Eine bebilderte Steh-Tour von der Schnettkerbrücke zum Nord-Campus Dortmund und zurück

Nachdem ich vor ein paar Tagen um eure Meinungen zur Schnettkerbrücke und der AS Dortmund-Barop gebeten hatte, hat Philipp R. netterweise die von Straßen NRW gebaute “Kit Kat-Anlage” (Have a break, have a Kit Kat) für Radfahrer in Bild und Text dokumentiert. Ampelwartegriffe oder Abstellpodeste für die Füße beim Warten gibt es für die vielen dort täglich wartenden Radfahrenden nicht, obwohl das Halten müssen scheinbar das Ziel ist. ;-)

Von der Schnettkerbrücke kommend trifft man auf diese Ampelschaltung (1):

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 - nördliche Seite - Rotphase (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 – nördliche Seite – Rotphase (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 - nördliche Seite - Grünphase (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 – nördliche Seite – Grünphase (Foto: Philipp R.)

Es geht insgesamt über drei Ampeln, die zeitgleich auf Grün schalten und eine ausreichend lange Grünphase bieten. Es fällt auf, dass der rechtsabbiegende Kfz-Verkehr zeitgleich mit der Fahrrad-Ampel grün hat. Das ist nicht optimal, aber durchaus üblich. Die Regelungen zum Vorrang der geradeaus fahrenden Radfahrer sind eindeutig und auch bei Autofahrern weitestgehend bekannt.

Weiter geht es nach links auf einen gepflasterten Radweg, der unmittelbar an einem Grünstreifen vorbei führt. Wirklich alt ist dieser Radweg nicht und schon treiben die ersten Wurzeln das Pflaster auseinander. Ich wage die Prognose, dass sich für die Instandhaltung des Radwegs in ein paar Jahren niemand verantwortlich fühlen wird.

Dorstfelder Alle (L 609 n) im Bereich der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 - westliche Straßenseite (Foto: Philipp R.)

Dorstfelder Alle (L 609 n) im Bereich der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 – westliche Straßenseite (Foto: Philipp R.)

Nun kommt der erste echte Knackpunkt an der Radwegführung: Eine weitere Ampelanlage (2). Hier sind wieder drei Ampeln zu queren – diesmal aber mit gegenläufig geschalteten Grünphasen. Wie die ausführliche Bilderreihe zeigt, hält die Grünphase der ersten Ampel unter 5 Sekunden an. Ein „glückliches“ Mitnehmen der Grünphase ist damit so gut wie ausgeschlossen. Nach weiteren 20 Sekunden springen die zwei folgenden Ampeln auf Grün um. Der Radverkehr wird an dieser Stelle zwangsläufig ausgebremst, während der Kfz-Verkehr auf der Fahrbahn durch die lange Grünphase einer Ampel verwöhnt wird. Nun stellt sich die Frage, warum das so ist? Wie man sieht, führt die Rechtsabbiegerspur der Fahrbahn über die Radfurt mit der roten Ampel. Radfahrer sollen mit der ersten Ampel scheinbar vor rechtsabbiegenden Fahrzeugen geschützt werden. Aber wenn Radfahrer vor Rechtsabbiegern geschützt werden müssen, wieso verfolgt man dieses Ziel nicht auch bei der Ampelschaltung Nr. (1)?

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 - südliche Seite -  Bild 3 (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 – südliche Seite (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 - südliche Seite -  Bild 4 (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 – südliche Seite (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 - südliche Seite -  Bild 5 (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 – südliche Seite (Foto: Philipp R.)

Die gleiche Problematik erfährt man auch im nachfolgenden Kreisverkehr, der außen um die Fahrbahn herum geführt wird. Ein Konflikt zwischen Radfahrern und rechtsabbiegenden Fahrzeugen wird hier amtlich angeordnet. Wieso müssen Radfahrer also an der Ampelschaltung (2) vor Rechtsabbiegern geschützt werden, während bei Ampel (1) und am Kreisverkehr der Radverkehr explizit und ohne Schutzmaßnahmen über die Abbiegespur der Fahrbahn geleitet wird?

Kreisverkehr Emil-Figge-Straße Ecke Dorstfelder Allee (Foto: Philipp R.)

Kreisverkehr Emil-Figge-Straße Ecke Dorstfelder Allee (Foto: Philipp R.)

Glücklicherweise muss man für den Weg zur Uni den Kreisverkehr nicht kreuzen und kann auf dem weiterhin benutzungspflichtigen Radweg seinen Weg fort führen. Hierbei müssen zwei Bushaltestellen passiert werden, deren Wartebereich sich „etwas“ mit dem Radweg überschneidet. An der ersten Haltestelle wird der Radweg noch herum geführt. Bei der zweiten Haltestelle endet der Radweg einfach kurz. Endlich darf man sich mit dem Pulk Fußgänger, das gerade aus dem Bus gestiegen ist, die Verkehrsinsel teilen, um die Universität/Fachhochschule zu erreichen – sofern zuvor der Kfz-Verkehr durchgelassen wurde. Wir wollen doch unser liebstes Verkehrsmittel nicht ausbremsen.

Emil-Figge-Straße mit Bushaltestelle (Foto: Philipp R.)

Emil-Figge-Straße mit Bushaltestelle (Foto: Philipp R.)

Emil-Figge-Straße  (Foto: Philipp R.)

Emil-Figge-Straße (Foto: Philipp R.)

Emil-Figge-Straße mit Bushaltestelle (Foto: Philipp R.)

Emil-Figge-Straße mit Bushaltestelle (Foto: Philipp R.)

Emil-Figge-Straße mit Bushaltestelle (Foto: Philipp R.)

Emil-Figge-Straße mit Bushaltestelle (Foto: Philipp R.)

Für den Rückweg halte ich mich kurz: Es geht über den Kreisverkehr, wo man die Spur der abbiegenden Fahrzeuge kreuzen muss – was an dieser Stelle scheinbar vollkommen unbedenklich ist. Nicht aber an der Ampelschaltung (3), die einen kurz vor Auffahrt entlang der Schnettkerbrücke nochmal ausbremst. Hier trifft man die gleiche Situation an wie bei Ampelschaltung (2). Fünf Sekunden Grünphase der ersten Ampel und 20 Sekunden Wartezeit, bis die nächsten zwei Ampeln grün zeigen.

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 - nördliche Seite - Rotphase (Foto: Philipp R.)

Ampelanlage an der Anschlusstelle Dortmund-Barop der A 40 – nördliche Seite – Rotphase (Foto: Philipp R.)

Danke für den Beitrag und die Fotos an Philipp R. 

edit (30.01.2014 15:58):
Sicherheitshalber habe ich bei “für Radfahrer dokumentiert” im Vorspann “in Bild und Text” ergänzt.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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7 Antworten zu Eine bebilderte Steh-Tour von der Schnettkerbrücke zum Nord-Campus Dortmund und zurück

  1. Pingback: Schilder-Rätsel 5: Haltet die Radfahrer von der Hochschule fern | ADFC Blog

  2. avatar Kai Teranski sagt:

    Bei der Ampel im ersten Bild müsste die Streuscheibe ausgetauscht werden gegen “nur Links”. Passende Rechtsabbiegerampel ist ja schon vorhanden. Gestern ist da einer direkt vor meinen Augen rechts abgebogen. Was natürlich legal ist, solange die Streuscheibe nicht getauscht wurde.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Auf der Straße sind Pfeile und das sind doch auch Verkehrszeichen.

      Ist mir aber noch gar nicht aufgefallen, dass auch beim Autoverkehr geschlampt wurde.

      • avatar Kai Teranski sagt:

        Ja, da ist ein Rechtsabbiegerpfeil auf der Fahrbahn. Aber es gibt nur eine *allgemeine* Ampel, die für beide Richtungen Grün zeigt. Die Rechtsabbiegerampel ist zu *dem* Zeitpunkt *aus*geschaltet (hat keine rote Lampe) und auch optisch “getarnt”, weil die nachträglich an den Ampelmast angehängt wurde.

        => Die Ampel wird Grün für Links- und Rechtsabbieger. Leider dann, wenn die Radfahrer auch Grün bekommen. Das ist rechtlich völlig korrekt, gibt aber einen netten Unfallschwerpunkt.

        Ich hoffe, jetzt ist die Probematik etwas klarer geworden. Bei diesem Bauwerk ist wirklich alles vermurkst worden im Hinblick auf Radfahrer.

        • avatar Norbert Paul sagt:

          Ich hab mir das gestern mal angeschaut. Was mich wundert, ist das an anderen Ampeln dann die Ampeln doch getrennt sind für die verschiedenen Spuren. Warum man das nicht einheitlich gemacht hat innerhalb einer Baumaßnahme?

          Außerdem gibt es ja auch kombinierte Fuß-Rad-Ampel entgegen der zulässigen Fahrrichtung für Radfahrer.

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