Ach, diese Kampfparker!

Bochum, Rathauskreuzung

Rathauskreuzung in Bochum an einem Markttag

Von den Autos auf diesem Bild sind maximal drei legal geparkt. Alle anderen parken falsch – auch die Polizei. Die Autos parken allesamt in einer Halteverbotszone, zum Teil auch auf dem Gehweg. Die drei möglicherweise legal geparkten stehen auf Behindertenstellplätzen, die einem ganz besonderen Zweck dienen.

Über den ganz besonderen Zweck dieser erst vor kurzem eingerichteten Behindertenstellplätze, hat die Verwaltung der Stadt Bochum jetzt informiert:

“Die Nachfrage nach Stellplätzen, insbesondere im Bereich der Rathauskreuzung ist jedoch sehr groß, so dass hier die bestehenden Verkehrsregelungen häufig ignoriert werden. Im Bereich vor dem City Point sind Behindertenstellplätze ausgewiesen worden, um damit eine Reduzierung der Parkvorgänge und bessere Befolgung der Verkehrsregeln zu erreichen.”

(Vorlage 20120656 zum Busverkehr auf dem Boulevard)

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Bochum richtet Behindertenstellplätze ein, um illegales Parken zu bekämpfen!

Ich hatte mir schon gedacht, dass genau diese Absicht dahinter steckt, als ich die neuen Markierungen vor einiger Zeit gesehen hatte. Nicht für möglich gehalten hätte ich aber, dass die Verwaltung ganz offiziell so argumentiert.

Was für ein Armutszeugnis.

Die Behinderung und Gefährdung der Radfahrer durch den überbordenden und großenteils illegalen Parksuchverkehr im Kreuzungsbereich und auf den angrenzenden Straßen, die für den Durchgangsverkehr mit dem Auto gesperrt sind, wird allerdings weiter billigend in Kauf genommen. Die Verwaltung erklärt sich für machtlos. Es sind einfach zu viele.

Herr Ramsauer, vielleicht sollten Sie anfangen, sich mehr um die Kampfparker zu kümmern?

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Über Klaus Kuliga

Seit 33 Jahren Arbeit an demselben Projekt: Aus Bochum eine fahrradfreundliche Stadt machen. Eine fahrradfreundliche Stadt ist eine Einladung zum Rad fahren. Immer, überall, für jeden.
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1 Antwort zu Ach, diese Kampfparker!

  1. avatar Robert Hildebrand sagt:

    Ich kenn sowas aus der Stadt, wo ih lebe, und das ganz offiziell. Auf der Straße hinter der Shopping-Mall befinden sich Fahrradfahrerschutzstreifen im absoluten Halteverbot. Das wird permanent missbraucht, damit Leute eben mal kurz bei der Post zB einen Brief einwerfen können. Einer mir persönlich gut bekannten Politesse wurde mitgeteilt, dass doort keine Knöllchen geschrieben werden sollen um Kundschaft nicht abzuschrecken…….

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