Fahrradfahren in Kopenhagen macht Spaß!

Erste Eindrücke meines Aufenthaltes in Kopenhagen

Radfahrer vor Kreuzung in Kopenhagen

Bild1: Radfahrer vor Kreuzung in Kopenhagen

Diese Stadt ist erfrischend anders! Überall im Stadtgebiet sind sehr viele Radfahrer unterwegs. Das Schöne ist, man sieht Kinder, Jugendliche, junge Hippster, ganze Familien, Leute in Abendgarderobe auf dem Weg zur Party, Touristen, Manager im Anzug und Damen im gesetzteren Alter auf dem Fahrrad. Radfahren ist hier keine Sache von ein paar Freaks, sondern die ganze Gesellschaft und alle Schichten nehmen daran teil. Das Stadtbild wird von Menschen geprägt und nicht von Kraftfahrzeugen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Alltag, Infrastruktur, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Fahrradleichen in Köln

Welcher Kölner kennt es nicht? In der ganzen Stadt blockieren kaputte Fahrräder die viel zu wenigen Fahrradparkplätze, stehen Fußgängern im Weg und verschandeln das Stadtbild. Das Ordnungsamt der Stadt Köln findet pro Jahr mehr als 3.000 Fahrradwracks im Stadtgebiet und entsorgt in Zusammenarbeit mit der AWB mehr als 1.000 davon.

Fahrradleiche in Köln

Fahrradleiche in Köln

Der ADFC Köln will mit einer Informationskampagne auf dieses Problem hinweisen und hat daher verschiedene bunte Banderolen produziert. Durch diese plakative Aktion wollen wir die Besitzer der sogenannten Fahrradleichen dazu aufrufen, sich wieder um ihre Räder zu kümmern.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter ADFC, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Vom Radverkehr lernen

Schieben statt fahren? Foto: Stadt Mülheim

Schieben statt fahren? Foto: Stadt Mülheim

Die marode Autobahnbrücke der A40 in Duisburg wird in einigen Jahren von einem Neubau ersetzt. Die neue Autobahnbrücke wird ein städtebauliches Juwel. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, ist eine Finanzierung aus Städtebaufördergeldern möglich. Aus diesem Grund wird hier ein völlig neues Konzept mit internationalem Vorbildcharakter umgesetzt.

Wegen der herausragenden Lage am Rhein bietet sich der Ausbau zum Aussichtspunkt mit Aufenthaltsqualität und als Promenade geradezu an. „Mann soll dort auch verweilen und den Ausblick auf den Rhein genießen können“ sagt dazu ein hochrangiger Planungsamtsmitarbeiter. Dazu werden die vier Fahrspuren auf eine reduziert. Der Systembruch von der Autobahn zum verkehrsberuhigten Bereich soll auch dem Autofahrer mehr Lebensqualität bringen. Schrägparkplätze auf der Brücke auch für Brummifahrer bieten viel Platz und bringen ein perfektes Pausengefühl. Vielfältige Sitzmöglichkeiten, großzügige Regenschutzdächer und eine Bepflanzung sorgen für einen Rastplatz der Superlative. Rasen wird im Bereich der Brücke natürlich nicht erlaubt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Infrastruktur, Politik, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Verkehrswende Teil 3 – Kommunale Radverkehrspolitik

Radverkehrsförderung findet primär auf lokaler Ebene statt. Hier werden die städtischen Straßen geplant, gebaut und unterhalten und Baugenehmigungen für Parkhäuser und Parkplätze erteilt. Die Kommunalpolitik bestimmt, in welche Richtung sich der Verkehr in einer Stadt entwickelt – mehr Autoverkehr oder mehr Radverkehr.

Entscheidet sich die Politik und Verwaltung für den Bau eines Parkhauses, so ist es nicht verwunderlich, wenn im Umfeld der Kraftfahrzeugverkehr zunimmt. Es ist dann attraktiver mit dem eigenen PKW in die Stadt zu fahren, da man die Garantie hat, einen Parkplatz zu finden. Wird hingegen eine attraktive Radverkehrsanlage errichtet, ist es eventuell schneller und komfortabler das eigene Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen zu nutzen.

Auf Basis des städtischen Etats für den Radverkehr lässt gut die Wichtigkeit dieser Form der Mobilität bei der kommunalen Verkehrspolitik ablesen. Hier ein paar Beispiele aus den Niederlanden. Die Zahlen sind leider schon ein wenig veraltet, zeigen aber dennoch deutlich, welchen Stellenwert das Fahrrad in den jeweiligen Städten hat:

 Stadt  Einwohner  Budget in Mio. Euro pro Jahr  Euro je Einwohner und Jahr
 Amsterdam  742.000  20 Mio. €  26,95 €/Jahr
 Nijmegen  159.000  2,5 Mio. €  15,66 €/Jahr
 Tilburg  200.000  2,8 Mio. €  13,98 €/Jahr

Quelle: Radfahren in den Niederlanden (Veröffentlichung: Ministerie van Verkeer en Waterstaat / Fietsberaad, 2009)

Gemäß dem Nationalen Radverkehrsplan des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aus dem Jahr 2012 soll der Finanzbedarf in deutschen Kommunen zwischen 13 und 19 € pro Einwohner und Jahr* für liegen (Seite 63).

Nennt mir bitte eine deutsche Stadt, die auch nur annähernd diese Summen für den Radverkehr aufbringt. Mir ist keine einzige bekannt. Hier ein paar Negativbeispiele:

Stadt Einwohner Budget in Mio. Euro pro Jahr Euro je Einwohner und Jahr
Aachen 251.000 0,75 Mio. € (2014) – 0,32 Mio. € (2015) 2,99 – 1,25 €/J
Berlin 3.400.000 4,8 Mio. € (2013) 1,40 €/J
Köln 1.034.000 ~ 2,0 Mio. € (2013?) < 2,00 €/J

Quellen:
Investitionen in den Radverkehr in Aachen – PM zur AGFS-Verlängerung, Seite 4 mittlerer Abschnitt – ADFC Aachen
Investitionen in den Radverkehr in Berlin – Reden ist Plastik, handeln ist Gold – ADFC Berlin
Investitionen in den Radverkehr in Köln – Fehlende Investitionen in die Infrastruktur – ADFC Köln

* = Finanzbedarf für: Infrastruktur (Um-/Neubau und Erhaltung) + Infrastruktur (betriebliche Unterhaltung) + Abstellanlagen + nicht investive Maßnahmen (u.a. Kommunikation) + weitere Maßnahmen (Fahrradverleihsystem, Fahrradstation)

Veröffentlicht unter ADFC, Allgemein, Politik | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Schilderrätsel 27: Baustellensicherung 2.0

Eine “Baustellenabsicherung” auf einem Straßenabschnitt in Krefeld, auf dem es vorher gar keine Radverkehrsanlage gab.

Preisfrage: Wie viele Regelverstöße der Tiefbauer und Schilderaufsteller sind auf den Bildern zu erkennen?

Suchbild: Wie viele Fehler haben die Tiefbauer und Schilderaufsteller hier gemacht?

Suchbild 2 (in Gegenrichtung): Na, wo ist denn der benutzungspflichtige Radweg und wie kommt man dort hin?

"Radverkehrsführung" an einer Baustelle in Krefeld

“Radverkehrsführung” an einer Baustelle in Krefeld

Veröffentlicht unter Allgemein, Radverkehr, Recht | 14 Kommentare

CYCLING TO CYCLIST PARADISE – Aachen-Copenhagen by bike

Von einer deutschen Stadt ins dänische Radler-Paradies!
Wie funktioniert gute Radverkehrspolitik? Wie sehen fahrradfreundlich gestaltete Straßen aus? Wie erlebt man eine Rushhour in der Weltstadt des Fahrrades? Gibt es in Kopenhagen auch Kampfradler? Wie oft wird man in der Weltstadt des Fahrrades von einem Autofahrer übersehen, zu dicht überholt oder anderweitig bedrängt?

Um dies zu erleben und zu verstehen, starte ich morgen auf eine Rennradtour von Aachen nach Kopenhagen. In 6 bis 7 Etappen soll es von Aachen über das Bergische Land, Sauerland, Göttingen, Harz, Helmstedt, Wittenberg nach Rostock gehen. Von Rostock fahre ich mit der Fähre über die Ostsee nach Gedser in Dänemark, weiter nach Kopenhagen.

Daten zur Tour:
ca. 950 – 1.000 km
6 – 7 Tage Rennradtour – 2-3 Tage Sightseeing – 1 Tag Rückfahrt per Bahn

In den nächsten Wochen werde ich hier dann ein paar Fotos und einen Tourbericht veröffentlichen.

Das Motto der Tour:
COPENHAGENIZE THE WORLD – GOOD BICYCLE INFRASTRUCTURE FOR EVERYONE!

Supercykelstier Region Hovedstaden

Radschnellweg in Kopenhagen mit Anzeige für Signalwechsel der Ampel

© Cycling Embassy of Denmark, Municipality of Odense

Veröffentlicht unter Allgemein, Infrastruktur, Radreisen | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Radfahren wie Gott in Holland

Diese Galerie enthält 6 Fotos.

ADFC-Aktive erfahren beispielhafte Fahrradinfrastruktur in den Niederlanden Zehn Aktive aus fünf Kreiskommunen beteiligten sich vier Tage lang an der Fahrradexkursion des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Kreisverband Unna e.V. (ADFC) durch die Niederlande und brachten viele neue Erkenntnisse über die Fahrradinfrastruktur mit … Weiterlesen

Weitere Galerien | 1 Kommentar

Verkehrswende Teil 2 – Radfahren muss komfortabler und schneller werden

Wie kann man die Nutzer von Kraftfahrzeugen dazu bringen häufiger ein Fahrrad zu nutzen?
In der Vergangenheit ist von verschiedenen Seiten versucht worden einen Umstieg auf das Fahrrad mit unterschiedlichen Argumenten zu erreichen. Meistens wurden die folgenden Aspekte in den Vordergrund gestellt:

  • Radfahren fördert die Gesundheit
  • Radfahren schont die Umwelt
  • Radfahren ist aktiver Klimaschutz
  • Radfahren ist trendy und macht Spaß

Einen bequemen Menschen überzeugt dies zumeist nicht. Viel überzeugender wäre es, wenn man mit dem Fahrrad sein Ziel komfortabler und schneller als mit dem eigenen PKW erreichen würde. Dies ist heutzutage in fast allen deutschen Städten, aufgrund der in den letzten Jahrzehnten vernachlässigten Fahrradinfrastruktur, nicht gegeben.

In Städten wo dem Radverkehr der “rote Teppich” ausgerollt wird, nimmt der Radverkehr massiv zu. Dies ist meiner Meinung nach das einzige Geheimnis warum in Städten wie Kopenhagen und Amsterdam der Radverkehrsanteil so hoch ist. Die Menschen dort haben kein Fahrradgen, sondern entscheiden sich für das komfortablere und schnellere Verkehrsmittel!

Bei Copenhagenize habe ich zwei Grafiken entdeckt, welche mit einfachen Mitteln darstellen, wie eine Verkehrswende für deutsche Städte aussehen müsste. Nur so lässt sich nachhaltige Mobilität wirklich fördern.

Der dazugehörigen Blog-Beiträge Traffic planning for liveable cities und The New Question for 21st Century Cities sind ebenfalls lesenswert.

Traffic planning for liveable cities

Verkehrsplanung für lebenswerte Städte  

©copenhagenize.eu

21th Century - How many people can we move down the street?

21. Jahrhundert
Wie viele Menschen können wir über die Straße bewegen?
 
20. Jahrhundert

Wie viele Kfz können wir über die Straße bewegen?
 
©copenhagenize.eu

Veröffentlicht unter Allgemein, Infrastruktur, Politik, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Verkehrswende Teil 1 – Braucht Deutschland eine Verkehrswende?

Radfahrstreifen in Aachen - KFZ-Spur links / Busspur rechts - ist das sicher und komfortabel für Radfahrer?

Radfahrstreifen in Aachen – KFZ-Spur links / Busspur rechts – ist das sicher und komfortabel für Radfahrer?

Kraftfahrzeuge schränken unsere Lebensqualität ein!
In vielen deutschen Städten fehlt es an Fachleuten, Konzepten, Geld sowie dem politischen Willen den städtischen Radverkehr als Alternative zum Kraftfahrzeug adäquat zu fördern. Die Bevölkerung leidet unter den vom Kraftfahrzeugverkehr verursachten:

Radweg in Rotterdam - gleiche Ausbauqualität auf beiden Straßenseiten bis ins Stadtzentrum/Bahnhof - komfortable und sichere Lösung auch für Kinder und ältere Menschen

Radweg in Rotterdam – gleiche Ausbauqualität auf beiden Straßenseiten bis ins Stadtzentrum/Bahnhof – komfortable und sichere Lösung auch für Kinder und ältere Menschen

Die Bevölkerung will mehrheitlich eine Verkehrswende!
Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich eine menschen- und umweltverträglichere Mobilität. Gemäß einer aktuellen Umfrage des Umweltbundesamtes sind 82 Prozent der Befragten dafür, Städte und Gemeinden gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist.

Im konkreten Fall sind Menschen dann aber nicht bereit Einschränkungen in der eigenen Nutzung des Kraftfahrzeuges zu akzeptieren. Zumeist meldet sich dann lautstark eine kleine Gruppe von Besitzstandswahrern (Anwohner, Pendler, Wirtschaftsverbände) und artikuliert ihre Wünsche zur freien Nutzung des Kfz gegenüber den politischen Entscheidungsträgern.

Kraftfahrzeuge werden weiterhin in Deutschland massiv gefördert!
Eine Beschränkung des weiterhin stark wachsenden motorisierten Individualverkehrs ist in Deutschland mit den bisherigen Ansätzen nicht erfolgreich. Vielmehr werden weiterhin neue Straßen, Parkplätze und Parkhäuser gebaut, sowie Ausbaumaßnahmen an Straßen durchgeführt um die Leistungsfähigkeit des Systems zu erhöhen.

Radweg in Rotterdam - Ausbauqualität in der Innenstadt - Bordsteine zum Gehweg / Straße bzw. Parkplätzen mit Sicherheitsstreifen - regelmäßige Reinigung mit Kehrmaschine

Radweg in Rotterdam – Ausbauqualität in der Innenstadt – Bordsteine zum Gehweg / Straße bzw. Parkplätzen mit Sicherheitsstreifen – regelmäßige Reinigung mit Kehrmaschine

Das geschieht obwohl Deutschland bereits eines der dichtesten Straßenverkehrsnetze von Europa hat. Dies führt letztendlich zu einer Sicherung des status quo bzw. zu einer weiteren Förderung des Kraftfahrzeuges. Dementsprechend ist der Trend zu immer mehr Kraftfahrzeugen ungebrochen. Der alte Spruch aus den 70er: “Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten!” hat weiterhin seine Gültigkeit und wird auch in dieser Studie bestätigt.

Wann schaffen wir es endlich den Radverkehr so zu fördern, dass er deutlich wächst und der Kraftfahrzeugverkehr abnimmt?
Von daher ist es umso wichtiger den Akteuren in Politik und Verwaltung aufzuzeigen mit welchen Maßnahmen man in anderen Ländern erfolgreich ist und war. Ohne eine Beschränkung der Nutzung von Kraftfahrzeugen in Innenstädten wird es nicht funktionieren. Die Erfahrung zeigt: Je mehr Menschen das Fahrrad für ihre Wege nutzen, desto attraktiver wird es auch für andere Menschen es ihnen gleich zu tun und das Kraftfahrzeug häufiger stehen zu lassen.

Dies soll der Beginn einer kleinen Serie zur Verkehrswende sein.

.

Veröffentlicht unter ADFC, Allgemein, Alltag, Politik, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , | 9 Kommentare

Dritter Todesfall durch illegale Autorennen in Köln

Eine extreme Woche geht zu Ende. Am letzten Montag starb mit dem 26jährigen Gianluca der vierte Radfahrer in unserer Stadt in diesem Jahr. Er wurde als Unbeteiligter durch ein außer Kontrolle geratenes illegales Autorennen vor gut einer Woche lebensgefährlich verletzt und verstarb nach drei Tagen Koma im Krankenhaus.

Foto: report-K

Auch die 19jährige Radfahrerin Miriam am Auenweg Mitte April und ein Taxipassagier Ende März waren bereits Opfer illegaler Rennen. Eine weitere Radfahrerin starb beim Warten an der Ampel durch ein Überholmanöver eines rücksichtslosen Autofahrers. Der vierte Radfahrer wurde von einer Bahn an der unübersichtlichen Kreuzung der Keupstraße in Mülheim überrollt. Er übersah ein durch einen anderen Ampelmasten verdecktes Rotsignal.

Wir sind schockiert von diesen schrecklichen Unfällen und wünschen uns von der Polizei, der Politik, der Verwaltung und auch der oder dem neuen OB, dass hier endlich etwas gegen die zum Rasen einladenden Straßen getan wird.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter ADFC, Infrastruktur, Politik, Radverkehr | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare