Nordrhein-Westfalen willen bauen, weil es darf

Für alle Freunde des gepflegten Kopfschüttelns hier der Hinweis auf den Artikel Gelder vom Bund nicht genutzt – NRW verkündet Kurswechsel bei Fernstraßenbau auf DerWesten von Tobias Blasius. In Deutschland wird der Bedarf nicht empirisch ermittelt sondern durch ein Gesetzt festgelegt – da passt folgende Entwicklung in NRW gut dazu:

Autobahnbaustelle (Foto: DF08, Lizenz: Public Domainy)

Autobahnbaustelle (Foto: DF08, Lizenz: Public Domainy)

Die rot-grüne Landesregierung vollzieht einen Kurswechsel beim Bundesfernstraßenbau. NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) will wieder einen größeren Vorrat an Infrastrukturprojekten anlegen, mit denen sofort begonnen werden könnte. „Wir müssen auf jeden Fall wieder eine Vorratsplanung aufbauen“, sagte Groschek. Erstmals seit Jahren will das Land deswegen 20 zusätzliche Planungsingenieure einstellen. Hintergrund ist offenbar der Verlust von 44 Millionen Euro an Bundesmitteln 2013. Groscheks Strategiewechsel kommt überraschend. Amtsvorgänger Harry K. Voigtsberger (SPD) hatte noch 2011 eine lange Streichliste mit Vorhaben präsentiert, die nicht weiterverfolgt werden sollten. NRW beweise als erstes Bundesland „den Mut, Wahrheiten offen auszusprechen und Prioritäten zu setzen“, sagte Voigtsberger damals. Gemeinsam mit Verkehrsstaatssekretär Horst Becker (Grüne) führte der Minister aus, angesichts sinkender Bundesmittel und hoher Planungskosten deutlich weniger Projekte zur Baureife treiben zu wollen.

Hört sich nach “Wir planen und bauen, weil wir dürfen” an, nicht weil es eine Notwendigkeit gibt. *Kopfschüttel*  Ob das Geld für sinnvolle Sachen ausgegeben wird, wie z. B. eine richtige Brücke für Radfahrende und Fußgänger_innen über das Emschertal in Höhe der Schnettkerbrücke in Dortmund? Beim Neubau der Brücke wurden drei Streifen für die B1/A40 gebaut, Radfahrende und Fußgänger_innen müssen über leicht verbreiterte Dienstwege mit unnötigen Eng-, Gefahren- und Benachteiligungsstellen.


s. auch die Posts:

avatar

Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Alltag, Radverkehr abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.