Gefahren für Radfahrer vermeiden – Weihnachtswunsch an die Stadt Dortmund

Brunnen im Vordergrund, Rathaus im Hintergrund

Hier wird in Dortmund Politik gemacht: Das Rathaus Dortmund (Foto: Stefanie Kleemann, Dortmund-Agentur, Stadt Dortmund)

Heute ist der große Konsum-Wünsche-werden-(nicht-)erfüllt-Tag. Wie ich finde ein guter Tag, um sich von der Stadt etwas zu wünschen. 🙂

In diesem Jahr gab es eine groß angekündigte, aber dann schnell sehr schleppend laufende Kampagne in Dortmund zur Sicherheit des Radverkehrs, bei der ein großer Anteil der Problemlage schlicht ausgeklammert wurde, woran ich wieder dachte, als ich via radverkehrspolitik.de auf den Artikel Lametta schützt vor Unfällen? aufmerksam wurde. Und so nahm ich mir die Zeit, einen kleinen Wunsch an die Stadt zu schicken – auch wenn sich die Stadtverwaltung teilweise bis weit ins nächste Jahr verabschiedet hat.

Betreff: Aktion “Radfahren in Dortmund – aber sicher!”

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Jahr hat die Stadt ja die o. g. Aktion gestartet, die auch nächstes Jahr weiter geführt wird. Als Bürger, der das ganze Jahr über Rad fährt in Dortmund, wünsche ich mir, dass im nächsten Jahr ein wichtiger Aspekt berücksichtigt wird bei der Aktion, der dieses Jahr keine Berücksichtigung fand.

Radfahren ist ansich ebenso wie zu-Fuß-gehen eine ziemlich gefahrenarme Angelegenheit im Gegensatz zum Autofahren; dies sieht der Gesetzgeber bekanntlich auch so und hat daher eine Gefährdungshaftung für Halter von Kraftfahrzeugen eingeführt. Anstatt an den Symptomen zu arbeiten und Radfahrern und Fußgängern immer mehr Schutzpflichten aufzuerlegen, sollte dieses zentrale Problem an der Ursache angegangen werden.

Es ist wichtig, dass die Gefahren, die nicht vom Radfahren als solches ausgehen grundsätzlich verringert werden und nicht die Radfahrer in die Pflicht genommen werden für eine Gefährdung ihrer selbst, die gar nicht von ihnen selbst ausgeht. Ich finde es als engagierter Bürger bedenklich, wenn Radfahren immer so dargestellt wird, als ob es an sich primär um eine gefährliche Aktivität handelt, die besondere Schutzvorkehrungen bedarf wie Kampagne für Helme, Westen etc. immer subtil mitkommunizieren. Damit trägt man nicht zur Stärkung des Radverkehrs bei – was die Stadt Dortmund ja lobenswerter Weise will – sondern erzeugt eher eine Vermeidungshaltung bei den Bürgern.

Eine gute Einführung zu der Problematik bietet z. B.:
http://www.andreas-edler.de/blog/2013/12/lametta-schuetzt-vor-unfaellen/

Ich würde es sehr begrüßen, wenn dieser Aspekt 2014 eine Rolle spielt neben den anderen wichtigen Themen wie Geisterradfahrer und fehlende bzw. falsche Beleuchtung von Rädern.

In Erwartung einer positiven Antwort und mit den besten Wünschen für das nächste Jahr

Norbert Paul

P. S.: Über Ihre Antwort würde ich gerne auf adfc-blog.de berichten

Wer sich auch etwas wünschen möchte, kann sich an das Büro für Anregungen, Beschwerden und Chancengleichheit wenden, eine Einrichtung die sich selber so beschreibt:

 Sie möchten beraten werden? Sie fühlen sich benachteiligt? Sie wissen nicht, wer zuständig ist? Sie haben eine Anregung? Sie möchten sich beschweren? […] Ihre Anregungen und Beschwerden sind für uns nützliche Impulse.

Bisher habe ich übrings bei meinen vereinzelten E-Mails dorthin immer sehr schnell eine Nachricht bekommen, dass das Anliegen entsprechend weitergeleitet wurde und häufig gab es dann auch innerhalb von einem halben Arbeitstag eine Antwort aus der Verwaltung.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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3 Kommentare zu Gefahren für Radfahrer vermeiden – Weihnachtswunsch an die Stadt Dortmund

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