Warum die E-Bikes im Chemiepark draußen bleiben müssen

Wasser im Vordergrund, hinten Werksanlagen

Chempark Uerdingen (Foto: Klaus Rütten, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

In einem Kommentar wurde ich die Tage auf folgendes aufmerksam gemacht:

Der größte Chemiepark Europas (Eigenwerbung) verbietet sogar die Einfahrt auf das Werksgelände mit einem Pedelec. Dabei haben sich immer mehr ein solches Fahrzeug zugelegt.

Auf der Homepage heißt es dazu:

In den vergangenen Wochen kam es öfter zu Anfragen, ob das E-Fahrrad, E-Bike oder eBike wie es auch genannt wird, mit auf das Geländedes CHEMPARK genommen werden kann. […] Sicherheit und Verantwortung werden im CHEMPARK groß geschrieben, weshalb CURRENTA Security Management um Verständnis dafür bittet, dass auch beim Thema E-Fahrrad nicht von dieser bestehenden Regelung abgewichen werden kann.

Dass die Mitarbeiter überhaupt fragen, erklärt sich ganz einfach, wie Currenta-Pressesprecher Michael Nassenstein erläutert:

Auf dem CHEMPARK-Gelände ist die Nutzung von Privatfahrzeugen jeglicher Art grundsätzlich untersagt. Hiervon ausgenommen sind Pkw, sofern diese zur Erfüllung dienstlicher Aufgaben genutzt werden. Dafür ist eine besondere individuelle Erlaubnis des CHEMPARK-Betreibers erforderlich.

Ich bin kein Spezialist für Chemiepark-Sicherheit, aber ich bin mir sicher, dass es dort ein paar Risiken gibt, die man minimieren sollte.

Es bestehen zudem Zweifel an der Betriebssicherheit einiger marktüblicher Pedelecs. Da die Sicherheit unserer Mitarbeiter Vorrang hat, können wir den Betrieb von Pedelecs im CHEMPARK leider weiterhin nicht zulassen.

Dass diese Überlegung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt die aktuelle Warnung des ADFC vor chinesischen Pedelecs. Vor dem Hintergrund des generellen Verbots von Privatfahrzeugen ist es hingegen fahrradfreundlich, dass diese auf das Gelände dürfen, denn deren Nutzung ist pauschal erlaubt, wie Nassenstein erklärt.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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5 Responses to Warum die E-Bikes im Chemiepark draußen bleiben müssen

  1. avatar Karsten Obrikat sagt:

    Dann sind die abertausend Fahrräder auf dem Gelände also alles “Dienstfahrräder”?

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Wie gesagt, private Räder sind pauschal zugelassen. Weil von denen keine übermäßige Gefahr ausgeht, eine völlig plausible Regelung. :-)

  2. avatar Pedelecer sagt:

    Ich glaube das Chempark Management vergleicht Äpfel mit Birnen. Schließlich fahren auch viele Lkw mit Mängeln auf deutschen Autobahnen. Teilweise mit nur einer Bremse.
    Weiterhin kann ich schreiben, in der Meldung vom 6.August 2013 war von Sicherheitsmängeln keine Rede! Es wurde nur pauschal verboten, ohne weitere Erklärung.
    @ Hr. Obrikat: Es fahren einige Leute in den Chempark mit privaten Fahrrädern ein. Es geht bei dem Verbot nur um Pedelecs bzw. motorbetriebene Fahrzeuge. Wobei man bis zum 5.August 2013 auch mit einem Pedelec einfahren durfte. Laut Chempark Management gilt auf dem Werksgelände aber die STVO, wonach ein Pedelec ein Fahrrad ist. Da das Werksgelände aber ein Privatgrundstück ist, darf der Eigentümer natürlich bestimmen was er will. Leider soll man sogar bei Zuwiderhandlung abgemahnt werden, dies wäre aber ungültig, da das Chempark Management den Betriebsrat im Vorfeld nicht darüber informiert hat. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz sind solche Weisungen dem Betriebsrat vorher an zu kündigen.

  3. avatar Jochen g. sagt:

    Es handelt sich um einen Industriekomplex der Chemischen Industrie. Dort findet also Chemie statt. Es wird mit Lösungsmitteln, Gasen und einer Vielzahl von sehr unterschiedlichen flüssigen und festen Substanzen gearbeitet und darunter sind nunmal auch solche, die bei einer unbeabsichtigten Freisetzung, welche sich leider niemals ganz ausschließen läßt, zu gefährlichen Bränden, Verpuffungen oder gar Explosionen führen können. Daher werden insbesondere an alle elektrisch betriebenen Geräte in der Chemischen Industrie besondere Vorsichtsmaßregeln gesetzt und ich denke genau an der Stelle ist ein Pedelec einfach eine generelle Gefahrenquelle, die man mit einem ebenso generellen Verbot am allereinfachsten als Risikofaktor eliminieren kann.
    Das muss alles nichts mit realen Gefahren zu tun haben! Aber es hilft den Betreibern es sich auf formaler Ebene etwas einfacher zu machen.

    • avatar Pedelecer sagt:

      @Jochen g.: Genau, es muss nichts mit realen Gefahren zu tun haben, deshalb darf auch jeder ein Handy mit nehmen um erreichbar zu sein.Obwohl es dort jederzeit zu einem Gasausbruch kommen kann, werden keine EX-Geschützten Handys ausgegeben. Es kann jedes auf dem freien Markt erhältliche Handy genutzt werden. Lkw mit defekten Bremsen werden ja auch rein gelassen, wer kontrolliert denn die Bremsen? Meiner Meinung nach ist das Diskriminierung. Leider ist es ein Privatgelände, wo der Eigentümer machen und vorschreiben kann, was Ihm gerade beliebt.
      Auf dem Gelände gilt angeblich die STVO.

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