Blogrundschau 2: Lesens- und Sehenswertes

Über den neuen Blog Presserad habe ich ja schon berichtet. Heute gab es das erste mal ein Lob:

Lobenswerte Pressemeldung (na also, es geht doch) POL-BN zeigt mal, wie man richtig textet und welche Folgen ein Fehlverhalten haben kann. Der Autofahrer/Täter steht im Mittelpunkt des Geschehens, er agiert, sein Fehlverhalten hat Konsequenzen. Vielen Dank liebe POL-BN für die erste vernünftige Pressemeldung mit Radfahrerbezug in 2014! (Link) * * Das war jetzt wirklich ein Lob, kein Sarkasmus.

Auf zwei Posts dort möchte ich noch kurz hinweisen:

  • In einem Beitrag verlinkt der Blog zu einem Video, dass den toten Winkel bei LKW verdeutlicht.
  • Zum Schmunzeln soll ein Screenshot von nicht so ganz optimal automatisch generierten Empfehlungen anregen.

Über einen weiteren Post bei Presserad bin ich auf einen Beitrag zum gleichen Thema von Andreas Edler aufmerksam geworden:  “Helle Kleidung reicht nicht mehr”. Er schreibt an die Lokalzeitung wegen verzerrender Berichterstattung:

Wie konnten wir bisher überleben? Ohne Lametta an unserer Kleidung? Schrecklich. Ich finde die Berichterstattung schlicht widerlich. Da kriege ich echt Herzklopfen. Kein Wort dazu, dass man in einer 30-Zone vielleicht mal besonders vorsichtig fährt. Nein, zu allem Überfluss “kollidierte der Fußgänger” in der Überschrift auch noch mit dem Auto. Auch im Artikel selbst kein Wort darüber, dass er angefahren wurde … vom Fahrer. Nein, er wurde vom linken Kotflügel “erfasst”. Als ob der Kotflügel das in Eigenregie gemacht hätte! Ich kann nicht verstehen, dass diese Berichterstattung von der Lokalpresse so völlig unreflektiert übernommen wird. Und ich kann die Polizei schon lange nicht verstehen!

Sein Leserbrief endet mit:

Das Abwälzen der Verantwortung auf die schwächsten Verkehrsteilnehmer zeigt lediglich das Unvermögen oder den Unwillen, an den eigentlichen Problemen etwas zu ändern.


Lastenräder sind gerade ein großes Thema. Gerade heute habe ich mit einem freien Journalist der Lokalzeit Dortmund – arbeitsbedingt – telefoniert, der gerade an dem Thema “dran” ist.

Inzwischen gibt es sogar dreispurige Lastenräder mit Neigetechnik, wie der Blog Radpropaganda berichtet.

Hinter dem Hersteller Butchers & Bicycles stecken drei Jungs aus Kopenhagen. Radpropaganda verweist netterweise auch auf den deutschen Hersteller Veleon hin, der etwas ähnliches macht.

Ich kenne den Blog Radpropaganda nicht weiter, mir fiel aber aber auf, dass man dort wohl gelungene Videos und Fotos mag. 🙂


Einem ganz anderem Thema wendet sich Irene Gronegger auf Maxvorstadtblog zu. Sie denkt darüber nach, warum es viele Geisterradfahrer auf Radwegen gibt und beschreibt etwas, dass Psychologen und Soziologen vermutlich Konditionierung nennen würden:

Ohne den Planungsirrtum namens Radweg wäre es gar nicht so weit gekommen, denn niemand fährt auf der Fahrbahn links. Wer Radwege baut und die Fahrbahn zum Revier der Motorisierten erklärt, erntet Gehwegradler und Geisterradler.

denn:

Offenbar begünstigt diese Politik der teils provisorisch anmutenden Zweirichtungsradwege, dass Radfahren gegen die Richtung von etlichen Radlern als völlig normal und unbedenklich wahrgenommen wird.

Das ständige Gehwegfahren dürfte ebenso zu Teilen “anerzogen” worden sein durch die für Radfahrer freie Fußwege, gemeinsame Fuß- und Radwege etc.

(via radverkehrspolitik.de)


Andrea Reidl gehtauf Velophil im Post “Tempo 30 für Pedelecs” der Frage nach, warum E-Bikes bei 25km/h abgeriegelt sein müssen, obwohl sie mit 30 km/h besser im Verrkehrsfluss mitschwimmen könnten innerorts.


Es gibt ja Blogs, über die man hin under wieder stolpert, die so sehr das Interesse wecken, dass man sie mal in Ruhe studieren will und dann wieder vergisst, bis man wieder auf sie stößt. urbanophil.net gehört bei mir zu dieser Liste. Dort bin ich auf den Artikel “Groningen – The World’s Cycling City” von Toni Karge gestoßen, in dem er auch dieses Video postet, dass sich wie das obere auf Vimeo findet, wo nicht jeder alles hochladen darf.


Wer eine Erklärung dafür sucht, dass er nur bei Facebook Fotos mit Gefällt-Mir-Klicks versieht, anstatt längere Blogartikel zu lesen, sollte mal in der Artikel “Wunschlisten, Wunschdenken und die Wirklichkeit” von Kathrin Passig schauen.


Und ganz zum Schluss noch ein Hinweis auf einen schon 1,5 Jahre alten Beitrag von mir zum Thema Verkehr bei graphitti-blog.de hinweisen. 🙂

avatar

Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Alltag, Gesundheit, Radverkehr abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Blogrundschau 2: Lesens- und Sehenswertes

  1. Pingback: Blogrundschau 3 | ADFC Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *