Test von Fahrradwerkstätten

Auch in diesem Jahr hatte ich als Leiter des FA Technik wieder für einen Fernsehsender einen Fahrradwerkstatttest durchgeführt. Letztes Jahr war es ein Test für den WDR in Werkstätten in Köln und Münster, dieses Jahr für den Sender SAT 1 in Düsseldorf.

Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend und schlechter als letztes Jahr. So fanden die Werkstätten nicht nicht den beschädigten Bremszug.

Für sinnvoll erachte ich es daher, dass der ADFC ein Faltblatt erstellt, das dem Kunden Hinweise für eine gute Werkstatt gibt. Eine schriftliche Auftragsannahme mit Kostenvoranschlag und eine saubere, aufgeräumte Werkstatt sind nur zwei Beispiele. Auch eine Zertifiezierung von Werkstätten durch den ADFC wäre eine Möglichkeit zur Qualitätsverbesserung, wobei ih derzeit nicht weiß, wie man dieses Vorhaben stemmen kann.

Ich überlege auch, zu diesem Thema einen Workshop beim nächsten ADFC-Forum in Oberhof anzubieten.  – Was meint ihr?

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Stephan Behrendt

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Über Stephan Behrendt

Leiter FA Technik, im Vorstand des KV Köln Rentner und selbsternannter Chefönologe des ADFC. Meine längste Radreise führte mich 2010 für drei Monate in den indischen Himalaja auf 5.500 m. Ich schrieb den Radwanderfüher Mosel im Bruckmann-Verlag.
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9 Responses to Test von Fahrradwerkstätten

  1. avatar Ingo sagt:

    3 Werkstätten zu testen und dabei zufällig 3 zu erwischen die alle denselben Fehler machen, mag für eine Berichterstattung im Privatfernsehen taugen. Allgemeine Schlüsse daraus ziehen würde ich jedoch nicht. In den letzten 4 Jahren war ich (umzugsbedingt) bei 5 verschiedenen Werkstätten / Fahrradhändlern. Bei 3 davon war ich sehr zufrieden, beim 1 immerhin noch zufrieden und nur bei 1 würde ich nicht mehr hingehen. Wenn man an das Thema ran geht, dann bitte richtig und eine statistisch relevante Menge Werkstätten testen. Dann kann man immer noch schauen ob Handlungsbedarf besteht.

    • avatar Stephan Behrendt sagt:

      Hallo Ingo,

      es handelt sich in meinem Beispiel um den letzten einer Reihe von ähnlichen Tests in den vergangenen Jahren – nicht nur mit mir und gerne auch mit dem WDR – mit ähnlichen Ergebnissen. Beim Fahrradkauf sieht es nicht besser aus. Du hast vielleicht Glück gehabt oder du bist ein Kunde, der sich optimal vorbereitet, bevor er sein Rad zur Reparatur bringt.

      “Ich verkaufe keinen NaDys. Die gehen kaputt, wenn man das Rad rückwärts schiebt” war die Antwort eines größeren Händlers auf meine Frage, warum er der Testkäuferin eines Alltagsrads nur Räder mit Seitenläufer empfohlen hatte. Funktionsuntüchtige Bremsen bei gerade reparierten Rädern habe ich schon mehrmals mit eigenen Augen gesehen.

      Mögliche Probleme fangen doch schon an, wenn kein schriftlicher Werkstattauftrag geschrieben wird und hinterher trefflich gestritten werden kann, was denn vereinbart war. Das ist mir selber schon passiert.

      Die Verbände selber beschäftigen sich mittlerweile auch mit dem Problem. So zertifiziert der VSF neuerdings eigene Werkstätten, in denen aber trotzdem noch Fehler passieren. Mit anderen steht der ADF im Kontakt.

      Es geht in meiner Idee nicht darum, dass der ADFC einzelne Händler an den Pranger stellt. Vielmehr ist die Idee, dass Werkstätten und Kunden reibungsloser miteinander und fehlerärmer miteinander umgehen. Das ist ganz praktischer Verbraucherschutz, wie es die Satzung des ADFC fordert.

      Stephan

  2. avatar Jan Bartels sagt:

    Eine Zertifizierung ist tatsächlich mit sehr hohem Aufwand verbunden. Vor allem ist es ja kein einmaliger Aufwand, sondern sie muss alle paar Jahre wiederholt werden. Ich glaube nicht, dass wir das als ADFC stemmen können. Ein Faltblatt, was bei einem Reparaturauftrag zu berücksichtigen ist, ist eine sehr gute Idee und mit deutlich geringerem Aufwand machbar.

    Ich bin übrigens sehr zufriedener Kunde bei 2 Fahrradhändlern (jedes Fahrrad hat bei mir seine eigene Werkstatt ;-) ): Es sind beides kleine Familienbetriebe ohne Angestellte. Da hatte ich bislang noch nie Probleme mit der Qualität oder dem Umfang. In der Regel kann ich allerdings vorher auch sehr genau sagen, was gemacht werden soll, und kann die Arbeit nach der Reparatur schnell überprüfen. Der eine Händler ist nicht hier vor Ort. Dort vereinbare ich normalerweise einen Termin und kann sogar auf die Reparatur warten, weil es sich zeitlich nicht lohnen würde, mit Öffis nach Hause zu fahren. Treten Fragen auf, lassen sie sich natürlich gleich klären.

    Allerdings habe ich früher auch schon miserable Werkstattqualität erlebt, als ich noch Kunde bei einem anderen, größeren Handler war. Nachdem mir irgendwann nach einer Reparatur die Gewindegänge einer Mutter entgegenbröselten, hat der Händler mein Fahrrad nie wieder gesehen.

  3. avatar Peter sagt:

    wäre Super wenn eine Zertifizierung der Werkstätten kommen könnte.

  4. avatar Klaus Dieter Petermann sagt:

    Habs auch so erlebt, das bei meinem Pedelec billige Fahrradketten vom Händler aus verbaut wurden. Nach 850km wollte er ne neue einbauen. Diese Art von ” Kundenbindung ” mag ich gar nicht. So gibt es gleich bei mir um die Ecke von einer Fa. aus Hagen verstärkte Fahrradketten für Fahrräder auch für die mit E – Antrieb. Mache jetzt zu 90% alles selbst. Wie, das spezielle Wissen hab ich mir aus dem Netz geholt und früher hatte ich mal Maschinenbau studiert ;)

  5. avatar paul czickus sagt:

    Fahrrad Werkstätten sind wirklich sehr unterschiedlich. Die einen verlangen einen fairen Preis und machen gute Arbeit. Andere verlangen viel zu viel Geld und machen schlechte Arbeit. Leider gibt es alles auf dem Fahrradmarkt in Deutschland.

  6. avatar Klaus Lang sagt:

    Hallo zusammen,

    ich würde mir wünschen das der ADFC auf die Fahrradhändler/ Verbände zugeht und man gemeinsam eine Lösung sucht und sich auf den Weg macht. Das Thema Werkstatt- Qualität, Preis und Organisation- ist auch in den Verbänden wie z.B. dem VSF selber ein Riesenthema. Wer die letzten Ausgaben von Velobiz, Radmarkt und anderen speziellen Radzeitungen für den Handel gelesen hat wird mir da zustimmen. Mit kurzen Worten: Alle sind auf der Suche nach einer Lösung, aber den Königsweg wird es nicht geben. Im Sommer bei riesigem Andrang und im Winter bei lauen Geschäften wird es auch bei der Rep.- Annahme immer massive Unterschiede geben.

    Herzliche Grüße in die Runde
    Klaus

    • avatar Stephan Behrendt sagt:

      Groß ist die der Qualitätsunterschied bei Reperaturen an Stromrädern.
      Nicht jeder Händler nutzt zur qualifizierten Reparaturdurchführung die Fortbildungen der Hersteller und jammert stattdessen über die Produktqualität.

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