Blogrundschau 3

Zum Start der Woche wieder eine paar Wegweiser in die Weiten des Internets zu Blogs und auch anderen Webseiten. :-)

Fahrradbilder

Drei Generationen in Kopenhagen (Foto: Mikael Colville-Andersen, CC BY-NC-ND 2.0)

Drei Generationen in Kopenhagen (Foto: Mikael Colville-Andersen, CC BY-NC-ND 2.0)

Viele Bilder – nicht nur – zum Radverkehr in Europa in Gegenwart und Vergangenheit veröffentlicht Mikael Colville-Andersen auf seinem Bilderblog auf Flickr. Laut Zählung von Flickr sind es aktuell 24.681 Bilder. Es gibt Bilder, die eher künstlerisch motiviert, andere Bilder zeigen einfach interessante Lösungen, wie z. B. Lastenradparkplätze. Wer historische Lastenradbilder sucht, wird auf der Seite auch fündig (z. B.: hier, hier, hier, hier, hier). Da die wenigsten Bilder unter einer CC-Lizenz zu stehen scheinen, gilt hier meist: Nur gucken. ;-).

Siehe auch den Post: Verkehrsplanung in Grafiken.

Telefonieren beim Fahren

Während Radfahrer froh sind, wenn sie ihr Rad überhaupt irgendwo anschließen können, ist das bei Autofahrern schon mal anders, berichtet Udo Vetter im Lawblog: Mein Parkplatz, dein Parkplatz. Für Radfahrer relevanter ist, dass man sich nicht zu häufig mit dem Handy am Ohr erwischen lassen sollte: Fahrverbot für Plaudertasche:

Fürs Telefonieren am Steuer gibt es kein Fahrverbot. Normalerweise. Das Oberlandesgericht Hamm entschied nun, dass Wiederholungstäter durchaus mal zwangsweise aufs Auto verzichten müssen. […] Laut Oberlandesgericht Hamm geht das Urteil in Ordnung. Dem 27-Jährigen fehle es an Verkehrsdisziplin, er neige zu “Unrechtskontinuität”.

Anschnallpflicht hat Geburtstag

Adele Moser berichtet auf Zeit-Online über den 40 Jahrestag der Einführung der Anschnallpflicht in Deutschland: Alle sieben Sekunden Leben retten. Es brauchte aber einige Jahre, bis sich das Anschnallen durchsetzte.

Umfragen belegten, dass die große Mehrheit nichts gegen eine Einbaupflicht hatte, dass aber zugleich viele den Gurt als Freiheitsberaubung ansahen. Psychologen versuchten die Aversion damit zu erklären, dass “der Sicherheitsgurt primär mit den Gefahren eines Unfalls und seinen Folgen assoziiert wird” – der Gurt beschwöre Angst herauf, die man vermeiden wolle.

So ähnlich wird heute – neben anderen Argumenten – auch gegen eine Helmpflicht für Radfahrer argumentiert, nur ist da die Wirksamkeit nicht so eindeutig, wie bei der Anschnallpflicht:

Wie vielen Menschen der Sicherheitsgurt bisher das Leben gerettet hat, ist unklar. Unfallforscher schätzen jedoch, dass dieses System statistisch alle sieben Sekunden ein Menschenleben rettet.

Leider statistisch nicht valide nachweisbar ist aus meiner Sicht, ob genau dadurch das Gefahrenbewusstsein bei Autofahrern zurückgegangen ist und somit mehr Fußgänger_innen und Radfahrer_innen durch Autofahrer in Unfälle verwickelt werden als ohne Anschnallpflicht.

Entwickelt wurde der Dreipunktgurt schon in den 1950er Jahren vom schwedischen Ingenieur Nils Bohlin. Sein Arbeitgeber Volvo baute ihn von 1959 an serienmäßig ein.

Volvo ist übrings aktuell wieder Vorreiter in der Sicherheitstechnik, wie Zeit-Online 2012 meldete:

Erstmals ist ein Serienauto mit einem Fußgänger-Airbag ausgestattet: Melden Sensoren im Stoßfänger bei einer Geschwindigkeit zwischen 20 und 50 km/h einen Zusammenprall mit einem Passanten, hebt sich schnell die Motorhaube vor der Windschutzscheibe und ein darunter liegender, 120 Liter großer Luftsack bläst sich auf. Er soll bei einem Aufprall den Fußgänger in erster Linie vor schweren Kopfverletzungen schützen.

Da kann man nur hoffen, dass Volvo nun auch wieder Vorreiter ist. Aber auch hierbei besteht die Gefahr, dass die Autofahrer dadurch sorgloser werden.

polizeiliche Äußerungen zum Radverkehr

Von dem Problem nicht neutraler Polizeimeldungen war in der Blogrundschau ja schon die Rede gewesen (hier, hier). Marco Laufenberg hat eine solche Pressemitteilung kritisiert und die Polizei hat eine Korrektur rausgeschickt, wie er im letzten September auf seinem Blog “Mit dem Fahrrad in und um Köln” berichtet: Der Teufel steckt im Detail – Fehlinformationen durch Kölner Polizei.

Heute rief mich Herr Held von der Pressestelle der Kölner Polizei an, der mich auch kannte (ich besuche ja öfters die Pressekonferenzen der Polizei), um mit mir über meine neuerliche Bitte nach Korrektur zu sprechen. Ich erläuterte ihm kurz, warum ich es für fahrlässig halte, wenn die Polizei solche Falschinformationen verbreitet. Er gab unumwunden zu, daß da “Fehler gemacht wurden” und fragte, ob es in Ordnung wäre, wenn er einfach den Text der Korrekturmeldung ändern würde.


Bei den genannten Erwähnungen des Themas hatte ich mich auf den Blog PressRad bezogen, der jetzt von einem positiven Beispiel polizeilicher Äußerungen berichtet: Ein Hoffnungsschimmer:

Und dann kommt auf einmal ganz unvermittelt solch ein Artikel daher, der einem ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert. Und man fragt sich, “Moment, träume ich, habe ich das wirklich gerade alles gelesen, kann das denn wirklich wahr sein?” […] Es besteht also Hoffnung. Dort draußen gibt es also zumindest zwei Polizeibeamte, die sich auskennen, sowie einen Journalisten, der das ganze Thema auch radfahrer-freundlich rüberbringen kann.

Umweltschutz

Davon, dass die Sache mit dem Umweltschutz gar keine so einfache Sache ist, berichtet Stefan Laurin auf ruhrbarone.de: Energetische-Sanierung: Das grüne Grauen

Die Idee ist so einfach wie überzeugend: Vermieter sanieren ihre Häuser und legen die Kosten dafür auf die Mieter um. Die sparen Energie und Geld. Am Ende sind alle glücklich: Der Vermieter, der sein Haus auf dem neuesten Stand der Technik gebracht hat, der Mieter, weil er Heizkosten spart und die Umwelt, weil weniger Energie verbraucht wird und auch die Ausstoß von CO2 zurückgeht. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Eine von der Kreditanstalt für Wiederaufbaue (KfW) in Auftrag gegebene Studie des Beratungsunternehmens Prognos kommt zu dem Ergebnis, dass die Kosten der energetische Sanierung von Wohngebäuden deutlich über den Einsparungen liegt.

In seinem Artikel behandelt er auch soziale, ökologische und gesundheitsrelevante Fragen des Hypes um das Dämmen von Gebäuden.


Auch beim Bahnverkehr ist die Sache nicht ganz so einfach: Ende letzten Jahres habe ich hier schon mal über die negativen Folgen eines weiteren Ausbaus des Bahnnetzes in der Schweiz geschrieben. Ergänzend möchte ich auf einen Bericht auf zeit.de hinweisen: Mehr Grips statt Schienen von Matthias Daum.

Zug inmitten grüner Wiese, im Hintergrund Berge

S-Bahn Zürich unterwegs im Oberland zwischen Kempten und Pfäffikon ZH (Foto: David Gubler, Lizen CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0)

Die Schweiz wächst endgültig, und bis ins hinterste Tal, zu einer großen Agglomeration zusammen. Ob das so gewollt ist, fragt sich aber kaum jemand. Dabei gilt auch in den Bündner Bergen: Wer Schienen sät, wird Pendler ernten. In den Bergen wohnen, in der Stadt arbeiten – das ist ein allzu verlockender Gedanke. […] Manche Ausbauten gehorchen der Not und der Ingenieurlogik. […] Andere hingegen sind das Resultat eines regionalpolitischen Schachers im Parlament. Ganz nach dem Motto: Gibst du mir, so geb ich dir. So kriegt bald jedes Dorf seinen eigenen S-Bahn-Anschluss. […] Popularität wird heute in Bahnfahrminuten und Staustunden gemessen. Wer mehr Millionen für seinen Heimatkanton ramscht, sichert sich seine Wiederwahl. Dabei sind die Verkehrsmilliarden das wirksamste Mittel der Raumplanung. Viel mächtiger als die vom Volk angenommene Zweitwohnungsinitiative oder die Verschärfung des Raumplanungsgesetzes. […] Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs befördert das Ausfransen der Siedlungen ins Grüne nämlich ebenso wie der viel gescholtene Autobahnausbau. Eine Studie der Zürcher Kantonalbank zeigte für das Zürcher S-Bahn-Netz: Jede eingesparte Minute bei der Fahrt zum Hauptbahnhof Zürich erhöht den Grundstückspreis. Gleiches gilt für die Distanz zum nächsten Bahnhof. Der gute ÖV-Anschluss ist gar wichtiger als ein niedriger Steuerfuß.

off-topic

Und zum Ende ein kleiner Ausflug in die Welt der Web-Statistik mit Kai Biermann auf blog.zeit.de : Wenn die Temperatur sinkt, steigt der (Porno)-Traffic.

Pornografie ist im Internet der “elefant in the room”, wie man im Englischen sagt: riesig und unübersehbar, trotzdem redet kaum jemand über ihn. Auch, weil es kaum Daten gibt, die etwas darüber aussagen, wie riesig der Elefant wirklich ist. Dabei sind solche Daten nicht uninteressant, wenn es sie denn mal gibt.

Eins dieser Ergebnisse ist z. B.:

Weltweit gilt: Montag ist Pornotag, dann hat Pornhub die höchsten Zugriffe, an Sonntagen die geringsten. Offenbar wird genau das dann am Montag nachgeholt.

Anstatt eine Überleitung zu basteln, die ziemlich sicher misslingt, an der Stelle einfach so auch noch ein Hinweis auf Kein Airbag für den Busen von Sabine Windlin im MamaBlog, die zu Erkenntnis kommt, dass die Dinge manchmal anders sind, als man es sich spontan so denkt:

Wo ist er geblieben, der ganz normale BH ohne Schale, ohne Steg, ohne Bügel und doppelten Boden? Der Büstenhalter, der Brüste nur sanft an den Körper drückt, sie lediglich bedeckt, nicht wie Gummibälle nach oben schnellen oder wie Melonen prall erscheinen lässt? […] Nirgends. Und wieso? Weil ihn niemand braucht, niemand will, niemand kauft. Frau trägt Push-up […]. Es ist ein Elend. Diese Einsicht habe ich meinem Freund zu verdanken, der mich vor kurzem aus zwei Metern Distanz vor sich hinstellte, seinen Blick auf meine Brüste richtete und dann nett fragte: «Warum tut Ihr Frauen Euch das eigentlich an? Warum tragt Ihr Airbags für den Busen? Glaubt Ihr, das sehe toll aus?» […] Euch BH-Fabrikanten und Designern sei gesagt: Dem weiblichen Busen, egal welchen Alters, fehlt es an nichts. Er darf hängen – nicht bis zum Bauch, aber ein bisschen hängen darf er wohl, und halten sollen ihn statt gummiertes Gestänge ein paar zärtliche (Männer)-Hände.

… und weiter

Die spontane Idee erweist sich als doch etwas aufwendig, wenn ich nicht nur Links auflisten möchte, sondern die Hinweise so präsentieren möchte, wie in diesem Post geschehen. Ich glaube, ich lass das besser wieder und arbeite an “richtigen” Post zu jeweils einem Thema. Vermutlich würde das nur funktionieren, wenn mehre Leute so eine Sammlung zusammen machen würden. Oder was meint ihr?

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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