgeschichte – neue Infotafel am Tunnel Schee (Kohlenbahntrasse)

Wer mit dem Fahrrad zwischen Wuppertal und Sprockhövel hin und her fährt, kann seit Ende 2014 im Verlauf der Nordbahn- bzw. Kohlenbahntrasse komfortabel eine Röhre des ehemaligen Eisenbahntunnels Schee benutzen. Da Radler zumeist mit offenen Augen durch die Landschaft fahren, wird dem einen oder anderen unweit des nördlichen Tunnelausgangs (Unterführung Kuxloher Weg) direkt an der Trasse eine neue Infotafel aufgefallen sein. Sie steht dort seit dem 15. Juli und weist unter anderem darauf hin, dass der Tunnel neben seiner Qualität für Radler und Wanderer auch geologisch interessant ist. In den unvermauerten Nischen des Tunnels tritt nämlich eine im Meer entstandene Schichtenfolge des „Flözleeren Oberkarbons“ zutage, die sonst nirgends zusammenhängend zu studieren ist. Für die Tafel zeichnet der GeoPark Ruhrgebiet e.V. verantwortlich, unterstützt durch die Sprockhöveler Stadtverwaltung und die ‘Lokale Agenda 21 Sprockhövel’. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Abschnitt der Radtrasse auf Sprockhöveler Gebiet zukünftig unter dem Namen „Glückauf-Trasse“ beworben werden soll. Die Infotafel am Schee-Tunnel wird nicht die letzte sein, die der GeoPark an Radtrassen platzieren wird. Hinzu kommen geowissenschaftliche Themenrouten.

GeoPark Ruhrgebiet

Eröffnung der neuen Infotafel an der Kohlenbahn-Trasse, demnächst Glückauf-Trasse, in Sprockhövel (Foto: Katrin Schüppel, GeoPark Ruhrgebiet e.V.)

Eröffnung der neuen Infotafel an der Kohlenbahntrasse, demnächst Glückauf-Trasse, in Sprockhövel (Foto: Dierk Juch, GeoPark Ruhrgebiet e.V.)


GeoPark-Rollup

GeoPark-Rollup zur Eröffnung (Foto: Dierk Juch, GeoPark Ruhrgebiet e.V.)


Interessierte Betrachter der Infotafel

Interessante Infos an der Radtrasse nicht nur für Erwachsene (Foto: Dierk Juch, GeoPark Ruhrgebiet e.V.)

Veröffentlicht unter Allgemein, Infrastruktur | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

ADFC Düsseldorf schlägt OB Geisel einen gemeinsamen Besuch der “Fietsstad 2016 Nijmegen” vor

Nicht nur wegen spektakulärer Bauwerke wie dem “Snelbinder”, der Fahrradbrücke über die Waal – für VerkehrsplanerInnen ist Nijmegen allemal einen Besuch wert. Der ADFC Düsseldorf regt deshalb an, dass die Stadt Düsseldorf für Mitglieder des Ordnungs- und Verkehrsausschusses, der Fachgruppe Radverkehr, für MedienvertreterInnen und soweit möglich auch für interessierte BürgerInnen eine eintägige Exkursion nach Nijmegen organisiert und durchführt.

Hohe Radverkehrsanteile und niedrige Unfallrisiken für Radfahrer – wie schaffen die Holländer das?

“Auch Nijmegen hat vor Jahren einmal angefangen, sich konsequent für das Verkehrsmittel Fahrrad einzusetzen”, so Iris Franke, Vorsitzende des ADFC Düsseldorf, “und sicherlich gab es dort etliche Hindernisse zu überwinden. Eine Exkursion in die holländische Fahrradstadt Nr. 1 passt sehr gut zum Engagement der Stadt Düsseldorf für eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik und natürlich aktuell für die Vorhaben Radhauptnetz und  Radschnellweg.”

Die Niederlande gelten als führende Fahrradnation Europas. Der ADFC will von der Erfahrung und dem Know-How profitieren. “Auch wenn eine Übertragbarkeit nicht einfach möglich ist: Wir alle lernen von Vorbildern. Lassen Sie uns gemeinsam von der Radbegeisterung und kreativen Radverkehrspolitik unserer Nachbarn profitieren, indem wir Ideen und Eindrücke für die eigene Arbeit sammeln”, sagt Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf.

Nijmegen ist nur rund 120 km von Düsseldorf entfernt und ein beliebtes Radtourenziel nicht nur für AnwohnerInnen des Niederrheins. Am 19. Mai 2016 wurde Nijmegen als beste niederländische Fahrradstadt (“Fietsstad”) 2016 ausgezeichnet. Die begehrte Auszeichnung wird vom niederländischen Radfahrerverband (Fietserbond) für jeweils zwei Jahre vergeben. Nijmegen übernimmt den Titel von Zwolle und wird drüber hinaus 2017 Gastgeber der internationalen Fahrrad-Konferenz “Velo City” sein.

Bei Rückfragen und weiteren Auskünften zur Pressemitteilung wenden Sie sich bitte an Lerke Tyra – 0163-633 4558 –  lerke.tyra( at )adfc-duesseldorf.de

nijmegen-1367135_1920

Veröffentlicht unter Allgemein, Infrastruktur, Politik, Radverkehr | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Völlig unkritisch: Fröhliches Rundradeln mit der kritischen Masse

Ingo Wolff (links) erhält von Andreas Domanski (Mitte) die Urkunde zum "Radler des Jahres".

Ingo Wolff (links) erhält von Andreas Domanski (Mitte) die Urkunde zum “Radler des Jahres”.

Heute war es wieder so weit: 3. Freitag im Monat und damit Zeit zum Rundradeln in Viersen. Also ab zum Gereonsplatz, wo man sich um 19:00 Uhr trifft. Nachdem in den letzten Monaten die kritische Masse, also 16 Teilnehmer, nicht erreicht worden sind, hatten wir für dieses Mal viel Werbung im ADFC gemacht. Mit Unterstützung aus Heinsberg, Mönchengladbach, Krefeld und Kempen erreichten wir heute über 40 Teilnehmer. Dafür einen herzlichen Dank!

Wir hatten nämlich vereinsintern aus gutem Grund getrommelt: Jährlich vergibt der ADFC Krefeld/Kreis Viersen die Auszeichnung “Radler des Jahres” an Personen, die sich in besonderer Weise für den Radverkehr verdient gemacht haben. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Ingo Wolff, der sich für die CM-Veranstaltungen in Viersen engagiert. Auf seiner Webseite kritischemasseviersen.com bewirbt er die Veranstaltungen und berichtet darüber. Normalerweise verleihen wir die Auszeichnungen auf dem Niederrheinischen Radwandertag Anfang Juli. Auf dieser sehr touristisch geprägten Veranstaltung wäre eine Preisverleihung sicherlich schwierig gewesen, so dass wir uns entschlossen haben, die Urkunde anlässlich der heutigen Veranstaltung zu übergeben und mit tatkräftiger ADFC-Unterstützung auch dafür zu sorgen, dass die kritische Masse überschritten wird. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , | 14 Kommentare

Kölner Ringe als „Protected Bike Lane“

Es gibt gute Nachrichten aus Köln. Wir sind mit der Planung der Umgestaltung der Kölner Ringe für einen besseren nachhaltigen Verkehr einen wichtigen Schritt weitergekommen. #RingFrei wird aller Voraussicht nach Realität.

Die Verwaltung plante bisher eine „Shared Bike Lane“, also Mischverkehr, und wollte diese mit Tempo 30, den linken Fahrstreifen aber mit Tempo 50 belegen. Diese „Shared Lane“ wäre wie bisher tagsüber zu einer Park- und Lieferspur geworden. Seit zwei Jahren versuchen wir im Rahmen des Radverkehrskonzepts Innenstadt dazu mit der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen. Die Ringe wurden aber weder mit uns im Fachbeirat noch im Rahmen der Bürgerbeteiligung diskutiert.

Möglicher Querschnitt auf den Kölner Ringen. Grafik: Initiative RingFrei

Möglicher Querschnitt auf den Kölner Ringen. Grafik: Initiative RingFrei

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Infrastruktur, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare

Konzert-Tickets gewinnen: »Per Rad zum Park«

Der SparkassenPark Mönchengladbach und ADFC wollen mit einer gemeinsamen Aktion die Anfahrt mit dem Fahrrad fördern

Mehr Besucher sollen per Rad zu den Veranstaltungen im SparkassenPark fahren. Dafür gibt es jetzt ADFC-Routenempfehlungen und der Park-Betreiber setzt ein Ticket- Gewinnspiel obendrauf.

Mit 100.000 Besuchern rechnet der SparkassenPark zu seinen Konzerten in 2016. Weitere 20.000 werden am ersten Dezemberwochenende zum ersten BIG-X, dem spektakulären FIS Snowboard Weltcup, erwartet. Je nach Wetterlage kommen durchschnittlich etwa 83 % der Besucher mit dem PKW, 10 % mit Bus und Bahn und (noch) nur 7 % mit dem Fahrrad.

Das soll sich nach dem Willen der Betreiber ändern, denn viele Besucher aus dem nahen Umkreis von Waldniel bis Kleinenbroich und von Erkelenz bis Neersen könnten die Strecken unter 20 Kilometer durchaus mit dem Fahrrad fahren.

SparkassenPark-Chef Michael MickyHilgers meint dazu: Vom entferntesten Mönchengladbacher Ortsteil, das ist Wanlo, sind es nur 12 Kilometer und 40 Radminuten, um unsere Konzerte zu besuchen, und Wegberg ist auch nicht weiter.Darum hat Hilgers auch nicht lange überlegt, als der ADFC ihm die Idee vortrug. Mit dem Rad macht vor allem in der Gruppe Spaß, man fährt fast bis zum Einlass, hat null Stau und darf auch mal ein Bierchen mehr trinken, kommentiert der Goldmedailllengewinner von  1992 die Initiative.

Es gibt nun auf der Website des Konzertveranstalter http://www.sparkassenpark.de/service/anfahrt eine Anfahrtbeschreibung auch für Fahrradfahrer.

Platz zum sicheren Fahrradparken gibt es im SparkassenPark genug. Richtig nah am Eingang finden sich immerhin 1030 Stellplätzen wo Fahrräder angekettet abgestellt werden können.

Ein Gewinnspiel soll die Aktion begleiten. 2×2 Tickets für das Lionel Richie-Konzert am 16. Juli werden verlost. Wer teilnehmen will, muss wissen, wie viel Fahrradabstellplätze es nah am Eingang zum SparkassenPark gibt.
Diese Zahl mit dem Stichwort “Park” bis zum 10. Juli 2016 senden an E-Mail ticketsgewinnen(..at..)adfc-mg.de oder per Post an den ADFC MG, Gustav-Karsch-Strasse 28a, 41189 Mönchengladbach.

Routenvorschläge gibt es unter www.park.adfc-mg.de. Schöne, verkehrsarme Routen werden in grün und schnelle in rot angezeigt.

Veröffentlicht unter ADFC, Allgemein, Radverkehr | Hinterlasse einen Kommentar

BMVI verlangt Rückbau vom “Soester Modell”

Die Altstadt im westfälischen Soest besteht zu großen Teilen aus sehr engen Straßen. Nachdem ein Radfahrer dort durch eine rücksichtslos geöffnete PKW-Tür schwer verletzt wurde, hat man in der Soester Jacobistraße einen Radschutzstreifen in der Mitte der Fahrbahn angelegt.

So wird dem Radfahrer angezeigt, außerhalb der sogenannten “Dooring-Zone” zu fahren, wie es wohl alle Verkehrssicherheitsexperten einhellig empfehlen. Während die bundesweit üblichen Schutzstreifen, den Radfahrer zu einem extremen Rechtsfahren zwingen, zeigt das “Soester Modell” den gebotenen und von Gerichten immer wieder bestätigten Sicherheitsabstands zu den parkenden Autos unter Einhaltung des Rechtsfahrgebots an. Da ein Überholen mit anderthalb Meter Abstand dem PKW-Verkehr in den schmalen Straßen nicht möglich ist, werden Autos durch diese mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnete Lösung nicht behindert.

Das Bundesverkehrsministerium sieht das allerdings anders und verlangt den sofortigen Rückbau des Schutzstreifens, weil eine sichere, mittige Anlage in der StVO nicht vorgesehen sei. Man will so Autofahrern ein Überholen quasi ohne Abstand ermöglichen. Die Gefährdung von Radfahrern nimmt das Bundesverkehrsministerium dabei in Kauf und stimmt nicht mal einer Umsetzung im Rahmen eines Verkehrsversuches zu.

Wir Kölner würden den Verantwortlichen der Stadt Soest empfehlen, einfach die rechte Markierungslinie des Schutzstreifens zu entfernen und die gesamte Breite von der linken Markierung bis zum rechten Fahrbahnrand als – zulässigen – breiten Radschutzstreifen zu erklären. Das “Soester Modell” war für uns bislang immer – im positiven Sinne – ein mahnendes Beispiel, wie man es viel besser machen kann als bei uns in Köln.

Text: Christoph Schmidt, unter Mitarbeit von Alex Bühler

Veröffentlicht unter Infrastruktur, Politik, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , | 13 Kommentare

Mülheimer Brücke: Verwaltung Macht Politik

An den Pylonen soll die Auskragung etwas erweitert werden, um die Unfallgefahr zu senken.

An den Pylonen soll die Auskragung etwas erweitert werden, um die Unfallgefahr zu senken.

Am Montag haben wir bei einem Ortstermin an der Mülheimer Brücke über die dortige Radverkehrsführung mit den Ämtern und Vertretern der Politik diskutiert. Wie so oft hat hier die Kölner Stadtverwaltung die Politik vor vollendete Tatsachen gestellt. Eine Brückenerweiterung für den Radverkehr wäre möglich gewesen. Allerdings hätte man dazu das Tragwerk verstärken müssen, was mit – aus unserer Sicht vertretbaren – Mehrkosten möglich (gewesen) wäre.

Die Entscheidung hat die Verwaltung aber nicht der zuständigen Politik überlassen. Der Rat stand nun wieder einmal vor dem Dilemma, dass nur noch Schadensbegrenzung möglich war, da keine Partei eine Verzögerung der längst überfälligen Brückensanierung riskieren wollte. Als Konsequenz aus der fehlenden Erweiterung der Brücke wird nun die Situation der Einspurigkeit für den Autoverkehr während der Bauphase beobachtet. Zumindest auf der Nordseite sollte es hier keine Probleme geben, da der Abfluss des Verkehrs im Linksrheinischen nicht von Lichtsignalanlagen reglementiert ist. Wir hoffen daher nun darauf, dass der kommende Radschnellweg durch den Niehler Gürtel künftig über die rechte Spur der Nordseite geführt wird.

Für eine deutliche Entlastung der Brücke werden die mittelfristige Fertigstellung diverser Baustellen, allen voran der Neubau der Leverkusener Autobahnbrücke, sorgen. Aber auch eine zeitgemäße Radverkehrsinfrastruktur kann zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs beitragen. Durch ein vielfach gefordertes LKW-Führungskonzept und eine konsequente Ausschilderung von Alternativrouten könnte der LKW-Verkehr auf ein erträgliches Minimum gebracht werden. Gerade bei denkmalgeschützten Brücke wäre dies auch in Betracht deren Lebensdauer wünschenswert. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Eine Legende auf dem Rad ist gestorben

Der berühmte Modefotograf Bill Cunningham bei seiner Arbeit auf New Yorks Straßen. Bildquelle: New York Times

Der berühmte Modefotograf Bill Cunningham bei seiner Arbeit auf New Yorks Straßen. Bildquelle: New York Times

Mit dem Fahrrad auf der Suche nach dem besten Bild vom neuesten Style – Der New Yorker Modefotograf Bill Cunningham stirbt im Alter von 87 Jahren.

Zum Nachruf mit Bildern von Cunningham auf seinem Rad: http://www.nytimes.com/2016/06/26/style/bill-cunningham-legendary-times-fashion-photographer-dies-at-87.html?_r=0

Wer noch einmal seine Beobachtung der New Yorker Fahrrad-Styles miterleben möchte – hier geht’s zum Video: http://adfc-blog.de/2013/08/geisterradler-in-new-york/

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar