Der regelkonforme Radfahrer ist ausgestorben

Der oberste Polizist [Klaus-Dieter Bukowski] im Abschnitt 15 [der Berliner Polizei] meint: „Den vorschriftsmäßigen Radfahrer, der alle Regeln einhält, gibt es nicht mehr.“

Zitiert nach Prenzlauerberg Nachrichten (via PresseRad).

Vermutlich hat er Recht, oder, wenn man Wert auf alle Regeln legt ohne jegliche Einschränkungen?

 

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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9 Antworten zu Der regelkonforme Radfahrer ist ausgestorben

  1. avatar Peter sagt:

    Klare Sache, da muss die Frequenz der Kontrollen erhöht und die Sanktionen verschärft werden. Null-Toleranz Politik muss her, am besten noch three-strikes: beim dritten Vergehen lebenslanges Verkehrsteilnehme-Verbot! Nur so kann man wieder Recht und Ordnung auf die Strassen bringen. Das hat noch in jedem vergleichbaren Fall funktioniert!

  2. avatar MarkusMK sagt:

    Ja hat der Mann denn nicht vielleicht sogar Recht? Die ehemaligen vorschriftsmäßigen und vorfahrtberechtigten Radfahrer werden doch in Berlin an vielen Ecken einfach durch weiß gewandelte Ghost Bikes ersetzt und weg sind sie.

  3. avatar Rod sagt:

    Einspruch!

    Ich fahre Rad und ich würde nichts lieber tun, als mich an alle Regeln zu halten, aber es ist schlicht nicht möglich.
    Die Verkehrsplanung ist nur für Autos gemacht wird und gleichzeitig werden Verstösse von Autofahrern kaum geahndet. Geändert hat sich in erster Linie das Selbstbewusstsein von Radfahrern. Sie haben eben keine Lust mehr, auf handtuchbreiten Radwegen dahinzuschleichen, dauernd den kürzeren ziehen zu müssen und sich mit Neonwesten zu verunstalten.

    Von daher: Fahrradfreundliche Städte jetzt! Autos sind nicht die einzigen Verkehrsteilnehmer. We are traffic!

    • avatar Susanne Jäger sagt:

      wobei in dem Kiez benutzungspflichtige Radwege kaum ein Problem sind. Ich fürchte bei den Beschwerden geht es primär um (zu schnelle) Gehwegradler – da brettern durchaus häufiger mal Erwachsene über die Gehwege – i.A. freiwillig und durchaus nicht überall durch Kopfsteinpflaster auch nur ansatzweise verstehbar.
      Die eigentliche Frechheit liegt in der Verallgemeinerung – ist ja jetzt nicht so, dass KFZ-Treiber die Verkehrsmoral überdurchschnittlich hochtreiben würden.

  4. avatar ElGato sagt:

    Den Fahrradfahrer, der wirklich jede noch so unsinnige Regel befolgt hat es m. E. nie gegeben.
    Die Aggressivität auf Seiten der Fahrradfahrer steigt allerdings ebenso wie die der Autofahrer. Das ist keine gute Entwicklung.
    Ganz früher (ca. 50er Jahre) haben Regelverstöße aber nicht die krassen Konsequenzen gehabt wie heute, weil die Fahrradfahrer in der Mehrzahl waren, und daher mehr erspektiert wurde.
    Wir sind noch viel zu wenige. Fahrt mal nach Amsterdam oder Kopenhagen, das ist eine ganz andere Welt…

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Die Anzahl an Verkehrstoten geht doch kontinuierlich zurück – spricht das nicht dagegen, dass die Konsequenzen früher nicht so dramatisch waren?

  5. avatar Robert Müser sagt:

    Zur Abrundung dieser Aussage hätte ich mir vielleicht noch folgenden Text der Polizei gewünscht:

    : „Den vorschriftsmäßigen Autofahrer, der alle Regeln einhält, gibt es nicht mehr.“

    Doppelposting entfernt/np

    • avatar Jan sagt:

      „Den vorschriftsmäßigen Autofahrer, der alle Regeln einhält, hat es noch nie gegeben.“

    • avatar Thorsten Boehm sagt:

      Die vorschriftsmäßigen Bundesbürger(innen), die alle Regeln kennen und befolgen – egal ob beim Radfahren, Autofahren, Zu-Fuß-Gehen, Wohnungen vermieten, Berufe ausüben usw.usw. – hat es noch nie gegeben, weswegen sie keine Chance hatten, auszusterben. Traurig, aber wahr …

      Und welche praktische Bedeutung hat nun der Kommentar des Berliner Polizisten?
      Die Kiezbewohner dürften sich in erster Linie von rücksichtslosen Mitmenschen gestört fühlen, und weniger davon, dass diese darüber hinaus vielleicht noch gegen eine Reihe von Regeln verstoßen, die kaum jemand kennt. Und diese Rücksichtslosigkeit kann man schon ihrer selbst wegen kritisieren, ohne dass man sich dazu auf formale Regeln berufen muss. Die polizeiliche Feststellung, dass der “regelkonforme Radfahrer” ausgestorben sei, geht damit am Kern der Sache vorbei und verengt das Problem nur noch auf die Frage: “Darf der das?”. Diese formalistische Sichtweise ist es aber, die viele unerfreuliche Folgen im Straßenverkehr zeitigt ..

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