Feinstaub-Kampagne des Bundesverkehrsministeriums mit Darth Vader

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt macht dieser Tage mit einer beachtenswerten Kampagne gegen Feinstaub von sich reden. Dobrindt konnte LucasFilm für die Aktion gewinnen und durfte sich daher als Darth Vader verkleidet für ablichten lassen. Welch ein persönlicher Einsatz des Ministers, der wegen der kurzfristigen Aufnahmen leider nicht am Nationalen Radverkehrskongress teilnehmen konnte!

Herr Dobrindt möchte mit dieser bewusst leicht überzeichneten Kampagne auf erhöhte Feinstaubwerte in Köln sowie in Berlin, Bonn, Frankfurt, Hamburg und München hinweisen. Dazu wurde eigens ein Plakatmotiv mit Herrn Dobrindt als lebensgroßer Darth Vader gestaltet und den sechs Städten auf fast 500 Werbetafeln, davon etwa 100 in Köln, plakatiert. Besonders begrüßenswert ist, dass selbst der von der Autolobby dominierte Deutsche Verkehrssicherheitsrat die innovative Kampagne unterstützt.

Alexander Dobrindt als Darth Vader


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Was ist dran an dem ADFC-Mantra „Die Straße ist sicherer“?

Foto: Mark Michaelis

Foto: Mark Michaelis

Seit etwa 20 Jahren – solange bin ich im ADFC – höre und lese ich immer wieder, Radfahren auf der Straße sei sicherer als auf einem Bordstein-Radweg. Und: Diese Tatsache sei durch Studien belegt.

Die Studien, die stets als Beleg herangezogen werden, sind diese:

1. die „UDV-Studie“: Abbiegeunfälle Pkw/Lkw und Fahrrad, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V., Juli 2013. Download hier: http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=4111

2. die „BAST-Studie“: Unfallrisiko und Regelakzeptanz von Fahrradfahrern, Bundesanstalt für Straßenwesen, Juni 2009. Download hier: http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=2661

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich diese Studien jetzt erstmals las und darin nirgends einen klaren Beleg für das allgegenwärtige ADFC-Mantra „Die Straße ist sicherer“ fand. Weiterlesen

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Tod eines Fahrrades – authentischer Bericht

An dieser Stelle geben wir den auf einem Gutachten basierenden Bericht des Vaters einer im Kölner Straßenverkehr von einem LKW getöteten Radfahrerin als Gastbeitrag unverändert wieder.

Ein LKW gibt an, dass er vor einer Ampel gewartet habe und bei Grün weiterfuhr,
um rechts auf ein Grundstück zu fahren. Auf einmal hätte es geruckelt.
Ein Fahrrad habe er nicht gesehen.
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Wie vermeidet man Dooring-Unfälle?

Dooring: Radfahrer fährt an parkenden Autos vorbei.

Radfahrer fährt an parkenden Autos vorbei.

Eine sehr häufige Unfallursache in der Stadt ist das sogenannte Dooring: Eine Autotür wird ohne zu Schauen geöffnet und ein Radfahrer fährt ungebremst in den spitzen Teil der Tür. Am Neusser Wall in Köln gab es heute mal wieder einen solchen Unfall mit einem parkenden Auto. Eine Radfahrerin wurde von einer öffnenden Autotür schwerverletzt.

Die Verantwortung für den konkreten Unfall liegt natürlich in fast allen Fällen allein beim Autofahrer (oder Beifahrer). Aber zur Vermeidung von Dooring-Unfällen gibt es auch wichtige Tipps für Radfahrer und Forderungen an die Kölner Behörden.
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Erfolgreiche Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Pressestelle der Polizei Köln

Norbert Paul hatte bereits letztes Jahr zu einer Pressemitteilung der Polizei Köln im ADFC Blog hier und hier geblogt. Auch Marco Laufenberg war auf radfahren-in-koeln.de aktiv. Weitere Diskussionen wurden in den sozialen Netzwerken geführt.

Eine Autofahrerin hatte einen Radfahrer in einer engen Einbahnstraße mit mutmaßlich wenigen Zentimetern Abstand überholt und Stunden nach dem Vorfall eine Anzeige gegen den unbekannten Radfahrer aufgegeben, weil dieser sich nach ihrer Nötigungsstraftat angeblich mit rüden Worten über die Gefährdung beschwerte. Die Polizei betrieb daraufhin Victim Blaiming aus dem Lehrbuch und war auch auf Dutzende Beschwerden hin nicht bereit, die Darstellung zu ändern.

Mehrere Radfahrer haben aufgrund der Uneinsichtigkeit der Kölner Polizei-Pressestelle Dienstaufsichtsbeschwerde erhoben. Die Polizei Köln versuchte die Beschwerden abzubügeln, einige Beschwerdeführer gingen jedoch eine Stufe weiter und wandten sich an das zuständige Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen (LAFP) in Selm.

Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-WestfalenDas LAFP hat die Dienstaufsichtsbeschwerden nun wie folgt positiv entschieden:
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Cycle Culture NRW (Bielefeld sattelt um)

Bielefelder Hufeisen autofrei

Bildnachweis und Information: http://bicycle-bielefeld.de/index.html

Eine schöne (und keinesfalls brandneue) Idee – leider wohl nicht von denen, die es jetzt umsetzen könnten. Dem Vernehmen nach ermittelt bereits die Polizei …

Ergänzung vom 7. Mai 2015: Zusätzlich zur Website gabs Flugblätter auf abgestellte Fahrräder und in Briefkästen. Die Urheber sind nach wie vor unbekannt. 

 

 

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Faltblatt der Polizei NRW Köln zum Radfahren

Unter dem Titel „Sicheres Radfahren in Köln und Leverkusen“ hat die Polizei NRW Köln ein Faltblatt herausgebracht. Es beschreibt potentielle Gefahrensituationen beim Radfahren aus Sicht der autofahrenden Polizisten. Zusammenfassend kann man sagen: „Helm und leuchtende Kleidung tragen und im Zweifel besser das Rad schieben. Dann passiert schon nichts. Und wenn doch, dann finden wir sicher etwas, was der Radfahrer falsch gemacht haben könnte.“ Das Faltblatt und die dahinter stehenden Denkweise erklären vielleicht die eine oder andere Situation, die man als Radfahrer mit der Kölner Polizei erlebt hat.

Das Dokument wird hier im Weiteren unkommentiert wiedergegeben und ist keine Empfehlung des ADFC oder des Autors.
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Unfalltode in Köln-Mülheim

Der 14. April diesen Jahres war ein schlimmer Tag für den Radverkehr in Köln. Eine 19jährige Radfahrerin wurde Opfer eines auf einer öffentlichen Straße ausgeführten illegalen Autorennens. Während sich die Unfallverursacher lt. Presseartikeln vor allem um ihre Alufelgen sorgten, hat dieser Unfall ganz Köln betroffen gemacht.

Die Critical Mass Köln besucht die Unfallstelle am Auenweg in Köln-Mülheim.

Die Critical Mass Köln besucht die Unfallstelle am Auenweg in Köln-Mülheim.


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ADAC testet Fahrradhelme für Erwachsene

Bell Tourlite

Früher Fahrradhelm. Bell Tourlite, ca. 1985. Visier fehlt. US-Eigenimport. Hardshell. Gewicht ca. 530 g.

Das Ergebnis: Wirklich schlecht ist keiner. Die konventionellen Helme mit leichter Schale sind den Helmen mit harter Schale (Skaterhelme) aber überlegen. Der ADAC testete im April 2015 Markenhelme mit typischen Preisen von 75-90 €.
Der teuerste Helm im Test kostete im Laden 170 €, der günstigste 57 €. Die Schutzwirkung wurde mit 1,4 bis 2,2 bei den Softshell- und mit 2,2 bis 3,1 bei den Hardshell-Helmen bewertet.

Nicht getestet wurden von Discountern angebotene Fahrradhelme, die oft nur 10-15 € kosten. Da auch diese Helme die EU-Norm erfüllen, kann man vermuten, dass sie auch nicht schlechter abgeschnitten hätten, als mancher Markenhelm.

Die amerikanischen Normen CPSC, ASTM F1447-12, SNELL B-90 sind etwas anspruchvoller als die europäische Prüfnorm. Die höchsten Anforderungen stellt SNELL B-95 (vgl. http://www.bhsi.org/standard.htm und http://www.bhsi.org/stdsummary.htm). Helme, die diese Normen erfüllen, sind in der Regel etwas schwerer als die europäische Ausführung. Daraus kann man schließen, dass es im Wesentlichen auf die Polystyrol-Schicht der Helme unter der Schale ankommt und andererseits das mögliche Gewicht und Volumen des Helms die Schutzwirkung begrenzen.

Wie alle derartigen Tests macht der ADAC-Test keine Aussage darüber, in welchen Situationen und bis zu welchem Grad ein Fahrradhelm überhaupt schützen kann. Geprüft wird lediglich die Einhaltung der einschlägigen Norm.

Schützen kann ein Helm nur dann, wenn er getragen wird, passt, richtig eingestellt und befestigt ist. Der Helm soll möglichst fest und unverrückbar auf dem Kopf sitzen und andererseits nirgendwo drücken. Die richtige Einstellung liegt auf dem schmalen Grat dazwischen.

Die Testergebnisse sind beim ADAC nachzulesen:
https://www.adac.de/infotestrat/tests/fahrrad-zubehoer-sport/fahrradhelme/fahrradhelme_2015/default.aspx
Siehe auch:
Mehr als eine Preisfrage, FAZ 2010.

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Auf Wiedersehen

Nachdem ich nun den letzten offenen Artikel fertig gestellt habe (wenn auch nicht mit dem erwünschtem Ergebnis), möchte ich mich von allen Leser*innen verabschieden, da jetzt höchstens noch Ergänzungen, Updates und Korrekturen folgen – so der Plan. Der erste Dank gilt dem Vorstand des Landesverbandes NRW für dieses Projekt, das mir ermöglicht hat, das Bloggen auszuprobieren. Dann danke ich natürlich auch allen Leser*innen für Kommentare, Anregungen und Hinweise in den Kommentaren und per E-Mail. Wer hin- und wieder weiterhin etwas von mir zum Thema Radverkehr lesen möchte, kann dies auf velocityruhr.net (unter der Artikeln findet man auch die Möglichkeit mir eine E-Masil zu schreiben) oder in Mobilogisch.

Wer mag, kann in den Kommentaren erzählen, welche Artikel ihr oder ihm am meisten interessiert bzw. gefallen haben.

 

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