Argumente gegen flächendeckendes Tempo 30

Tempo 30 bremst nicht aus, macht die Gefahren von hohem Tempo erst sichtbar und vor allem  gibt es weniger Unfälle und die Unfallfolgen werden deutlich geringer. Die Effekte sind so eindeutig, dass selbst die Versicherungbranche dafür ist. Da wird es schwer, Argumente gegen eine weitere Ausweitung von Tempo 30 zu finden.

Dirk Schmidt, Betreiber des Blogs Schmidts Katze,  findet Tempo 30 nicht grundsätzlich schlecht, schreibt er in seinem Post Flächendeckend Tempo 30 im Ruhrgebiet? Ohne mich!

Tempo 30-Zonen finde ich gut. In reinen Wohnstraßen ist das angebracht.

Gegen eine Ausweitung spricht dann aus seiner Sicht aber:

Allerdings muss ich auch ins Wohnviertel kommen und manchmal sogar hindurch.

Tempo 30 führt zu einer gleichmäßigeren Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer und die Reisezeit steigt dabei nicht so stark an, wie viele annehmen, wie auch ein Video zeigt, dass ich kürzlich hier vorstellte.

Viel zu viele Anwohner werden in ihrer eigenen Tempo 30-Zone geblitzt. Das spricht dafür, sie nicht mit noch größeren Verbotszonen zu drangsalieren, wenn es nicht nötig ist. Was soll also eine Tempo 30-Zone in einem Gewerbegebiet? Sie dient allenfalls der ideologischen Bekämpfung des Autoverkehrs. […]

Weitere Forderungen sind außerorts 80 km/h und auf den Autobahnen 100 km/h. […] Wir werden das Auto weiterhin brauchen, auch wenn die Grünen das anders sehen. Gut das sie in Berlin keine Mehrheit für eine derartige Verbotspolitik finden.

Naja, auch die Grünen fahren Auto, wie z. B. Joschka Fischer. Es soll halt nur grün rüberkommen.

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Aktionstag Radfahren in Dortmund – aber sicher

Kinder zeigen den Flyer, im Hintergrunfd Erwachsene

Kampagnenstart von “Radfahren in Dortmund – aber sicher!” mit Verteilung von “Warum parkst du auf meinen Wegen”-Flyern (Foto: Stadt Dortmund)

Am 28. März war der <Aktionstag der Kampagne Radfahren in Dortmund – aber sicher> als Auftakt für diesjährige Programm.

Unter dem Motto: “Radfahren in Dortmund, aber sicher!” veranstalten die Initiatoren am 28.03.2014 einen Aktionstag rund um das Thema Fahrrad und setzen damit einen weiteren Meilenstein [sic!] in ihrem Kooperationsprojekt.

Pünktlich zum Beginn der Fahrradsaison laden die Veranstalter gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern  in die Berswordthalle ein. Ab 10.00 Uhr haben alle interessierten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich über Sicherheit im Straßenverkehr zu informieren, Wissenswertes über lichtreflektierende Fahrradbekleidung zu erfahren und auszuprobieren, wie ein Helm wirklich richtig sitzt. Bei den abwechslungsreichen und interessanten Angeboten der Ausstellenden ist sicherlich für Jeden etwas dabei.

Insbesondere scheint für die Stadt Dortmund Radfahren nicht etwas zu sein, dass man aus Freude daran macht oder weil es cool ist, sondern aus Vernuftsgründen:

Regelmäßiges Radfahren stärkt Herz und Lunge, kräftigt die Muskulatur und hebt nebenbei ganz automatisch die Stimmung. Neben den zahlreichen positiven Einflussfaktoren auf unsere Gesundheit und unser seelisches Wohlbefinden, schont es auch unser Portemonnaie. Wer täglich Rad fährt, leistet nebenbei auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und schont die Umwelt.

So motiviert man wohl kaum jemanden zum Radfahren. Egal wie groß die Kampagne angelegt ist.

Bereits in den vergangenen Monaten hat das Ordnungsamt der Stadt Dortmund in Kooperation mit der Dortmunder Polizei ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen. Das Projekt wirbt für das Fahrradfahren und setzt sich neben dem Ziel, eine breite Akzeptanz des Radverkehrs in Dortmund nachhaltig zu sichern, dafür ein, durch verschiedene Aktionen die Unfallzahlen mit Beteiligung von Radfahrerinnen und Radfahrern zu senken. In den vergangenen Monaten wurden bereits die ersten Module der Kampagne, unter Anderem im Rahmen verschiedener Veranstaltungen in Dortmunder Schulen zum Thema Fahrradsicherheit, Sichtbarkeit im Straßenverkehr oder die Kampagne Radwegebenutzung umgesetzt.

Ich hätte den bisherigen Verlauf von <Radfahren in Dortmund, aber sicher> nicht so bombastisch und erfolgreich beschrieben. Wie man mit der Betonung des Sicherheitsaspektes für das Radfahren werben will, bleibt mir schleierhaft. Wie die Kampagne etwas für die Akzeptanz des Radverkehrs tut, ist nicht erkennbar. Warum man bei der Unfallverhütung einseitig die Radfahrenden anspricht ist unverständlich. Das man einzelne Kleinstveranstaltungen als Module verkauft ist peinlich. Und unter “Kampagne Radwegebenutzung” kann ich mit nur ein geheimes Arbeitsprogramm des Tiefbauamtes vorstellen, sich möglichst lange der gültigen Rechtslage zu widersetzen und möglichst viele Radwege benutzungspflichtig zu lassen. Fraglich bleibt auch, warum man die Kampagne nicht mit den einschlägigen und neuen Vereinen und Initiativen auf Augenhöhe veranstalten will.

Nach dieser Auftaktveranstaltung für dieses Jahr ist übrings bisher nichts weiteres passiert; weder wurden die interessierten Verbände und Firmen über weitere Schritte informiert noch gab es ausweislich der entsprechenden Seite der Stadt Dortmund weitere Veranstaltungen und Aktionen. Da die Veranstaltung zu einer Zeit stattfand, wo sehr viele Leute auf der Arbeit, an der Uni, … sind, konnte ich selber auch nicht hingehen, aber die Berichte von Beteiligten zeichnen ein negatives Bild: Kaum Besucher. Das hatten engagierte Radfahrer schon vorher so prophezeit. Dabei hat es die Stadt nicht mal hinbekommen, eine korrekte Teilnehmerliste zu veröffentlichen. So wurde z. B. VeloCityRuhr als Teilnehmer aufgeführt, obwohl die Initiative die Teilnahme abgesagt hatten. Im Vorfeld hatte VeloCityRuhr mit anderen Initiativen in einem offenen Schreiben u. a. gefordert, dass die Zeiten in den Abend erweitert werden oder nach hinten verschoben werden bzw. alternativ auf einen Samstag verschoben würden. In dem Schreiben wurde von den Verbänden u. a. angeboten:

 - Beteiligung mit einem mit Fahrrad-Generatoren angetriebenen Fahrradkino und Kooperation mit 5–10-minütigen preisgekrönten Kurzfilmen aus dem Portfolio des jährlichen International Cycling Festival in Herne (www.cyclingfilms.de)
- Nutzung unserer „Werbemaschinen“ – Kontaktlisten, Social Media usw. auf verschiedensten Kanälen -> zeitgemäßes Multichannel-Marketing mit einem GARANTIERT fahrradinteressierten Empfängerkreis

Den Tag mit Filmen aufzulockern und somit auch den Spaß am Radfahren zu vermitteln neben den nötigen Sicherheits- und Technikinformationen ist sicherlich ein attraktives Angebot. Die Stadt ging darauf aber nicht ein. Auch andere Gebote waren nicht möglich. Da selbst Unkostenbeiträge für eine Fahrradcodierung schon ein nicht erwünschter Verkauf gewesen wären, fiel auch dieses Angebot weg.

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Wenn Journalisten schreiben ohne mitzudenken

Nach dem Artikel Bei Radlern geht der Trend zum Helm der Badischen Zeitung kann ein einfacher Fahrradhelm ware Wunder bewirken.

Für Polizei und Mediziner geht es nicht schnell genug: Sie wollen möglichst alle Unfälle, bei denen Radler ums Leben kommen oder schwere Schädel-Hirn-Verletzungen erleiden, mit Hilfe des Helms verhindern.

Wer will etwas tun?

Polizei und Mediziner

Was wollen Polizei und Mediziner?

wollen [...] verhindern

Was wollen Sie verhindern?

möglichst alle Unfälle, bei denen Radler ums Leben kommen oder schwere Schädel-Hirn-Verletzungen erleiden

Es sollen also Unfälle verhindert werden. Also: die sollen gar nicht passieren. Und wie wollen sie es verhindern?

mit Hilfe des Helms

Da ein handelsüblicher Fahrradhelm ganz sicher nicht in der Lage ist alle tödlichen oder schweren Unfälle zu verhindern (Wenn die Verletzungen z. B. gar nicht im Kopfbereich sind, macht es gar keinen Unterschied, ob ein Fahrradhelm getragen wird oder nicht), muss es sich bei “Der Helm” um ein ganz neues Wunderding handeln, dass auf eine sich mir noch nicht erschließenden Art und Weise verhindert, dass z. B. Autofahrende Radfahrende übersehen und dann an- oder überfahren. Aber wenn dieser geheimnisumwobene Helm erstmal alle Unfälle verhindert, braucht es dann zum Glück keine Fahrradhelme mehr.

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Blogrundschau 16: radverkehrspolitik.de überraschend offline

Der Blog radverkehrspolitik.de – vor wenigen Wochen erst um ein Forum ergänzt – ist überraschend auf unbestimmte Zeit offline. :-( Auf diesen Blog hatte ich mehrfach verwiesen und er ist auch ein Teil des Blogrolls von adfc-blog.de

Screenshot 17. 04. 2014 16:50

Screenshot 17. 04. 2014 16:50

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Poller und Radfahrende Teil 3: Der nächste Versuch, einen dokumentierten Sturz eines Radfahrers aufgrund eines ausfahrenden Pollers zu finden

Anfang Januar hatte ich davon berichtet, dass in der dortmunder Verwaltung ausfahrende Poller als gefährlich für Radfahrer gelten und man deswegen stundenlang nicht legal durchfahren kann. Im Februar hatte ich dann berichtet, dass man in Leipzig dies anders sieht und rund um die Innenstadt mehrere Anlagen hat. Auf eine Anfrage für adfc-blog.de schrieb die Polizei in Leipzig:

Die Polizeidirektion Leipzig hat nach den durchgeführten Recherchen keine Unfallvorgang mit einem derart kuriosen Sachverhalt polizeilich aufgenommen und registriert.

Auch in Magdeburg gibt es Poller und zwar auf der Sternbrücke, die die City mit einem zentralen Erholungsgebiet verbindet. Die Dortmunder Stelle liegt hingegen in einer ruhigen Seitenstraße, die nur für ein Quartier die direkte Verbindung in die City darstellt. Die Brücke in Magdeburg ist stark von Radfahrenden frequentiert, erklärt Michal Reif, Pressersprecher der Stadt, auf Anfrage für adfc-blog hin. Zahlen der Radfahrenden liegen der Stadt nicht vor, ebenso nicht Zahlen, wie häufig der Poller ein- und ausführt.

(Foto. Norbert Paul)

(Foto. Norbert Paul)

Man hat im Magdeburg nur links ein Schild angebracht <ACHTUNG Automatische Polleranlage> und auf eine Ampel – die es in Dortmund gibt – verzichtet, obwohl die Poller dort meinen Beobachtungen nach viel häufiger ein und ausfahren.

Auf Anfrage für den ADFC-Blog hin, wurde die Situation von der Polizei Magdeburg innerhalb von zwei Tage ausgewertet.

Diese [Auswertung] ergab, dass in der Zeit von 01.01.2009 bis 31.12. 2013  sich keine Unfälle mit Radfahrer an der durch die Stadt betriebene Polleranlage ereignet hatten und derzeit auch nicht bekannt sind. Eine Anfrage an die Stadt wurde ebenfalls negativ beschieden.

Eine Gefahr für die Radfahrer besteht, nach einem Ortstermin, dort nicht, da die Abstände zwischen den stationären und versenkbaren Pollern so groß sind, um gefahrlos bei einem auftauchenden Poller zu reagieren.

Auch die Stadt, so Reif, hat noch nie von einem Unfall mit Radfahrenden im Zusammenhang mit den Pollern gehört. Es gibt nur vereinzelt Unfälle von meist alkoholisierten Autofahrern.

Den magdeburger Abstand von 1,50 Metern haben die Poller in Dortmund nicht (ca. 0,9 Meter von Außenkante Poller zum Bordstein, zwischen den Pollern ca. 1 Meter) , sind aber immer noch weit genug voneinander entfernt, um hindurchfahren zu können.

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Radverkehr in Kopenhagen

Auf Arte lief heute morgen die Dokumentation <Kopenhagen > in der Reihe <Heimathafen>, in der es um Stadtplanung und insbesondere Radverkehr ging. Häuser, die mit dem Rad befahrbar sind, Lastenräder, die für Familien normaler sind als Vans und viele andere interessante Sachen gibt es in dem Film zu sehen.

 

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Fahrradfreundliche Umlaufschranken

Umlaufschranken in Essen Nähe Messe Essen (Foto: Norbert Paul)

Umlaufschranken in Essen Nähe Messe Essen (Foto: Norbert Paul)

Warum kann man nicht alle Umlaufschranken so aufstellen wie hier in Essen?

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WHO und UNO: Mehr Fahrradverkehr ist ökonomisch sinnvoll

Paris (Foto: Joanna Lemanska, Lizenz: CC BY-NC 3.0)

Symbolbild: Von mehr Radverkehr haben alle was (Foto: Joanna Lemanska, Lizenz: CC BY-NC 3.0)

Während die Basler Zeitung heute davon berichtet, dass sich der Chef der evangelischen Kirche in Basel eine mehr als hitzige Diskussion mit einem Parker auf seinem persönlichen Parkplatz geliefert hat und dabei auch nicht vor Nutzung des Autos als Argument zurückgeschreckt haben soll, bericht die in der gleichen Stadt erscheinende Tageswoche von einer Expertise der Weltgesundheitsorganisation WHO und der UNO-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) der UNO, die heute in Paris vorgestellt wurde.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass es je nach Land bis zu vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes an Wachstumpotenzial gibt. Die WHO-Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab appellierte an die Teilnehmer einer Verkehrstagung in Paris, Regierungen zu ökonomischen und gesundheitsverträglichen Verkehrssystemen zu drängen.  “Die Vorteile aus diesen Investitionen sind enorm und beinhalten neue Jobs, (…) gesündere Menschen, weniger Verkehrsunfälle, weniger Lärm und bessere Luftqualität.”

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Gut gestellt, ist erfolgreich behindert

Es sieht harmlos aus, behindert aber den Radverkehr und birgt Unfallpotenzial, was so auf Dortmunder Radwegen und Schutzstreifen rumsteht.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

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Volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung einer Helmpflicht

Der Leiter des Instituts für Verkehrswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), Prof. Dr. Gernot Sieg, hat in einer aktuellen Studie die Einführung der Helmpflicht in Deutschland aus gesamtgesellschaftlicher Sicht betrachtet und eine Kosten-Nutzen-Rechnung durchgeführt. Dabei hat er nicht nur die Schutzwirkung des Helms berücksichtigt, sondern auch andere Effekte:

Neben der Tatsache, dass viele Fahrradfahrer einen Helm als störend empfinden und das Fahrradfahren für diese Menschen seinen Reiz verlöre, würden andere potenzielle Radfahrer bei einer Helmpflicht ganz aufs Radfahren verzichten und beispielsweise auf ihr Auto umsteigen. Damit würden gesundheitliche Vorteile zunichtegemacht, beispielsweise die positiven Auswirkungen des Radfahrens auf das Herz-Kreislauf-System. Außerdem würde die Umweltbelastung größer. Viele müssten zunächst auch Geld ausgeben, um sich einen Kopfschutz anzuschaffen.

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