Radfahrer subventionieren den Autoverkehr – Babys auch.

... und alle zahlen mit für den Autoverkehr.

… und alle zahlen mit für den Autoverkehr.

Autofahren ist teuer. Das weiß jeder Autofahrer und die Klagen darüber klingen uns dauernd in den Ohren: Benzinpreis-Rekorde, Drohungen mit Pkw-Maut oder City-Maut, hohe Parkgebühren und Überwachungs-Abzocke aller Orten.

Weniger häufig sind Klagen über die Kosten des Autoverkehrs von Seiten der Fußgänger, der Radfahrer und des ÖPNV. Dabei hätten sie allen Grund dazu.

Zwar steigen die Gebühren für Bus und Bahn stetig an, doch über die Kosten des Autoverkehrs klagen die wenigsten Nicht-Autofahrer.

Eine neue Studie der TU Dresden, veröffentlicht im Dezember 2012, kommt zu dem Ergebnis:

Im Durchschnitt belastet jeder Autofahrer in den 27 Mitgliedsstaaten der EU, andere Personen, andere Länder oder andere Generationen mit 750 € pro Jahr.

  • Jedes Auto in der EU erzeugt im Durchschnitt ungedeckte Kosten in Höhe von 1.600 € pro angemeldetem Fahrzeug und Jahr.
  • Für die EU-27 beläuft sich die Gesamtsumme der ungedeckten Kosten im Zusammenhang mit der Autonutzung auf 373 Milliarden € pro Jahr.
  • Eine Studie der Allianz pro Schiene bezifferte die ungedeckten Kosten im Mai 2012 sogar mit jährlich 474 Milliarden Euro.
  • Im Durchschnitt bezahlt jeder EU-Bürger daher 750 € bis 950 € Auto-Subventionen pro Jahr – egal ob er Autofahrer ist oder nicht.

41% dieser externen Kosten sind auf Unfälle und 37% auf den Klimawandel zurückzuführen. Die verbleibenden 22% verteilen sich auf Luftverschmutzung, Lärm und andere Effekte.

Das sind die verborgenen Kosten des Autoverkehrs, die wir alle bezahlen müssen, egal, welches Verkehrsmittel wir nutzen, völlig unabhängig von unserem eigenen Verhalten. Kostenwahrheit im Autoverkehr ist ein exzellentes Argument für mehr Fußwege, mehr Radverkehr und Bus und Bahn.

 

Die Studie der TU Dresden: Externe Kosten für die Nutzung von Autos in der EU-27

Allianz pro Schiene: Steuerzahler fördern Straßenverkehr, ohne es zu wissen.

Die Studie der TU Dresden wurde erstellt im Auftrag der Grünen im Europäischen Parlament

 

 

Über Klaus Kuliga

Seit 33 Jahren Arbeit an demselben Projekt: Aus Bochum eine fahrradfreundliche Stadt machen. Eine fahrradfreundliche Stadt ist eine Einladung zum Rad fahren. Immer, überall, für jeden.
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1 Antwort zu Radfahrer subventionieren den Autoverkehr – Babys auch.

  1. Vielen Dank, Klaus Kuliga, für diesen klugen Blog! Ich wiederhole den letzten Satz:
    Kostenwahrheit im Autoverkehr ist ein exzellentes Argument für mehr Fußwege, mehr Radverkehr und Bus und Bahn.” Das Wort Kostenwahrheit kannte ich noch nicht. Man kann es auch in anderen Bereichen anwenden, aber hier passt es besonders gut!

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