Durchfahrt planerisch vorgesehen, aber nicht legal

Brunnen im Vordergrund, Rathaus im Hintergrund

Hier fand heute die Podiumsdiskussion statt: Das Rathaus Dortmund (Foto: Stefanie Kleemann, Dortmund-Agentur, Stadt Dortmund)

Heute war im Rathaus die Podiumsdiskussion zum Thema Radverkehr von ADFC und VCD (Bericht folgt). Insbesondere CDU und SPD halten Dortmund wohl für fahrradfreundlich, wenn ich die Vertreter richtig verstanden habe. Daran musste ich gerade denken, als ich die E-Mail Antwort der Verwaltung auf mein Anliegen vom 30. 12. 2013 las. Darin hatte ich ein “Fahrrad frei”-Schild vorgeschlagen an den Ampeln, die rot zeigen, wenn der Sperrpoller in der Straße Rosental in Dortmund ausgefahren ist, um den Auto-Schleich- und Durchgangsverkehr aus den Wohnstraßen fern zu halten. Baulich ist das richtig gelöst, indem es dort keine Schranke gibt, die auch dem Radverkehr die Durchfahrt versperren würde.

Dazu die Antwort der Verwaltung von heute:

Grundsätzlich könnte an den von Ihnen genannten Signalanlagen ein  Zusatzzeichen ‘Radfahrer frei’ angebracht werden.

Die Rot-Signale sollen verhindern, dass bei Hochfahren der Poller es zu”unliebsamen Berührungen” zwischen Poller und Verkehrsteilnehmern kommt.Ein ‘Radfahrer frei’ würde die Wirkung des ‘Rot-Signales’ aussetzen. Der Radfahrer dürfte dann trotz ‘Rot’ weiterfahren und es könnte zu einem Sturz
infolge einer ‘Berührung’ mit dem Poller kommen.

Ich hoffe, sie haben Verständnis dafür, dass ich die Sicherheit des Radfahrers höher bewerte als seinen Wunsch, abends ungehindert in die Anliegerstraße fahren zu können und ich keine Anordnung zur Anbringung der Zusatzbeschilderung erteile.

Das ist tatsächlich ein wichtiger Aspekt, den ich den kleinreden möchte. Aber so schnell gebe ich mich natürlich nicht zufrieden. :-) Meine Rückfrage daher:

Wäre es nicht möglich, dass das rote Licht nur leuchtet, wenn der Poller hochgefahren wird? Oder könnte man ein Schild “Radfahrer frei bei ausgefahrenem Poller” anbringen?

Durchlässigkeit von Straßen an solchen Stellen ist aus meiner Sicht sehr wichtig für die Fahrradfreundlichkeit einer Stadt.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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9 Antworten zu Durchfahrt planerisch vorgesehen, aber nicht legal

  1. avatar Christoph S sagt:

    Auch schön:“Ich hoffe, sie haben Verständnis dafür, dass ich die Sicherheit des Radfahrers höher bewerte als seinen Wunsch,” Das schreit geradezu danach, sich dafür zu bedanken, welch hohen Wert die Sicherheit von Radfahrern für die Verwaltung der Stadt Dortmund hat und dabei gleich auf Abhilfe an ein paar Stellen zu bitten, “die ihrem zu Recht hohen Sicherheitsanspruch nicht annähernd genügen”. Am Anfang nicht mehr als ein gutes Dutzend, einen offenbar velophilen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung möchte man ja nicht gleich verschrecken..
    =8-o

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