Poller und Radfahrende Teil 3: Der nächste Versuch, einen dokumentierten Sturz eines Radfahrers aufgrund eines ausfahrenden Pollers zu finden

Anfang Januar hatte ich davon berichtet, dass in der dortmunder Verwaltung ausfahrende Poller als gefährlich für Radfahrer gelten und man deswegen stundenlang nicht legal durchfahren kann. Im Februar hatte ich dann berichtet, dass man in Leipzig dies anders sieht und rund um die Innenstadt mehrere Anlagen hat. Auf eine Anfrage für adfc-blog.de schrieb die Polizei in Leipzig:

Die Polizeidirektion Leipzig hat nach den durchgeführten Recherchen keine Unfallvorgang mit einem derart kuriosen Sachverhalt polizeilich aufgenommen und registriert.

Auch in Magdeburg gibt es Poller und zwar auf der Sternbrücke, die die City mit einem zentralen Erholungsgebiet verbindet. Die Dortmunder Stelle liegt hingegen in einer ruhigen Seitenstraße, die nur für ein Quartier die direkte Verbindung in die City darstellt. Die Brücke in Magdeburg ist stark von Radfahrenden frequentiert, erklärt Michal Reif, Pressersprecher der Stadt, auf Anfrage für adfc-blog hin. Zahlen der Radfahrenden liegen der Stadt nicht vor, ebenso nicht Zahlen, wie häufig der Poller ein- und ausführt.

(Foto. Norbert Paul)

(Foto. Norbert Paul)

Man hat im Magdeburg nur links ein Schild angebracht <ACHTUNG Automatische Polleranlage> und auf eine Ampel – die es in Dortmund gibt – verzichtet, obwohl die Poller dort meinen Beobachtungen nach viel häufiger ein und ausfahren.

Auf Anfrage für den ADFC-Blog hin, wurde die Situation von der Polizei Magdeburg innerhalb von zwei Tage ausgewertet.

Diese [Auswertung] ergab, dass in der Zeit von 01.01.2009 bis 31.12. 2013  sich keine Unfälle mit Radfahrer an der durch die Stadt betriebene Polleranlage ereignet hatten und derzeit auch nicht bekannt sind. Eine Anfrage an die Stadt wurde ebenfalls negativ beschieden.

Eine Gefahr für die Radfahrer besteht, nach einem Ortstermin, dort nicht, da die Abstände zwischen den stationären und versenkbaren Pollern so groß sind, um gefahrlos bei einem auftauchenden Poller zu reagieren.

Auch die Stadt, so Reif, hat noch nie von einem Unfall mit Radfahrenden im Zusammenhang mit den Pollern gehört. Es gibt nur vereinzelt Unfälle von meist alkoholisierten Autofahrern.

Den magdeburger Abstand von 1,50 Metern haben die Poller in Dortmund nicht (ca. 0,9 Meter von Außenkante Poller zum Bordstein, zwischen den Pollern ca. 1 Meter) , sind aber immer noch weit genug voneinander entfernt, um hindurchfahren zu können.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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2 Responses to Poller und Radfahrende Teil 3: Der nächste Versuch, einen dokumentierten Sturz eines Radfahrers aufgrund eines ausfahrenden Pollers zu finden

  1. avatar Lothar Wenzel sagt:

    Hallo Herr Paul,
    in dem Artikel ‘Poller und Radfahrende Teil 3: Der nächste Versuch, einen dokumentierten Sturz eines Radfahrers aufgrund eines ausfahrenden Pollers zu finden’ist wohl ein Tippfehler. Im letzten Absatz steht: (ca. 0,9 cm von Außenkante Poller zum Bordstein, zwischen den Pollern ca. 1 Meter). 0,9cm zum Bordstein?
    Ansonsten finde ich Ihre Artikel sehr informativ und lese sie gerne. Weiter so!
    Mit freundlichen Gruß
    L. Wenzel

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Ich hatte ursprünglich 90 cm geschrieben, wollte dann aber bei allen Zahlen die gleiche Maßeinheit wählen und dann habe ich wohl das c nicht gelöscht. Danke für den Hinweis – wird gleich korrigiert.

      Und danke für das positive Feedback!

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