Good Morning America, how are you?

Eindrücke von 3.600 Kilometern von Key West, Florida, zur Hauptstadt Washington D.C. mit dem Fahrrad – April 2012

„Kann man in den USA überhaupt Fahrrad fahren?“ Eine Frage, die uns häufig von Freunden und Bekannten gestellt wurde, als wir von unseren Radreiseplänen erzählten: Yes, we can! Und das schon zum zweiten Mal. 2008 waren wir von Vancouver (Kanada) entlang der Westküste durch die US-Staaten Washington, Oregon und Kalifornien nach Los Angeles geradelt. Nach den 2.500 grandiosen km Westküste wollten wir im Frühjahr 2012 die Ostküste und die Südstaaten der USA per Rad erkunden.

Ende März flogen wir von Düsseldorf nach Fort Myers in die südliche Spitze Floridas. Unsere eigenen Räder – gut eingepackt in Luftpolsterfolie – nahmen wir für einen Aufpreis von je 50 EUR mit. Nach rund 10 Stunden Flug kamen wir gut gelaunt bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen in Florida an. Schnell die Lenker justiert, Pedalen und Bremsscheiben wieder angeschraubt, im vorgebuchten Motel eingecheckt und dann noch eben ans Meer (Golf von Mexiko) geradelt, um den Sonnenuntergang bei ein paar Willkommensbieren zu genießen.

Am nächsten Tag ging dann unsere Radtour richtig los: Früh morgens fuhren wir mit dem Schnellboot von Fort Myers Beach zum südlichsten Punkt von Kontinental-USA nach Key West, der äußersten Insel der Florida Keys; Räder mitnehmen ist kein Problem. Die Fahrt hatten wir von Deutschland vorgebucht, Internet macht vieles bequem möglich…
Die Florida Keys sind flache grüne Inseln im türkisgrünen Golf von Mexiko, von Mangrovenwäldern umsäumt, per Straße und zahlreichen Brücken untereinander und mit dem Festland verbunden. Erster Eindruck in Key West: Malerisch bunte Holzhäuser, Palmen überall, karibisches Flair. Nach einem kurzen Blick auf das Wohnhaus von Ernest Hemingway – jetzt Museum – und einem vergeblichen Versuch, das knapp 100 Meilen entfernte Havanna (Kuba) am Horizont zu entdecken, starteten wir dann per Bike ab dem „Southernmost Point“ auf dem alten Highway 1 Richtung Norden. Meistens befindet sich an der Straßenseite ein ausreichend breiter Seitenstreifen, oft als Radweg ausgeschildert, also einfach zu befahren.

Die Reisezeit hatten wir optimal gewählt: Warmes Wetter, jedoch keine drückende Schwüle, die spätestens ab Mitte Mai den Süden der USA mehr oder weniger lahmlegt. Neben viel Sonnenschein stand auch meistens der Wind richtig. Zahlreiche Informationen zum Radfahren im Internet empfehlen deshalb, an der Ostküste von Süd nach Nord zu radeln, im Gegensatz zur Westküste, wo die umgekehrte Richtung von Nord nach Süd empfohlen wird. Und Glück hatten wir auch – bei 36 Tagen nur einen richtig verregneten Tag.

Nach drei Tagen Florida Keys mit wunderschönen Wasserfarben von tief dunkelblau bis zu den verschiedensten Türkistönen sowohl im Golf von Mexiko wie auch im Atlantik erreichten wir bei Biscayne die Everglades und damit die Südspitze von Florida. Unser Weg führte uns weiter über Miami, Fort Lauderdale, Palm Beach entlang der Küstenstraße nach Norden.

Florida setzt zunehmend auf den Fahrradverkehr. Natürlich ist das Auto weiterhin das Fortbewegungsmittel Nummer eins, jedoch sind besonders an den Wochenenden zahlreiche Freizeit- und Hobbyradler mit ihren Rennrädern unterwegs. Als reicher US-Staat kann Florida es sich erlauben, nahezu alle Straßen mit großzügigen Radstreifen auszustatten.

Insgesamt verläuft der Verkehr in den USA viel stressfreier und ungefährlicher als in Europa. Tempolimit und die sehr strenge Überwachung des Verkehrs lassen kaum Ängste aufkommen, auch wenn mal eine mehrspurige große Straße oder ein Highway mit dem Rad befahren werden muss. Unsere Fahrradkarten (siehe Infokasten) führten uns jedoch nahezu perfekt über vorhandene Radwege oder kleine Nebenstrecken jenseits der großen Highways und Überlandstraßen, die wir sonst nur aus den unzähligen US-Spielfilmen und Serien kennen.

Wer Fahrrad fährt, weiß: Es ist das perfekte Reisetempo. Schnell genug, um richtig Strecke zu machen, aber langsam genug, um z. B. jede Menge Tiere zu sehen. Der Südosten der USA ist reich damit gesegnet. Große Leguane flohen vor dem Geräusch unserer Reifen, später in den Küstensümpfen des Festlandes mit lautem Platschen auch Alligatoren und Sumpfschildkröten. Von der „7-Miles-Bridge“ der Florida Keys aus sahen wir Delphine, und sogar eine Meeresschildkröte abtauchen. Pelikane im Formationsflug begleiteten uns die ganze Küste entlang bis zum Ziel; träge vor uns weghüpfende Geier kündeten von einem neuen Tierkadaver am Straßenrand, noch bevor der stechende Geruch in unsere Nasen stieg.

Nach den stillen Keys erschien uns die quirlige Hochhaus-Welt Miamis etwas gewöhnungsbedürftig. Man kann die Stadt ruhig durchradeln, um vielleicht ein wenig „Miami Vice“-Feeling zu erhaschen und einen Blick auf die berühmten bunten Art Deco-Häuser nahe der Strandpromenade zu werfen – ansonsten fanden wir es dort überteuert (obwohl die berüchtigte „Spring Break“ mit ihren zahllosen College-Touristen schon fast vorbei war) und wenig aufregend. Übernachten lässt sich besser an den schönen Stränden etwas weiter nördlich, wo der Wechsel der Ortschaften nur am Schild zu erkennen ist, so eng folgen sie aufeinander.

Hier beginnt auch ein richtig netter Radweg: Ein paar km direkt an der Strandpromenade entlang, vorbei an zahllosen Cafés, Menschen auf jeder Art von Fahrrad und filmreif hübschen „safeguards“ namens Clayton oder Jeff. Alle sind gut drauf, auch die berittenen Sheriffs. Wir gönnen uns eine Radpause mit frischen Mangos im Schatten einer Palme am Strand. Wassertemperatur: absolut badetauglich. Ab und zu hüpfen wir an abgelegenen Stellen, wilden kleinen Naturparks, kurz in die türkisgrünen Wellen, passen aber auf mit der Sonne: Sie macht schnell zu träge und schlapp zum Radfahren.

Allmählich lösen Bäume die Mangrovensümpfe ab. Immer wieder radeln wir auch lange, eintönige, gerade Strecken, auf denen jeder seinen Gedanken nachhängt. Zwischendurch „residentials“, private Wohngebiete, mit sagenhaft luxeriösen Villen, die über eigene Marinas mit diversen Booten und separate Eingänge für das Dienstpersonal verfügen. Ein Bild, das im Kopf bleibt und sich die ganze Ostküste entlang wiederholt, ist ein Mensch, der mit einem Rasenmäher-Traktor Bahn für Bahn die gigantischen Rasenflächen rund um die Häuser mäht – eine Szene wie aus „Forrest Gump“.

Später, vor allem im armen South Carolina, würden wir auch das genaue Gegenteil sehen: vermüllte Grundstücke, ärmlichste Behausungen und halb verfallene Trailer, die in abgelegenen ländlichen Gegenden von schwarzen, aber auch armen weißen Südstaatlern bewohnt werden. Die USA sind bekanntlich ein Land der krassen Gegensätze, das ist auf der Radtour hautnah zu erleben.

„Where you from?“ Sprichwörtlich ist die Freundlichkeit und Kontaktfreude der Amerikanerinnen und Amerikaner – sehr angenehm für uns Reisende. Wo immer wir halten, um uns z.B. mit Riesenbechern Cola mit viel Eis abzukühlen, werden wir neugierig angesprochen. Wer mit dem Rad fährt ist ein Exot, keine Frage, aber auch unverdächtig und irgendwie sympathisch. Oft reagieren die Leute ungläubig, fast verständnislos auf unsere Kilometer -und Zielangaben: „You’re kidding?!“ Manchmal tut die Bewunderung auch ganz gut … Wir treffen viele herzliche Leute, werden zu kalten Drinks eingeladen und tauschen Email-Adressen aus. Erstaunlich viele waren schon in Europa, auch in Deutschland – als Touristen, Geschäftsreisende oder Angehörige des Militärs. Small talk makes the world go round.

Weiter geht’s Richtung Grenze zu Georgia, immer gen Norden entlang der Atlantikküste. Wir radeln durch wunderschöne Landschaften aus Salzmarschen voller Stelzvögel, gesäumt von struppigen Palmen, Lagunen mit Sandbänken und kleinen Dünen. Eine echte Überraschung ist die bei Amerikanern beliebte Stadt St. Augustine, die mit ihren Kirchen, kleinen Gassen und dem wuchtigen Fort geradezu europäisch anmutet.

In Georgia und später in South Carolina begegnen wir dem alten Süden, wie man ihn sich vorstellt: Duftende Pinienwälder, üppiges Grün, alte Holzhäuser mit Veranden ringsum, auf denen Schaukelstühle stehen. Abgeerntete Baumwollfelder. Unzählige kleine Kirchen im „Bible Belt“ der USA, dem „religiösen Gürtel“; wir versuchen eine Fotoserie und kapitulieren vor der Menge der Motive. Die von der ACA („Adventure Cycling Association“, amerikanischer Fahrrad-Verband) empfohlene Radstrecke durch Georgia führt weg vom Meer und den sumpfigen Flussmündungen. Wir radeln durch schattige Alleen aus Steineichen, von denen das spanische Moos in dichten Fahnen herunterhängt. Diese Gegend war Inspiration für das Südstaaten-Melodram „Vom Winde verweht“ (das dann aber doch in Hollywood gedreht wurde). Zwischendurch viel Einöde, kleine ländliche Straßen mit kaum Verkehr, schäbige kleine Snackbars namens „Ponderosa“ mit an die Tür geheftetem „No Weapons“-Sign – keine Waffen bitte! Die Küste mit ihren Villengegenden ist weit.

An eines muss man sich in den USA gewöhnen, wenn man in irgendeinen beliebigen Ort hineinradelt: Es gibt kein Zentrum wie in den europäischen Städtchen (Kirche, Marktplatz, Bäcker, Kneipe, Gasthaus), das die Orientierung erleichtert. Shopping Malls entlang der Hauptstraße, endlose kleine Geschäfte … am besten ist es, man radelt zu einer „Junction“, einer Kreuzung von Landstraße, Highway oder Ähnlichem. Dort gibt es Tankstellen zur Erstversorgung mit Lebensmitteln, Motels, Fast Food Restaurants – wichtig, wenn man müde irgendwo ankommt!

Übrigens kann man, anders als an der rauen Westküste, gut abends draußen sitzen und lecker Fisch essen, mit einem pitcher (Krug) kaltem Bier dazu. Herrlich nach einem Tag im Sattel.

Savannah, Georgia, erlaubt als eine der ganz wenigen Orte den Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum – wir steigen verschwitzt vom Rad und genießen zum Abschluss des Tages mit Blick auf die immerhin rund 150 Jahre alten Speicher ein kaltes Bier, an der Pier am Hafen sitzend. Eine wirklich sehenswerte Stadt.

Noch beeindruckender finden wir Charleston, South Carolina. Die verschwenderisch verzierten, riesigen Luxus-Villen ließen reiche Pflanzer für ihre Familien bauen, damit sie eine Weile der stickigen Schwüle und den Moskitos im Landesinneren entkommen konnten. Es ist ein Vergnügen, ziellos durch die Straßen zu radeln – die beste Art in unseren Augen, eine Stadt zu entdecken. In den armen Vororten wohnen die Schwarzen. Der Sklavenmarkt, damals an der ganzen Küste berüchtigt, ist heute ein Museum. Wir nehmen uns Zeit, herauszufinden, wie die Amerikaner die dunklen Seiten ihrer eigenen Geschichte darstellen.

Je weiter wir nach Norden kommen, desto spürbarer werden die Jahreszeiten; zumindest morgens und abends wird es merklich kühler. Und umso schlechter werden die Radfahrmöglichkeiten. Nach dem fahrradfreundlichen Florida sind die vielen Straße ohne jeden Seitenstreifen in South Carolina oft nervend, wenn auch nicht gefährlich.

North Carolina ist wohlhabender und weniger „schräg“ als South Carolina – es gibt auch wieder mehr Seitenstreifen, die wir als Radler gern nutzen. Der Radweg wird über die „Outer Banks“ geführt – windzerzauste, schmale und sandige Landstreifen zwischen dem großen Haff und dem offenen Meer. Zwischen den „Banks“ verkehren Fähren. Die Landschaft ist reizvoll, karg, gesäumt von großen Dünen und einsamen Stränden, an denen Meeresschildkröten nachts ihre Eier ablegen. Hier haben die Brüder Wright ihre Flugversuche gemacht. Hier erwischt uns ein Kälteeinbruch mit Sturm und Regen, der nach wenigen Minuten in die Schuhe läuft – da muss man durch.

Und hier treffen wir Joe und Martha, ein kalifornisches Paar, das wie wir die Küste entlang nach Norden radelt. Die Packtaschen sind das untrügliche Erkennungszeichen, natürlich spricht man sich an.

Aus einem kurzen Austausch an der „Kangaroo“-Tankstelle irgendwo in der Einöde wird ein Treffen am Abend – und dann eine gemeinsame Fahrt von mehr als zwei Wochen. Die beiden sind über 60, begeisterte Radler, und reisen mit je einer Fiedel, die senkrecht aus der Packtasche ragt, und einem MacBook. Unsere Themen sind endlos. Wir haben alle vier das Gefühl, Freunde fürs Leben gefunden zu haben.

In den „rolling hills“, den Hügeln von Virginia,sammeln wir die ersten ernstzunehmenden Höhenmeter. Wir radeln an Bürgerkriegsschauplätzen vorbei, wo einem auf Knopfdruck ein bisschen heroischer Kanonendonner per Lautsprecher um die Ohren kracht. Die Morgen werden kühl bis kalt, der Frühling ist merklich noch nicht lange eingezogen. Wälder und einsame Farmen – das „Exotische“ der Südstaaten haben wir schon hinter uns gelassen. Die kleinen Straßen sind aber wunderschön gewunden und gut zu radeln.

Bei strahlender Sonne erreichen wir unser Ziel, die Hauptstadt Washington D.C. (District Columbia). Ein kilometerlanger, sehr schön geführter Radweg entlang des Potomac River bringt uns geradewegs ins Zentrum. Rund um die „Mall“ zu radeln mit Blick auf all die bekannten großen Wahrzeichen und Monumente ist ein grandioses Gefühl. Mittlerweile gibt es geführte Radtouren durch die Stadt (die viel zu weitläufig zum Laufen ist) und gute breite Radwege. Ein Abschiedsdinner mit Martha und Joe, dann geht’s per Rad zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin können wir problemlos Luftpolsterfolie kaufen (vorher im Internet gecheckt), um unsere Räder für den Rückflug wieder zu verpacken.

Was bleibt, sind wunderschöne Erinnerungen, eine Flut von unsortierten Fotos und die Idee, Martha und Joe mit dem Rad in Kalifornien zu besuchen oder den „Rest“ der Ostküste bis an die kanadische Grenze hoch zu radeln…. Aber das wird eine neue Geschichte.

Kleine Reisestatistik

  • zurückgelegte Kilometer: 3.600 (im Schnitt 100 km pro Tag)
  • Höhenmeter: pottflach außer den Brücken und den Abschnitt Virginia (500-800 hm pro Tag)
  • 4 Reifenpannen
  • Übernachtungskosten (meist Motels) von umgerechnet 35,- bis 130,- € pro DZ
  • Reisezeit: 5 1/2 Wochen, Ende März bis Anfang Mai
  • Wetter: von teilweise über 30° in Florida bis 15° z.B. an den „Outer Banks“ von North
    Carolina. Hauptsächlich Sonne, nur 1 richtiger Regentag. Wind: häufig aus südlich/
    südwestlicher Richtung, also viel Rückenwind

Infos zum Radfahren in den USA

Verkehr
Der Autoverkehr läuft in den USA viel zivilisierter ab als in Europa. Scharfe Geschwindigkeitskontrollen mit drakonischen Strafen sorgen für wenig Rowdytum. Nahezu alle Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll, der Schwächere hat Vorfahrt – und Amerikaner scheuen potenziell teure Versicherungsfälle. Der radfahrende Amerikaner (eher selten) hält sich kaum an die Verkehrsregeln, so dass der Autofahrer lieber Abstand vom Rad hält. Ohne Licht, nachts auf der verkehrten Fahrbahnseite in Washington DC unterwegs, war für die Polizei (state trooper) kein Anlass, einen Radler zu stoppen.

Karten
Fahrradkarten, bzw. Radtourenkarten, gibt es bei der Adventure Cycling Association (www.adventurecycling.org). Die ACA hat zahlreiche Radrouten durch die USA im Programm, alleine drei „cross continent“. Die wasserfesten Karten zeigen detailliert die Route an, inzwischen sind mehr als 60.000 km Fahrradrouten auf kleinen Landstraßen oder Radwegen kartographiert. Neben der Fahrradroute gibt es auch Angaben zu Höhenmetern, Unterkünften & Campingplätzen, Einkaufsmöglichkeiten, Fahrradwerkstätten etc. Ein Adressverzeichnis erleichtert die Suche nach Unterkünften. (Siehe dazu zwei Beispiel-Abbildungen aus dem Karten-Set.)
Der amerikanische Automobilclub AAA (www.aaa.com) gibt Straßenkarten für die einzelnen US-Staaten heraus. Die helfen, den Überblick im riesigen Land zu behalten. Karten sind leicht und preiswert über Internet bei eBay oder Amazon zu bestellen. Für die Region Washington DC gibt es eine spezielle „Bike Map“, die zahlreiche Bike-Trails und -Routen auflistet.
Zu empfehlen ist auch ein Navigationsgerät mit Karten vom openstreetmap-Projekt.

Unterkunft und Verpflegung
Die meisten Amerikaner übernachten in Motels. Diese finden sich nahezu an jeder Autobahn (Interstate) Abfahrt und an sonst wichtigen Knotenpunkten von Highways. Dazu gehören dann auch immer mindestens eine Fastfoodkette, eine Tankstelle und meistens auch eine Shopping-Mall. Nicht eben hübsch aber zumindest praktisch. Die Nahversorgung mit Lebensmitteln erfolgt über Tankstellen. Zwar ist das Preisniveau ein bisschen höher als in den großen Supermarktketten, jedoch keine Apothekenpreise wie an deutschen Tankstellen. Amerikaner sind viel unterwegs – das Angebot ist darauf zugeschnitten: Immer (plörriger) Kaffee, Soft Drinks in gigantischen Bechern inkl. Eis, warme Snacks „to go“ und neuerdings auch Obst, prima für RadlerInnen. Camping ist in den USA eher selten, jedoch ausgezeichnet auf den ACA Karten ausgewiesen. Übernachtungen in Bed & Breakfast und im Hotel gehören in den USA zu den teuren Varianten. Kosten für einfache Unterbringung im Motel ab ca. 50 EUR pro Zimmer möglich (inklusive Steuern aber oft ohne Frühstück – das reicht ansonsten vom Automatenkaffee plus Muffin im Stehen bis zum Frühstücksbuffett). An Wochenenden und Feiertagen ist „America on the road“. So empfiehlt es sich, zu reservieren. Eine kostenlose Stornierung ist bei den großen Motel-Ketten meistens bis 18 Uhr möglich.

Plus für RadfahrerInnen: Selbst in besseren Motels kann das Fahrrad mit aufs (große) Zimmer genommen werden – über die dicken Teppiche durften wir sogar unsere nassen und schmutzigen Räder schieben…

Hinweis: Die meisten Amerikaner stehen früh auf und essen abends schon ab ca. 17:00! Das sollte bei der abendlichen Planung berücksichtigt werden.

Proviant: Da es passieren kann, dass auf einsamen Strecken auch mal 80 km keine Einkaufsmöglichkeit in Sicht kommt, sollten immer genügend Wasser und ein Snack in der Packtasche sein.

Anreise
Flüge bequem von Düsseldorf mit Air Berlin nach Fort Myers (Flugzeit ca. 10 Std), Zurück von Washington DC oder Baltimore nach Frankfurt. Fahrradtransportkosten ca. 50 EUR pro Flug. Zeitverschiebung: 6 Std. Fähre von Fort Myers nach Key West: 206,-$ für 2 Pers. inkl. Räder (nach damaligem Kurs 155,-€) – vorab tel. reserviert (evt. auch online möglich) und vor Ort bezahlt.

Tipps
Kostenloses WLAN („Free WiFi“) gibt es in den meisten Unterkünften, zahlreichen Restaurants und auch in öffentlichen Büchereien, so dass es sich lohnt mit Smartphone, Tablet oder Netbook online zu sein, um Übernachtungen zu reservieren, den Wetterbericht zu checken oder um Kontakt mit der Heimat zu halten. Facebook hilft, die zahlreichen Freundschaften, die unterwegs geschlossen werden, zu „verwalten“.

Handy: Praktisch ist es (z.B. für Reservierungen etc.) eine für die USA gültige SIM-Karte vor Abreise via Internet zu kaufen.

Sonne und Mücken: Sonnenlotion mit sehr hohem Schutzfaktor und Mückenabwehrmittel sind anzuraten.

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Über Dominik Kegel

Jahrgang 1961, arbeitet als bike-guide / Fahrradreiseleiter; seit 1984 Mitglied im ADFC, ist Tourenwart des ADFC Düsseldorf, verantwortlich für den Düsseldorfer Newsletter, besitzt kein Auto aber eine bahncard 50. Du erreichst Dominik am besten per eMail: dominik.kegel@gmx.de oder +49 1515 616 0 636
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6 Antworten zu Good Morning America, how are you?

  1. avatar Hans Köster sagt:

    Hallo

    Ich bin Fernreisender mit dem Rad, Amerika westküste, vietnam, Kuba, Thailand. Im November will ich mit meinem Freund in den Süden USA. Wichtig Windrichtung, Camping, Schönheit der Route. Bin 69, mein Freund 75. Letzte Tour in 11/2014 Kuba Holguin Vinales, immer Rückenwind.
    Ich würde mich über eine Antwort freuen
    Hans Köster

    • avatar Dominik Kegel sagt:

      fahr von süd nach nord, dann hast du rückenwind. an der west küste der usa ist es genau anders rum: da lieber in vancouver starten und nach san diego radeln.

  2. avatar Hajue sagt:

    Ein ganz toller Bericht. Mit einigen guten Tipp´s.
    Ich werde wohl im Januar 2016 starten und plane eine
    8 – 10 wöchige Rundreise (www.hajue-on-tour.com.

  3. avatar Jockel sagt:

    Hi!Es ist kein Kommentar, obwohl ich den Bericht gut finde. Wer hat Fahrrad-Infos über die Strecke New Orleans bis zur Mexikanischen Grenze, von Matamoros nach Belize? Na ja, ist ja ein Versuch auf diesem Wege Infos zu bekommen. Gruß, Jockel

  4. avatar Bastian sagt:

    Hallo Dominik,
    das hört sich alles sehr spannend an! Kann ich ihnen direkt eine E-Mail schreiben mit meinen Fragen die ich noch so habe vor meiner eigenen Reise? Wäre super ;D
    VG aus Hannover

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