Alme-Radweg

Eine 67 km lange Tagestour von Brilon nach Paderborn

Mallinckrodthof

Im idyllischen und unter Naturschutz stehenden Mühlental entspringt in mehr als 100 Quellen die Alme. Eine wunderschöne Radroute beginnend im sauerländischen Brilon, begleitet ihren Weg über den Ort Alme bis zur Mündung in die Lippe bei Schloss Neuhaus in Paderborn.
Wir starteten zu zweit trotz schlechter Wetterprognose an einem Feiertag im Juni. Die DB brachte uns vom Ruhrgebiet über Hagen nach Brilon Wald. Von dort galt es auf einer Bundesstraße den Weg nach Brilon zu erklimmen. Diese ersten 5 km waren wenig beschaulich, sodass wir uns kurz vor Erreichen des historischen Marktplatzes den Weg dort hinauf klemmten und einfach dem Fahrradwegweiser mit unserem Zwischenziel Büren folgten. Der Weg war sehr gut ausgebaut, offensichtlich eine ehemalige Bahnstrecke, die uns über Wiesen, Felder und Wälder immer hinab in flotter Fahrt führte. Komisch war nur, dass die Infos zum Streckenprofil, nämlich eine anfängliche Steigung von ca. 80 Höhenmetern, nicht mit der tatsächlichen Wegstrecke überein stimmte. Schließlich wurde es uns immer mulmiger und das Hinweisschild der Kaiserroute (Aachen nach Paderborn) brachte endgültige Klarheit, wir waren auf der ausgebauten ehemaligen Bahntrasse und jetzigem Zubringer von Brilon zur Kaiser-Route. Was nicht sein kann ist doch so, von dem - pardon - kleinen Brilon starten zwei gut ausgebaute Fahrradrouten!

Blick in die Jesuitenkirche in Büren

So fuhren wir, jetzt nur etwas später, über einen Berg und erreichen Sidderingshausen und den gut ausgeschilderten Alme-Radweg. Der kleine Fluss im breiten Tal begleitete uns nun den ganzen weiteren Weg. Über viele Brücken und Brückchen fuhren wir durch einige beschauliche Orte an Gut Holthausen, einem ehemaligen Zisterzienserkloster vorbei und trafen auf einen Barfußpfad kurz vor  Büren. Erstmal ins klirrend kalte Tauchbecken mit den Füßen und barfuß den Pfad entlang. Kreislaufgestärkt  beeindruckte uns im Ort die Jesuitenkirche, eines der prächtigsten barocken Baudenkmäler in Westfalen. An der Nieder- und Mittelmühle vorbei führte der Weg zum Alme-Radweg zurück.
Eine Stunde später erklommen wir im niedrigsten Berggang die 12%tige Steigung zur Wewelsburg, der einzigen Dreiecksburg in Deutschland. Die Ausstellung zur Geschichte des Stiftes Paderborn war interessant. Ich habe etwas über den Jahreskreis des bäuerlichen Lebens erfahren und die Bedeutung von bestimmten Festen. Aus einer Untersuchung (17. Jahrhundert glaube ich) zu der Frage, warum die Protestanten zu mehr Wohlstand gekommen sind, ging hervor, dass die einen mehr gearbeitet und die Katholiken mehr gefeiert haben. Auch der Hellweg im ursprünglichen Zustand wurde gezeigt. Die Straßen der Römer waren dagegen schon sehr komfortabel und heutzutage dürfte danach niemand mehr meckern.

Wewelsburg

Der weitere Weg führte zeitweise an einer stillgelegten Bahntrasse und deren malerischen Brücken entlang. Immer wieder gab es etwas zu bestaunen, die Fahrt war sehr  kurzweilig und bot uns immer neue Eindrücke.
Gut für eine Kaffeepause war auch das im Ortsteil Nordborchen gelegene Cafe im Mallinckrodthof, ein ehemals herrschaftliches Fachwerkgebäude umringt von einer mit Bruchsteinmauer eingefassten Gräfte. Große und prächtige Bauerhöfe in der Gegend fielen mir durch die verwendeten hellen Kalksteine auf.
Kurz danach hatten wir aus zeitlichen Gründen die schwierige Entscheidung zu treffen Schloß Neuhaus zu sehen, oder Bummel durch Paderborn. Wir entschieden uns für Schloss Neuhaus und sein barocker Park sollte unser krönender Abschluss des trocken gebliebenen Radtages werden. Allerdings gefiel uns der Weg zum HBF doch noch besser, der Radweg wird durch die wirklich erlebenswerte Paderaue geführt.

Schloss Neuhaus, Fotos: Touristikzentrale Paderborner Land

Mittlerweile ist Brilon Stadt direkt mit der DB im 2 Std. Takt und vom mittleren Ruhrgebiet dank der Reaktivierung des Bahnanschlusses in weniger als 2,5 Std. zu erreichen. Aufgrund des Höhenprofils empfiehlt es sich, die Tour in der beschriebenen Richtung zu fahren (insgesamt 400 m Gefälle). In den Sommermonaten fährt zudem an Wochenenden die Fahrradbuslinie Almetal, eingesetzt zwischen Büren und Paderborn und lässt die Tour abkürzen.
Doro Kleine-Möllhoff

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