ULF – UNser Lastenfahrrad im Kreis Unna

ulf
ULF, das Lastenfahrrad des ADFC Kreisverbandes Unna, ist Gemeingut. Jeder Bürger im Kreis Unna kann es ausleihen und nutzen – und zwar kostenlos.

Im Kreis Unna gibt es derzeit keinen Fahrradhändler, der Lastenräder für Probefahrten bereithält. Potentielle Interessenten können somit nur unter einem hohen Aufwand „erfahren“, ob für sie ein Lastenrad als ein möglicher Autoersatz in Frage kommt. Da in Unna und Umgebung kaum Lastenfahrräder unterwegs sind, ist auch die Nachfrage recht gering, so dass Radhändler keine Veranlassung haben, sich Ausstellungsstücke in ihre Verkaufsräume zu stellen.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, hat der ADFC Unna das Lastenrad Cargo L der Firma Bakfiets angeschafft. Der Name Bakfiets leitet sich dabei von der niederländischen Bezeichnung für Kiste („Bak“) ab. Ein Bakfiets ist also ein „Kistenfahrrad“. Es ist ein einspuriges Rad und hat trotz 2,60 m Länge sehr gute Fahreigenschaften. Auch Ungeübte kommen mit diesem Rad schnell zurecht. Die Transportkiste ist mit 63 x 100 cm sehr geräumig und kann 100 kg Zuladung aufnehmen. Ein tiefer Einstieg und eine leicht für alle Nutzer einstellbare Sitzposition ermöglicht die Nutzung durch möglichst viele Interessierte. Ein besonderer Clou ist die Nuvinci-Schaltung. Die Idee geht bis auf das Renaissance-Genie Leonardo da Vinci zurück. Die Schaltung ermöglicht den Radfahrern stets die exakt passende Übersetzung, da sie sich stufenlos regulieren lässt.

Die Ausstattung von ULF
Zusammen mit ULF können die Nutzer auch ein Regenzelt und eine Kindersitzbank ausleihen. Das Kind wird mit einem Gurt gesichert. Desweiteren ist eine Halterung für einen Maxi-Cosi-Sitz ausleihbar. ULF ist daher besonders gut als ein Kindertransportrad nutzbar.

Ausleihbedingungen und Standort
Die Ausleihe ist umsonst. Wir freuen uns jedoch über jeden Erfahrungsbericht und jede Spende. Zur Ausleihe muss eine Kopie des Personalausweises vorliegen. ULF wechselt regelmäßig seinen Standort. Den aktuellen Standort und die Verfügbarkeit erfährt man auf den Seiten des ADFC Kreisverbandes <kv.adfc-unna.de>. Anfragen sind auch unter der E-Mail <ULF( at )adfc-unna.de> möglich.

Testfahrten möglich
ULF geht ab dem Frühjahr 2015 auf große Tour durch den Kreis Unna. Bei verschiedenen Märkten und Festen im Kreis können Interessierte ULF – UNser Lastenrad probefahren.

25.04.2015: Lünen, 10. Drahteselmarkt
09.05.2015: Unna, 26. Drahteselmarkt
17.05.2015: Lünen-Brambauer, Brami-Frühlingsfest
14.06.2015: Selm, Stadtfest mit Fahrrad-Aktionsmarkt
28.06.2015: Kamen, ADFC-Sternfahrt zum Café Familienbande
06.09.2015: Selm, Fahrrad-Aktionsmarkt

Unterstützer gesucht
Der ADFC Unna sucht für das Projekt Unterstützer. Zum einen benötigen wir Ausleihstationen. ULF soll an vielen unterschiedlichen Stellen im Kreis sichtbar und ausleihbar sein. Wir suchen aber auch TestfahrerInnen, die bereit sind, einen Artikel über ihre Erfahrungen zu schreiben. Gerne veröffentlichen wir diese Erfahrungen in der kommenden FahrRad-Ausgabe.

Rückenwind für Lastenfahrräder
ULF hat viele Brüder. Kasimir aus Köln war UNser Vorbild. Daniel fährt durch München und Rudolf zieht seine Kreise erfolgreich im Stadtgebiet von Dortmund. Weitere Projekte schießen derzeit  wie Pilze aus dem Boden.
Lastenfahrräder haben ein großes bisher noch ungenutztes Potential. 51 Prozent aller motorisierten Transporte in europäischen Städten könnten auf Lastenräder verlagert werden. Dies ergab eine aktuelle Studie des EU-geförderten Cyclelogistics-Projektes. Insbesondere bei Transporten bis 250 Kilogramm ist das Lastenrad oft schneller, günstiger und praktischer als das Auto.

Dass dies nicht nur eine Theorie ist, sieht man tagtäglich zum Beispiel in Kopenhagen. Hier teilen sich etwa 20.000 Lastenräder und Cargo Bikes die Radwege mit normalen Fahrrädern. Sehr oft sieht man das Lastenrad als Familienkutsche. Neben Fahrradtaxis haben viele Kleinhändler (Kaffee oder Sushi) ihre Geschäftsidee erfolgreich dank Lastenrad umgesetzt. Die Post wird fast ausschließlich auf Lastenrädern ausgetragen. Aber auch andere Dienstleister wie Straßenreinigung oder Pflegedienste setzen aufs Lastenrad. Wer einen Eindruck hiervon erhalten möchte, den verweisen wir auf ein Video auf unseren Webseiten <kv.adfc-unna.de>.

Christiania Bike
Kopenhagen – die Wiege der Lastenfahrräder
In Christiania, die vom Staat Dänemark geduldete autonome Gemeinde in Kopenhagen, werden schon seit mehr als 30 Jahren Lastenfahrräder produziert. Aber auch in anderen Metropolen wie Amsterdam gehört das Lastenrad zu den alltäglichen Verkehrsmitteln. Auch in Deutschland erkennen immer mehr Unternehmen die Potentiale des Lastenrades. Die Deutsche Post nutzt seit 2013 sogenannte E-Trikes, um die letzte Meile beim Versand von Stückgut kostengünstig und umweltfreundlich zurückzulegen. Mittlerweile sind es schon 1500 in ganz Deutschland. In Schwerte fährt seit 2014 die Firma UPS ein Cargo Bike für die Zustellung in der Innenstadt, da diese verkehrsberuhigt ist und die Kunden mit motorisierten Fahrzeugen schlecht erreichbar sind. Auch im Kreis Unna sind schon etliche Fahrräder anzutreffen, die als Kaffee- und Getränkebars fungieren oder Kleinunternehmern als Transportfahrzeuge dienen. Auch ein Grillstand-Lastenrad und ein Leierkasten-Rad wurden schon gesichtet.

Die Modellvielfalt bei den Lastenrädern ist riesig. Der ADFC hat sich nach mehreren Testfahrten für ein zweirädriges Lastenrad entschieden, da sich dieses für den Anfänger sehr leicht fahren ließ. Aber auch bei dreirädrigen Lastenfahrrädern gewöhnt man sich sehr schnell an das neue Fahrverhalten.

Bitte votiert für ULF
Der ADFC Kreisverband Unna hat sich bei der Fa. Bredex GmbH darum beworben, eine kostenlose App-Programmierung zur Ausleihe von “ULF – UNser Lastenfahrrad” zu bekommen. Sie sind schon unter den fünf Finalisten! Damit die APP nun verwirklicht wird, benötigen sie möglichst viele Stimmen.

Das Lastenfahrrad ULF soll kostenlos Interessierten zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist die Erhöhung des Bekanntheitsgrades von Lastenfahrrädern. Die Ausleihe soll über das Internet stattfinden. Der aktuelle Standort müsste über die App erfahrbar sein. Ein Buchungskalender müsste geführt werden.

Bitte stimmt auf der Seite http://wunschapp.bredex.de/ für “ULF-UNser Lastenfahrrad”  und mobilisiert möglichst viele weitere Voting-Teilnehmer.

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Testphase Pollerdemontage auf Vennbahn Radweg war erfolgreich

Beim 125 km langen Vennbahn Radweg zwischen Aachen und Troisvierges in Luxemburg wurden an Kreuzungen zahlreiche Poller zur Absperrung des Weges gegenüber dem motorisierten Verkehr aufgestellt. Dies führte dann zu vielen Unfällen, weil Radfahrern die Poller – insbesondere bei Gruppenfahrten – übersehen haben.

Vennbahn-Poller-entfernt

Dies veranlasste den ADFC Aachen im Rahmen einer Online-Umfrage die Unfälle zu dokumentieren und mit den Verantwortlichen die Erforderlichkeit der Poller zu diskutieren. Im Rahmen einer Testphase wurden die Poller dann im Sommer 2014 im Abschnitt Aachen bis Kalterherberg demontiert.

Nach Einschätzung des ADFC Aachen war die Testphase erfolgreich, da seit dem keine Pollerunfälle mehr dokumentiert und keine Befahrungen durch Kraftfahrzeuge gemeldet wurden. Zwischenzeitlich ist uns dies auch von den zuständigen Stellen der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien bestätigt worden. Derzeit werden die Poller auch in den Abschnitten südlich von Kalterherberg demontiert.

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20.000 Kilometer lockende Ost-Erfahrung

CoverFront-OstErfahrung

Nicola Haardt selbsterfährt Sehnsucht. Das gibt dem Nacherleben auf gut 300 Seiten erwärmenden Rückenwind. Sie erklärt nicht, sie schildert Erfahrenes. Sie versucht sich nicht als Russlandversteherin, sie bringt Weiten und Widersprüche näher.

Bochum, Berlin, Polen, Ostsee, Kaliningrad, Litauen, Lettland, Russland vor allem hinter dem Ural, Sibirien, Baikal, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Russland, Ukraine inklusive Krim, Polen, Brandenburg, Recklinghausen, Bochum… 554 Tage, von März 2005 bis September 2006. Winter, Berge, Sandsturm. Das ist eigentlich zu viel zu erzählen. Sie selbst spürt den vollen Speicher auf den letzten Etappen.

Vorher gelingt es ihr trefflich, uns ihre Wegegefühlslagen mitfühlen zu lassen. Unsicherheiten und Ängste als Alleinreisende vor dem riesigen Ziel. Dann die mit den Kilometern wachsende Selbstsicherheit, die durch freundliche Neugier kräftig gefüttert wird. Unglaublich die Zahl und Art der Einladungen zu Tee und interessanteren Getränken, vielfältigem Essen, Beherbergungen und Kulturerleben. Das Großartigste am Buch ist für mich die Vielschichtigkeit der kleinen Begegnungen und Ereignisse wie der stabile Kochgenuss auf Kuhfladen, selbst den Hundeschaschlikgeschmack teilt sie uns mit.

Diese Spezialität der auch in Zentralasien wohnenden Koreaner ist ein Einblick unter vielen in Begegnungen Nicola Haardts mit unterschiedlichsten nationalen Minderheiten, die mehr oder minder vorurteilsvoll oder respektvoll in den meist einsamen Weiten der ehemaligen Sowjetunion ihre Schicksale meistern. Unterwegs trifft sie viele seltsame „Unternehmer“. Ein Arzt ist stolz auf Selbstständigkeit als LKW-Fahrer. Viele versuchen den Handel mit irgendwas.

Die alleinreisende Radlerin erlebt kaum Übergriffe, bekommt aber allerhand männliche Bewunderung und diverse Angebote, zum Beispiel als Drittfrau in Usbekistan ihren Lebensweg fortzusetzen. Meist ist die Neugierde aber gegenseitig bestaunend. So bewundern viele Gastgeber Wanjuscha – Nicola Haardt hat ihr Rad am Baikal mit dem Kosenamen von Iwan-Wanja benannt.

Die Fernostradlerin schläft in der Regel in freier Landschaft im eigenen Zelt. Aber sicherlich fünfzigmal wird sie spontan herzlich eingeladen. In Jurte, Einraumfamilienwohnung bis hin zur frei überlassenen Großraumwohnung nächtigt die Radlerin regionaltypisch mit Familienanschluss, meist mit Über-Vollverpflegung und oft mit gemeinschaftlicher Banjanutzung (saunaähnliche Schwitzhütte). Neugierig macht sie auf gastfreundliche Gastgeber des „Hospitalityclubs“, die Schlafgelegenheiten und Ortskenntnis international anbieten.

Das Fehlen von politischen Einschätzungen ist eher angenehm. Bei den Schilderungen der Vorkriegsquerung Krim-Ukraine überkommt den Leser Traurigkeit. Die Erlebnisse der „Staatsautorität“ bei Meldegängen und Grenzübertritten sind erwartbar, auch angesichts des recht staatsarmen Alltags in den fernen Weiten. Überraschender ist bei der Lektüre, wie viel vorsowjetische Wurzeln wieder bunt austreiben.

Die Buntheitserfahrungen von Nicola Haardt bewegen Herz und Hirn von RadlerInnen. Aber Obacht: Aufbruchstimmung und Fernweh haben Risiken und Nebenwirkungen. Der Baikal ist weit! Doch enthalten die „Osterfahrungen“ vielleicht auch Haltungstipps für Entdeckungsreisen in die Tiefen der nahen….

Hermann Strahl, ADFC Unna

Er beradelte vor Jahren eine Woche Russisch-Ostpreußen. In vorgebuchten Quartieren, ohne Russisch-Kenntnisse und als Paar fühlte er sich dort sehr fremd.

Nicola Haardt „Ost-Erfahrung“, 2015, traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag, Hamburg, 312 Seiten, ISBN 978-3-944365-64-0, 16,80€

 

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Es sind ja nur ein paar Minuten

Als es mir in einem Post vor ein paar Wochen um manche ADFC-Kritiker ging, entwickelte sich daraus auch eine kleine Diskussion mit Heinrich Strößenreuther. Während ich mit ihm ja einer Meinung bin, dass Verkehrsverstöße in Deutschland zu Schnäppchenpreisen zu bekommen sind, bin ich doch nicht ganz so davon überzeugt, dass eine schnell gestrickte Kampagne der Sache gut tun. Aber da kann man sicherlich unterschiedlicher Ansichten sein. Die begleitenden Aktionen finde ich durchaus gelungen. Nun gibt es wieder Videomaterial:

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Kleine Schlösser- und Burgenfahrt am Rosenmontag 2015

Ortler Grandtourer

Mein Ortler Grandtourer vor der Kommaneursburg in Kerpen Blatzheim

Rosenmontag 2015, das war der 16.02.2015, morgens um 09:00 Uhr, strahlender Sonnenschein. Rosenmontagszüge gehen noch nicht, jedenfalls bei uns hier, also eine kleine Rosenmontagsausfahrt. Mit meinem Ortler natürlich.

Schlösser und Burgen in unserer Nähe sollten es heute sein. Los ging es bei mir zu hause mit einer Fahrt durch gesamt Horrem nach Süden. Ortsausgangs über den Kreisverkehr und hinein ins Marienfeld, das ist der Naturschutz- und Naherholungsteil des rekultivierten Braunkohle-Tagebaus zwischen Horrem und Türnich. Darin sind richtig gute Wege angelegt, die auch mit dem Rad befahren werden können.

Auch wenn es sich weder um eine Burg noch um ein Schloss handelt, am so genannten Boisdorfer See musste ich einfach einen Moment verharren.

Boisdorfer See

Boisdorfer See, Marienfeld Kerpen

 

Um die Zeit im Sonnenschein, außer mir kein Mensch weit und breit. Herrlich. Boisdorf war einer der Orte, die hier abgebaggert wurden. Anders als für andere Orte gab es keinen eigenen Umsiedlungsort und damit kein Neu-Boisdorf. Der See erinnert somit im Namen an die ehemalige Siedlung hier.

Dann weiter durch das Gelände, denn am Ausgang Richtung Kerpen befindet sich dann die erste Burg, nämlich Burg Mödrath.

Burg Mödrath in Kerpen

Burg Mödrath in Kerpen

 

Mödrath war einer der Orte, die dem Tagebau zum Opfer gefallen sind, die Menschen wurden nach Kerpen umgesiedelt, wo heute noch ein Ortsteil Mödrath heißt. Die Burg beherbergt heute Teile der Familie und des Firmengeflechts Hillebrand. Herbert Hillebrand war einst als so genannter Burgenkönig bekannt, in Hochzeiten gehörten ihm eine zweistellige Anzahl von Burgen, die er für seine leiblichen und adoptierten Kinder gekauft hatte. Später ging sein Firmenimperium den Bach runter und mit ihm wurde er wohl die Burgen los. Die genauen Besitzverhältnisse von Burg Mödrath sind mir nicht ganz klar, aber Hillebrand wohnt da wohl.

Burg Mödrath in Kerpen

Burg Mödrath in Kerpen

Die Burg und ihr Park sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Von dort sind es nur ein paar Minuten zu Schloss Türnich.

Schloss Türnich in Kerpen-Türnich

Schloss Türnich in Kerpen-Türnich

Der Park ist offen für die Bevölkerung, auch gibt es an einigen Tagen Restauration. Graf von und zu Hoensbroech, dem das Schloss gehört, hat alle Mühe, es zu unterhalten. Es ist stark beschädigt, um die Ursache dafür gibt es Streit zwischen der Familie und RWE, dessen Grundwasserabsenkung infolge des Tagebaus etwas mit dem schlechten Zustand des Schlosses zu tun haben soll.

Schloss Türnich in Kerpen-Türnich

Schloss Türnich in Kerpen-Türnich

Der Graf hat sich einen Namen als Biobauer gemacht, man kann im Hofladen und auf lokalen Märkten Gesundes aus Türnich erwerben.

An der Erft entlang geht es dann weiter nach Gymnich zum dortigen Schloss. Außer dem Bild gibt es nicht viel zu sagen.

Schloss Gymnich in Erftstadt-Gymnich

Schloss Gymnich in Erftstadt-Gymnich

Der Park ist eingezäunt, keine Öffnung ist zu sehen. Auch über das Haupttor ist kein Zugang möglich. Dennoch ein paar Blicke erhascht.

Von Gymnich kommt man gut und schnell mit dem Rad nach Kerpen zurück, vor allem mit Rückenwind, den ich genoss. Ein Stück durch die Stadt, dann durch die Bachstraße und dann dem Neffelbach entlang bis zu Burg Bergerhausen.

Burg Bergerhausen in Kerpen-Bergerhausen

Burg Bergerhausen in Kerpen-Bergerhausen

 

Die Burg und ihre Nebengebäude sind in tadellosem Zustand und im Besitz der Konserven-Dynastie Stollenwerk, die hier aus der Gegend stammt.

Burg Bergerhausen in Kerpen-Bergerhausen

Burg Bergerhausen in Kerpen-Bergerhausen

Die Burg kann man für Events mieten, ich war schon zwei- oder dreimal zu Gast auf Feiern dort.

Vor Bergerhausen ist es nur noch ein Katzensprung nach Blatzheim, wo die Kommandeursburg steht.

Die Kommandeursburg in Kerpen Blatzheim

Die Kommandeursburg in Kerpen Blatzheim

Das Gebäude macht einen trutzigen und dunklen Eindruck, ich frage mich auch, wer auf die Idee kam, dort eine Burg zu bauen.

Die Kommandeursburg in Kerpen Blatzheim

Die Kommandeursburg in Kerpen Blatzheim

Auch dieses Gebäude kann man für Hochzeiten oder ähnliche Events nutzen, ehrlich gesagt würde mir Bergerhausen für so etwas besser gefallen.

Vor dort fuhr ich zurück nach Horrem, wo in unmittelbarer Nachbarschaft zu mir selber die Burg Hemmersbach steht.

Burg Hemmersbach in Kerpen Horrem

Burg Hemmersbach in Kerpen Horrem

 

Die hat eine bewegte Geschichte, in jüngerer Zeit war auch sie einmal im Besitz und Wohnsitz der Hillebrands. Mit dessen Pleite ging das gute Stück in Bankeigentum über und wurde dann eine Art Gründerzentrum. Der Gebäudekomplex ist für die Öffentlichkeit nur zu besonderen Ereignissen zugänglich, zum Beispiel fährt normalerweise die Graf-Berghe-von-Trips-Gedächtnis-Fahrt jedes Jahr durch den Innenhof, selten finden auch klassische Musikkonzerte im Hauptgebäude statt. Der Park ist nicht zugänglich.

Na ja, von Burg Bergerhausen zu mir nach hause kann ich fast spucken, die letzten Meter ließ ich mein Ortler Grandtourer auslaufen. 43 km standen am Ende zu Buche, wegen der vielen Stops an den Gebäuden dauerte die Fahrt aber etwa zweieinhalb Stunden insgesamt.

Alle Burgen und Schlösser meiner Fahrt kann man für mehr Informationen googeln. Viel Spaß dabei.

Eines der best erhaltenen und schönsten Schlösser der Umgebung, Schloss Lörsfeld in Kerpen, habe ich ausgespart, schließlich soll es für die nächste Burgen- und Schlösserfahrt noch einen Grund und Anfangspunkt geben.

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Fahrt zum Schloss Augustusburg in Brühl mit meinem Ortler

Heute, am 15.02.2015 war so schönes, sonniges Wetter, dass es mich packte: es musste ein Ritt mit einer ordentlichen Distanz und einem festen Ziel sein, am besten irgendwo hin, wo ich noch nicht war.

Ich hatte nicht lange zu überlegen, denn ich hatte diese Woche irgendwo gelesen, dass wir hier in der Gegend einige Stätten haben, die den Rang eines Weltkulturerbes haben. Darunter Schloss Augustusburg in Brühl. Das sollte es also sein, denn ich war noch nie mit dem Rad in Brühl und damit natürlich auch nicht am Schloss.

Der erste Teil des Weges war allerdings ein guter alter Bekannter, schließlich bin ich schon häufiger an der Erft entlang nach Erftstadt Liblar und dann zum gleichnamigen See dort gefahren. Heute hielt ich allerdings dort nicht an, sondern fuhr weiter Richtung Brühl. Ich orientierte mich alleine an den roten Radroutenschildern, was bis zu einer Gabelung irgendwo im Wald kurz vor Brühl, auch gut klappte. Eine Gabelung, zwei gleich gut aussehende Wege, kein weiteres Radroutenschild. Au Weia, da kommt auf einmal „Gefühl“ ins Spiel. Viel konnte nicht falsch laufen, alle Wege dort verliefen von der Himmelsrichtung her grob nach Brühl, also ohne Verzagen weiter.

Das bescherte mir dann eine (wunderschöne) Fahrt entlang des Haider Bergsees, auf der ich mir die Wege mit Dutzenden von Spaziergängern teilen durfte, die das schöne Wetter eben auch nutzten.

Dann endlich Brühl, das Stück durch die Stadt wollte ich mir von Mappi Google zeigen lassen, der aber gnadenlos am Karnevalsumzug scheiterte. Und ich mit ihm. Langer Umweg, dann fand ich, allerdings auch nur nach mehrmaligem Rückfragen, das Schloss, das die Mühe aber wert war: Es prangte wie in Gold getaucht am Rand seines herrlichen Parks und erfreute viele Wanderer, auch welche mit dem Rad. Ich habe es ausgiebig von außen einschließlich seiner Nebengebäude bewundert, toll.

Ich war dann aber doch zu eilig, mir alles genau anzuschauen. Rund um das Schloss und in seinem Park ist Radfahren nicht erlaubt. Das kratzt mich ja nicht immer, aber hier waren doch so viele Menschen unterwegs, dass ich mir das Gemeckere nicht antun wollte. So schaffte ich es auch nicht zu Schloss Falkenlust. Das alles schreit geradezu nach einem Retake!

Die Heimfahrt sollte dann natürlich über einen anderen Weg führen. Ich hatte mich entschlossen, nach Norden Richtung Hürth zu fahren, am Hürth Park vorbei und dann über die Frechener Straße und die B264 nach hause. Vor diesen Plan hatte die KG Brühl oder wie auch immer was wohl gesetzt: Na, den Karnevalsumzug natürlich. Einmal wartete ich den letzten Wagen ab, um den Zugweg zu kreuzen, aber zu früh gefreut. Ein paar Meter weiter war der Anfang des Zuges schon wieder in meinem Weg. Ich mogelte mich zwischen zwei Gruppen über den Zugweg, nicht ohne entsprechend „ermunternde“ Sprüche der Karnevalisten am Zugweg. Egal. Der Rest der Fahrt war nicht mehr so aufregend, durch Fischenich, am Hürth-Park vorbei und dann die geplante Route nach hause. Ich gönnte mir noch einen kleinen Schlenker durch die Maximilianstraße in Türnich und fuhr dann an der Erft entlang nach hause.

Ich habe auf der Hinfahrt und am Schloss selber ein paar Videos gedreht, die auf meinem Kanal zu sehen sind. Viel Spaß dabei, sie anzuschauen.

Insgesamt ca. 60 km, etwa drei Stunden reine Fahrtzeit. Nach einer krankheitsbedingt dünnen Radwoche ein Erlebnis.

Take a ride on the wild side!

 

 

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WDR läßt Fahrräder klauen

Eine spannende Aktion läuft gerade beim WDR: In drei Städten sind mit GPS-Sendern bestückte Fahrräder geparkt, deren Bewegung im Internet verfolgt werden kann. Das Dortmunder Rad hat sich inzwischen schon bewegt, die anderen Köder liegen noch an Ort und Stelle.
http://www1.wdr.de/themen/ratgeber/fahrradklau106.html

Werden die Journalisten herausfinden, ob es ein Gelegenheitsdiebstahl war oder Profis zugegriffen haben?

Laut WDR wird das Experiment crossmedial begleitet: “Auch die Servicezeit des WDR-Fernsehens und die WDR-Internetredaktion sind mit dabei und berichten. Das Investigativ-Resort unterstützt das Projekt. Die Recherchen münden in ein großes DOK 5 Radio-Feature, das am 17. Und 18. Mai ausgestrahlt werden wird. Am 18. Mai ist zudem ein großer Thementag rund ums Fahrrad auf WDR 5 geplant.


 

Dazu die Westdeutsche Zeitung am 10.2.: >>…Die Dortmunder Polizei bestätigt den Diebstahl. „Wir können aber nicht den halben Tag nach einem Fahrrad fahnden“, sagt ein Sprecher. „Vor allem, wenn sich das Rad in einem Gebäude befindet, sind uns Grenzen gesetzt. Dafür einen Durchsuchungsbeschluss zu bekommen, dürfte schwierig sein.”…<<

-> Der vollständige Artikel.

Aha, muss das gestohlene Fahrrad schon von außen durchs Kellerfenster zu erkennen sein, damit die Polizei dem Verdacht nachgeht? Ist ein “halber Tag” Polizeiarbeit vielleicht doch sinnvoll investiert, wenn möglicherweise ein Seriendieb dingfest gemacht wird. Es wäre nicht das erste mal, dass sich im Keller die gestohlenen Fahrräder stapeln.
Wenn die Polizei solchem Verdacht schon nicht nachgeht, bleibt wohl nur noch die Alternative, die Nachbarschaft per Flugblatt und einem “Fahndungsbild” des Fahrrads aufzurufen, nach gehortetem Diebesgut zu forschen – auch auf die Gefahr hin, dass der Dieb auf diese Weise gewarnt wird.

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Schilderrätsel 26: Der Rasenradweg

Heute brauche ich einmal die Hilfe der Leser*innen. In Frankreich endete der Radweg plötzlich bei dieser Schilderkombination:

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

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Kennzeichnung von Verkehrssündern

Eine ausbaufähige Idee, oder? ;-)
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Nicht zu Ende gedacht …

Bis zum Wochenende dachte ich, hier hätte die Verwaltung alles richtig gemacht:

(Norbert Paul)

(Norbert Paul)

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