Letzte Critical Mass Dortmund im Jahre 2013

Radfahrer biegen bei Critical Mass auf den Borsigplatz ein.

Critical Mass am Borsigplatz (Foto: Norbert Paul)

Am Freitag fand die letzte Critical Mass Dortmund (CM) für dieses Jahr statt. Nachdem ich in letzter Zeit mehrere Diskussionen geführt habe über CM und ich prognostizierte, dass ich meine Zeit heute Abend vermutlich eh nicht sinnvoll im Neuland vertrödelt würde,  habe ich mich ohne Begleitschutz und doppelten Boden dort hin getraut. 🙂

CM nutzt dabei den § 27 der StVO:

(1) Für geschlossene Verbände gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß. Mehr als 15 Rad Fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. […]

(2) Geschlossene Verbände […] müssen, wenn ihre Länge dies erfordert, in angemessenen Abständen Zwischenräume für den übrigen Verkehr frei lassen; an anderen Stellen darf dieser sie nicht unterbrechen.

(3) Geschlossen ist ein Verband, wenn er für andere am Verkehr Teilnehmende als solcher deutlich erkennbar ist. Bei Kraftfahrzeugverbänden muss dazu jedes einzelne Fahrzeug als zum Verband gehörig gekennzeichnet sein.
[…]
(5) Wer einen Verband führt, hat dafür zu sorgen, dass die für geschlossene Verbände geltenden Vorschriften befolgt werden.
[…]

Bevor ich das Phänomen in den nächsten Tagen hier noch näher diskutieren möchte, hier erst einmal ein paar Eindrücke.

Start der Critical Mass

Start der Critical Mass (Foto: Norbert Paul)

Lichter der Räder der Teilnehmer der Critical Mass

Chritical Mass on tour (Foto: Norbert Paul)

Auf dem Rückweg bin ich dann direkt mal wieder auf eine typische Beschilderung gestoßen in einer für Radfahrer freigegeben Einbahnstraße.

Schon wieder ein völlig fehlerhaft angebrachtes "Radfahrer absteigen"-Schild in Dortmund (Foto: Norbert Paul)

Schon wieder ein völlig fehlerhaft angebrachtes “Radfahrer absteigen”-Schild in Dortmund (Foto: Norbert Paul)

Wenn ich rechts der Absperrung fahre, ist es ein Fußweg und da darf man eh nicht radfahren. Oder ich fahre links von der Absperrung vorbei, da kann das Zusatzschild aber keine Wirkung entfalten, da dort ja nicht mehr der Fußweg ist. Vielleicht war es ja auch nur eine Vorwarnung, dass an den nächsten Kreuzungen i. d. R. die Flächen für den Radverkehr zugeparkt waren.

Aber das ist schon längst wieder ein anderes Thema. 😉

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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11 Kommentare zu Letzte Critical Mass Dortmund im Jahre 2013

  1. avatar Karsten Obrikat sagt:

    Ich gestehe: bin schon lange keine CM mehr mitgefahren. Nicht nur, dass es aus zeitlichen Gründen weniger gepasst hat, vielmehr bin ich weniger vom Nutzen überzeugt als früher einmal. Meine Euphorie über und für die Critical Mass ist ziemlich verblasst.

    So dachte ich früher, ich wäre Teil einer großen aufkommenden Bewegung und bald würden abertausende Radfahrer in Dortmund und dem Rest der Welt für bessere Bedingungen mitmachen. Okay, es war eine Spur zu naiv, die CMs mit den damaligen Montagsdemos im Osten zu vergleichen. Fakt ist aber, dass man sich als Teilnehmer in Dortmund oftmals bis zu Beginn Sorgen macht, ob überhaupt die kritische Masse zusammenkommt. Meist reicht es zwar, jedoch bin ich sehr enttäuscht, wie wenige Radfahrer daran teilnehmen. Da kann man schon mal auf die Hamburger CM neidisch werden, an der regelmäßig mehrere einhundert, teilweise gar tausend Radfahrer teilnehmen.

    Aber woran liegt das? Warum bekommt der harte (und sehr, sehr liebe) Kern der Dortmunder Bewegung so wenig Mitstreiter beisammen? Ist die Region zu sehr autovernarrt? Oder sind die meisten Radfahrer mit den Bedingungen auf den Straßen durchaus zufrieden? Vielleicht haben Viele auch noch nicht mitbekommen, was da alle vier Wochen auf Dortmunds Straßen los ist!?

    Welche Wirkung hat so eine CM auf die Öffentlichkeit? Ist es vielleicht nicht eher so, dass Autofahrer und Passanten eher denken, dass dort eine wild gewordene Horde von Radfahrern macht, was sie will? Will sagen: kommt die Botschaft, die eine CM aussenden will, auch wirklich und effektiv an? Und wenn es nicht so ist: wie kann man das ändern?

    Bitte nicht falsch verstehen: ich will die CM nicht zerreißen, kreative (Eigen-)Kritik tut aber dann und wann auch mal ganz gut um weiter voran zu kommen.

    • avatar Schlumpf sagt:

      Oh weh, der ADFC Dortmund ist an Themen wie Critikal Mass und Radfahren nicht ,ehr interessiert. Kein Wunder bei dem Vostand aus alten Männern und Frauen. Der Verein ist so tot wie eine tote Hose. Und das seit Jahren bereits.

      Ich hatte mir den ADFC anders vorgestellt, so wie den ADAC. Aber das war ja auch eine Enttäuschung.

      • avatar Thorsten Boehm sagt:

        Ist das im Jahre 2018 tatsächlich so in Dortmund? Und falls es (momentan) so ist, ist es sicherlich nicht für den ADFC in NRW und bundesweit zu verallgemeinern. Übrigens nehmen nach meiner Beobachtung auch viele ältere Menschen an CMs teil …

        • avatar Norbert Paul sagt:

          Der KV Dortmund hält sich beim Thema CM raus. Was soll er da auch zu sagen? Dann wird ihm das vom nächsten Internet-Experten als Vereinnahmung ausgelegt und die mutmaßlichen Veranstalter mögen den ADFC nicht. Und es gibt genug relevante Themen, die bearbeitet werden müssen.

          • avatar Thorsten Boehm sagt:

            Schon klar, dass eine CM nicht unter der Flagge von Vereinen laufen sollte, denn sie ist ja gerade keine Veranstaltung von wem auch immer. Ich hatte nur den Eindruck, dass der Vorredner eher eine Ablehnung von CM durch ADFC im Sinn hatte. Das nehme ich derzeit in verschiedenen Städten so nicht wahr, ohne dass der ADFC sich dort in den Vordergrund spielen müsste. Die ADFCler (aktiv oder passiv) sind einfach dabei.

          • avatar Schlumpf sagt:

            Nicht nur dort, man lese und staune wie sich “Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Dortmund e.V.” definiert

            Zitat Anfang:
            Wer wir sind …
            Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Dortmund e.V.

            setzt sich offensiv für die Förderung des Radverkehrs ein
            unterstützt Radfahrer und solche, die es werden wollen
            versichert seine Mitglieder
            informiert seine Mitglieder über die Zeitschriften RadWelt und Fahr Rad
            führt Radtouren durch
            fördert Fahrradurlaub
            vermittelt Radreisen
            fördert sanften Tourismus
            führt Fahrrad-Codierungen gegen Diebstahl durch
            führt Fahrradwachen durch
            führt Fahrradtrainings mit Parcours in Schulen und bei Einzelpersonen durch
            vertritt die Interessen der Alltags- und Freizeitradler!

            Zitat Ende

            Der wichtigste Punkt steht an allerletzter Stelle! Ich fasse es nicht.

      • avatar Norbert Paul sagt:

        Wer sich auskennt, weiß, dass der ADFC Dortmund das eine oder andere macht im Hintergrund. Und so die CM ist eine Radtour und Radtouren bietet der ADFC deutlich mehr als einmal im Monat an.

  2. Pingback: Was ist Critical Mass? – Versuch einer Annäherung | ADFC Blog

  3. Pingback: Baustellenbeschilderung korrigiert | ADFC Blog

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