Radtour zu Verkehrsregeln in Harburg

Der ADFC Kreisverband Harburg e.V bietet in diesem Jahr Fahrradtouren an, bei denen die Verkehrsregeln im Vordergrund stehen. Wie ich finde, eine sehr gute Idee, die nachahmenswert für andere Kreisverbände ist. Ich habe mich deswegen per E-Mail mit Karin Sager, Stellvertretende Vorsitzende des ADFC Kreisverband Harburg e.V., für den Blog über das Projekt unterhalten.

Wie muss ich mir eine Verkehrsregeltour vorstellen und für wen ist die
Tour gedacht?

harburgUnser neues Angebot, eine ADFC–Radtour mit dem Titel „Verkehrsregeln“ soll den Teilnehmern helfen, durch bewusstes Radfahren nach den Vorschriften der StVO, mehr Sicherheit für sich und für andere Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Die Tour startet nach Feierabend gegen 18 Uhr am ADFC Infoladen in Brackel. Es wird abgefragt, ob die Teilnehmer Fragen haben oder bestimmte Orte vorschlagen, an denen sie unsicher sind. Wenn nicht, werden die umliegenden Orte abgefahren und an Kreuzungen oder anderen Stellen die geltenden Verkehrsregelungen besprochen.

Die Tour richtet sich an alle Radfahrenden, die Interesse haben, sich regelgerecht im Straßenverkehr zu bewegen. Viele kennen die Beschilderung seit Jahrzehnten aus Sicht der Frontscheibe eines PKW. Im Alter wird mehr und mehr Fahrrad gefahren, mit Pedelecs wird auch mal schneller gefahren und plötzlich sind Regelungen zu beachten, die man als Kraftfahrer nicht so häufig wahrgenommen hat. Insbesondere sind viele Leute – aller Altersklassen – unsicher, wo sie mit dem Fahrrad überhaupt fahren dürfen oder müssen.

Was hat dich veranlasst, eine Radtour zu Verkehrsregeln anzubieten?

Der Anlass war ein Plakat des ADFC Norderstedt, der wohl jedes Jahr ein paar solcher Touren anbietet. Ich hatte mich schon längere Zeit mit dem Thema befasst, denn ich hatte mehrfach gesehen, dass sogar einige Tourenleiter bei Fahrten mit der Gruppe die Verkehrsregeln nicht ganz sicher beherrschen und vermitteln. Die Fahrprüfungen sind oftmals Jahrzehnte her und nicht jeder hat sich mit den Änderungen der Vorschriften befasst. Beim Radfahren wird leider sehr oft einfach die Gewohnheit gewählt und nicht die Verkehrsregel.

Spielte die Vermittlung von Verkehrsregeln in eurer Kreisverbandsarbeit bisher schon eine Rolle und ist das nun ein logischer nächster Schritt oder hat der aktuelle Anlass euch ein neues Tätigkeitsfeld “aufgezwungen”?

Im ADFC Kreis Harburg e.V. spielt die Vermittlung von Verkehrsregeln schon lange eine große Rolle. Wir bieten immer wieder Tourenleiterkurse an, so dass die Tourenleiter befähigt sind, sich nach den aktuellen Vorschriften der StVO zu bewegen und dies auch an die Tourenteilnehmer vermitteln können. Da aber nicht alle Radfahrenden auch die ADFC Touren mitfahren, bieten wir als weiteren Schritt nun diese Tour „Verkehrsregeln“ separat für Jedermann an. Wir hoffen durch das Bewerben in der Presse auf viele Teilnehmer.

Desweiteren haben wir im Landkreis die Orte abgefahren und festgestellt, dass überall noch unzulässig die Radwegebenutzungspflicht für Fußwege angeordnet ist. Betroffene Einzelpersonen haben dann Anträge bei der Verkehrsbehörde gestellt, diese unzulässige Anordnung aufzuheben. Erste Erfolge wurden erzielt und erste blaue Schilder wurden entfernt. Dadurch hat sich aber auch ein neues Tätigkeitsfeld ergeben, denn viele Radfahrende müssen das Fahren auf der Fahrbahn erst lernen. Viele Leute fühlen sich im Straßenverkehr unsicher, obwohl die objektive Sicherheit genau dort am größten ist.

Die Radtouren „Verkehrsregeln“ werden also auch dazu beitragen, dass Radfahrende sich daran gewöhnen, die Fahrbahnen zu benutzen und lernen, dass es kein gültiges „Recht des Stärkeren“ im Straßenverkehr gibt.

Wann und wo wird die Tour sein?

Die erste Tour wird am 27. Mai ab Infoladen in Brackel stattfinden. Wir haben einen Zeitraum von ca. zwei Stunden vorgesehen. Für den 26. August ist vorerst eine zweite Tour dieser Art geplant. Alle Touren starten um 18 Uhr.

Wenn die Beteiligung gut ist, können evtl. schon in diesem Jahr weitere Touren „Verkehrsregeln“ an verschiedenen Orten im Landkreis ins Angebot des ADFC kommen.

Es wird auch angedacht, mit Asylbewerbern solche Fahrten durchzuführen. Aktuell werden Räder gesammelt und mit den Flüchtlingen repariert; einige Orte sind schon gut versorgt. Leider stehen aber noch nicht überall Tourenleiter zur Verfügung.

Es gibt also immer wieder neue Aufgaben für den ADFC.

avatar

Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
Dieser Beitrag wurde unter ADFC, Allgemein, Radtouren, Radverkehr, Technik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.