Schilderrätsel 12: Mit der Radwegweisung zu FH und TU Dortmund – oder auch nicht – Teil 1

Ziemlich genau 3 Monate (!) nachdem ein einzelnes – in die Irre führendes – Radwegweisungsschild Richtung Campus Süd in Dortmund aufgetaucht war, wurden diese Woche weitere Schilder aufgehängt. Eine kleine Rundreise zur Radwegweisung.

Die Rundreise startet westlich der Schnettkerbrücke, die es schon mehrfach zu Berichten im ADFC-Blog gebracht hat. Sie ist längst der zu gering dimensionierten Flaschenhals des Radverkehrs zur FH und TU Dortmund. Um die Problemlage halbwegs zu bewältigen hat die Stadt Dortmund beschlossen, die Wegweisung des NRW-Alltagnetztes auf der einen Seite in die eine Richtung und auf der anderen Seite in die andere Richtung auszuschildern, was die notwendige Beschilderung um einiges komplexer macht als wenn auf beiden Seiten der Brücke ausreichend dimensionierte Fuß- und Radwege vorhanden wären.

Die Verwaltung hatte im Vorfeld der Überarbeitung der Beschilderung – das sei positiv angemerkt -, den ADFC um Stellungnahme gebeten. In dieser Stellungnahme hatte der ADFC auf eine weitere Herausforderung hingwiesen:

 Insbesondere sehen wir es kritisch, dass nur der Campus Nord bei der Beschilderung berücksichtig wird, obwohl es vier Standorte gibt (kleinere private Hochschulen bleiben dabei unberücksichtigt):

  • Campus Nord: TU Dortmund und FH Dortmund
  • Campus Süd: TU Dortmund
  • Standort Max-Ophüls-Platz: FH Dortmund
  • Standort Sonnenstraße: FH Dortmund

Dies stellt einige Herausforderungen an die Beschilderung. Wir schlagen vor:

  • Da es mit dem Campus-Nord auch einen gemeinsamen Campus gibt, schlagen wir vor bei der Beschilderung die Standorte zu wählen und nicht die Hochschulen als solche, da dies eindeutiger ist.
  • An der Möllerbrücke kann problemlos Richtung „FH Standort Sonnenstraße“ ausgeschildert werden (ergänzend auch an der Kreuzung Hohe Straße/Sonnenstraße).
  • An der Kreuzung Lindemannstraße/Wittekindstraße kann problemlos […] eine kurze Strichstrecke Richtung „FH Standort Max-Ophüls-Platz“ ausgeschildert werden.
  • Vereinfachend kann „Technische Universität/Fachhochschule“ verwendet werden, wenn alle Standorte im folgenden erreicht werden können. Dies trifft auf den Anfang […]  ab Hbf zu bis zur ersten Abzweigung zum Standort Sonnenstraße (s. o.) [zu].

Die Ausschilderung „(S) Universität“ ist nur nahräumlich von Bedeutung, soweit dies die nächstgelegene Haltestelle der S1 ist. „Campus Nord“ und „(S) Universität“ sind Ziele, die sich an unterschiedliche Zielgruppen wenden und daher beide aufzuführen sind, so dass ein Verzicht auf das Ziel „(S) Universität“ nicht sinnvoll ist. Der faktische Zielpunkt kann dabei identisch bleiben.

Je nach Richtung aus der man kommt, sieht der Wegweiser kurz vor der Brücke so aus:

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Von <Campus Süd> und <Campus Nord> ist nicht die Rede. Auch nicht von <Universität> oder <Universität S>. Den Weg zur Immatrikulation legt man besser nicht mit dem Rad zurück, da man spätestens hier nur noch erkennen kann, wie es zurück geht zum Hauptbahnof (<[Bf] Do-Zentrum>). Vielleicht fährt man auch in Richtung Bochum weiter, um sich an der Ruhr-Universität Bochum einzuschreiben.

Wer durch Passanten oder Eingebung den richtigen Weg gewiesen bekommt, nähert sich irgendwann einer T-Kreuzung. Vor der Kreuzung fehlt es an Informationen für Radfahrer. Die gibt es nebenan aber für den motorisierten Verkehr, der die B1/A40 verlässt.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Also erst einmal die Bedarfsampel betätigen und warten. Auf der anderen Seite gibt es nähere Infos.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Dem Vorschlag vom ADFC entsprechend gabeln sich hier Wegweisung in Richtung <Campus Süd> nach links und <Campus Nord> nach rechts. Wer hingegen nach Huckarde und Dorstfeld gewollt hätte, wäre am besten vor den Ampeln nach rechts auf die Fahrbahn abgebogen um auf schöner Asphaltstraße entspannt dem Ziel entgegen zu rollen bergab. Die ausgeschilderte Route hat mehr Höhenmeter, ist länger und weißt den schlechteren Belag auf, ist aber für Sonntagsradfahrer am Sonntagnachmittag sicherlich schöner als die direkte Route; das NRW-Netz ist aber primär für den Alltagsverkehr gedacht. Problematisch ist aber, dass das Schild Richtung Campus Nord nicht direkt von vorne zu sehen ist, sondern abgewinkelt ist und teilweise durch die anderen Schilder verdeckt werden kann je nach Standort. Spätestens bei Dunkelheit ein Problem. Und dann ist auf dem Schild auch noch das nähere Ziel in der unteren Zeile zu finden.

Wenn man sich Richtung Campus Nord hält, kommt bald die nächste Wegweisung, die man wieder nicht senkrecht zur Fahrtrichtung steht, so das man das Tempo verlangsamen muss oder gar anhalten muss.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Wenn man in den richtigen Weg eingebogen ist, sieht man erst, dass man in eben diesen eingebogen ist.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Es wurde sogar an <Campus Süd> an dieser Stelle gedacht. Nicht hingegen an einem alten Wegweiser, der kurz darauf folgt. Er ist aber halbwegs brauchbar von der Aufstellung her.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Hier geht es wieder undifferenziert zur <Universität>. Am nächsten Wegweiser geht es dann Richtung <S Universität> zur Abwechslung. Jedoch ist das Ziel <S Universität> sinnfrei, da da die ebenfalls ausgeschilderte Haltestelle <S Dorstfeld Süd> (gleiche S-Bahn-Linie) viel näher liegt. Auch hier ist die Aufstellung halbwegs ok in Fahrtrichtung Campus Nord.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Der nächste Wegweiser steht dann wieder mal auf der anderen Seite einer zweispurigen Straße.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Auf ihm gibt es wieder das Ziel <S Universität>. An dieser Stelle wäre neben der Wegweisung <Campus Nord> auch eine zusätzliche Wegweisung zur nächsten Bahnhaltestelle <S Universität> sinnvoll. Hier wiederum ist die Ausschilderung von <S Dorstfeld Süd> in Gegenrichtung noch gerade ok unter Berücksichtigung der Strecken.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Wenn man hier von links gekommen wäre, hätte ein Zwischenwegweiser auf der eigenen Seite mit den Wegweisern auf der linken Seite konkurriert. Spätestens bei Dunkelheit führt das zum Verfahren.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

An der Stelle erfährt der oder die zukünftige Ersti nicht, dass man am besten gerade ausführt, um auf den Nord Campus zu kommen. Wer der Wegweisung zur S-Bahn folgt, führt einen Umweg mit Ampel und einigen Höhenmetern. Völliges Verfahren nicht ausgeschlossen. Der nächste Wegweiser steht dann völlig versteckt. Man käme von da, wo auf dem Bild ein Auto zu sehen ist. Wie man dann zur versteckt liegenden Haltestelle kommt, ist dann nicht mehr weiter ausgeschildert und irgendwann ist man dann am Campus Süd.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Die Ausschilderung in Gegenrichtung Richtung <S Dorstfeld Süd> ist hier nicht mehr sinnvoll, da die Haltestelle Universität deutlich näher ist und zudem über Fahrstühle verfügt.

Wäre man oben Richtung <Campus Süd> abgebogen, stände auf dem nächsten, neuen Wegweiser nur <[Bf] Bochum> als Ziel. Da bringt es nichts, dass man ihn gut sehen kann.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Wer dann eine Runde um den Kreisverkehr dreht, kommt zu dem oben erwähnten vor 3 Monaten aufgehängtem Hinweisschild und wird erstmal in die falsche Richtung geschickt und ist dann völlig aufgeschmissen. Dazu mehr im nächsten Teil.

Hat jemand von den Leser_innen Lust, sich auf die Suche nach der Wegweisung aus anderen Stadtteilen (Barop/Hombruch oder Dorstfeld) zu machen und das zu dokumentieren? In Folge 2 werde ich noch die Strecke über Klein-Barop zum Campus Süd diskutieren.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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