Schilderrätsel 12: Mit der Radwegweisung zu FH und TU Dortmund – oder auch nicht – Teil 2

Im ersten Teil, wurde die Anfahrt zum Campus Nord beschrieben. Im zweiten Teil soll es nun aus der City in Richtung Campus Süd gehen.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Die Stadt Dortmund hat positiverweise den Hinweis aufgegriffen, nicht pauschal zur Universität auszuschildern (s. Teil 1). An der Stelle, an der der ADFC vorgeschlagen hatte, die Strecken zu splitten, erfolgt dies auch. An dieser Stelle setzte ich nun ein und halte mich links.  Die nächste Wegweisung kennt dann nur noch <Bochum> als Ziel – immerhin ist gut zu erkennen, wohin es geht.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Wer ein bisschen Erfahrung mit dem NRW-Radwegenetz hat fährt dann hoffentlich sicherheitshalber eine Runde um den Kreisverkehr.

An diesem Kreisverkehr wird es auch für andere Radfahrende schwierig, wenn sie an dem schon in Teil 1 erwähnten Hinweisschild Richtung <Hombruch> oder <S Barop> (da diese Haltestelle an einer anderen S-Bahnlinie als die Haltestelle <S Universität> liegt, ist die Erwähnung sachgerecht.) gefahren sind.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Vor dem Kreisverkehr gibt es plötzlich nur noch ein Hinweis zum Stadion. Das könnte man – wenn nicht gerade dichter Nebel ist – ab da auch so finden.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Im Hintergrund des Bildes ist es schon zu sehen.

Zurück zum erfahrenen Radfahrer, der den Kreisverkehr umrundet. Nach 3/4 des Kreisverkehres trifft er dann auf das erwähnte vor 3 Monaten aufgehängtem Hinweisschild. Der ADFC hatte eine direktere Führung vorgeschlagen. Vor allem muss man in Gegenrichtung die Steigung auf der ADFC-Strecke auf einem Feldweg bewältigen und nicht auf einer Straße mit Verkehr.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Zuerst fällt das nur einseitig bedruckte Schild auf. Wenn man näher kommt, kann man auch erste Ziele erkennen.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Jetzt taucht auch ein Hinweis Richtung Zentrum auf. Sinnvollerweise müsste dieses Ziel aber schon viel eher stehen – mindestens ab Campus Nord. Immerhin ist man – so die naive Annahme des Ortsunkundigen – nun Richtung Campus Süd unterwegs. In Wirklichkeit geht es erst einmal unnötig in die falsche Richtung.

In die Gegenrichtung steht die Wegweisung vor dem Kreuzverkehr, aber auch wieder viel zu weit vom Radweg entfernt. Auch ist unklar, warum das Schild Richtung Bochum nicht auch auf der rechten Seite des Masten befestigt wurde um so näher am Radweg zu sein.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Es wäre sinnvoll gewesen, auf jeweils vor der Kreuzung eine Übersichtstafel aufzustellen, wie es in der allgemeinen Ausschilderung vor Kreisverkehren üblich ist. Immerhin ist diese Strecke auch in der Diskussion für den Radschnellweg Ruhr.

Kurz darauf geht es auf die Fahrbahn und jenseits des Fußweges steht dann ein Pfosten, auf dessen rechter Seite ein Hinweisschild angebracht ist, dass einen zurück in die City leitet. Hierbei wurde ebenfalls ein ADFC-Vorschlag aufgegriffen und der Weg neu über diesen Feldweg geführt.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Optimal wäre, wenn ebenso gut zu erkennen wäre, dass es geradeaus zu den anderen Zielen geht, die vorher schon erwähnt wurden. Dafür muss man aber wieder anhalten. Jedoch sind diese Schilder frontal – aber auf den gegenüberliegenden Straßenseite – zu sehen, wenn man in Gegenrichtung aus dem Feldweg kommt. Der Radwegweisung folgend, kommt aus dem Feldweg ja keiner aus Richtung City aber man kann auch unter der Schnettkerbrücke entlang kommen und kommt dann aus dem Radweg.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Aufgrund der Steigung kommt man nun richtig in Fahrt und dann tauchen auf der linken Seite, halb im Gebüsch (und bald bestimmt ganz) die nächsten Wegweiser auf. Hier führte früher die Wegweisung Richtung City links rein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Schilder kürzlich geändert wurden, als das mysteriöse Campus Süd-Schild aufgetaucht war, so dass ich davon ausging, dass der Verlegungsvorschlag des ADFC nicht zum Tragen käme. Nachdem das aber doch geschah, bleibt fraglich, warum diese nachteilige Route beibehalten wird. Auch wenn es für eine Fahrbeziehung vielleicht 2 Höhenmeter mehr und ein paar Meter Umweg bedeutet, hat die neue Wegweisung viele Vorteile. Der Belag ist fast durchgängig Teer, es gibt keine Regenfurchen in einer unübersichtlichen Kreuzung, keine Autoverkehr und keine nachts sehr unübersichtliche Stellen.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

In Gegenrichtung geht es wieder in Richtung <S Universität> und nicht Richtung <Campus Nord>. Das ist aber durchaus richtig, da es – aus Sicht der Gegenrichtung – kurzvorher eine Abzweigung gibt in diese Richtung (s. u.). Richtung <S Universität würde ich aber entsprechend auch ausschildern wie zum Campus Nord über die ruhigere Strecke, die auch einige Höhenmeter weniger bedeuten würde zur S-Bahn-Haltestelle.

Nach einem Zwischenwegweiser erreicht man dann den nächsten Gabelungspunkt. Vom Straßenverlauf wären vermutlich alle Ortsunkundigen hier nach links abgebogen Richtung <Campus Süd>. Richtig wäre aber gewesen, nach rechts abzubiegen. Hier ändert sich das Ziel in <Universität>. Korrekter wäre aber gewesen, die zweite Zeile des Schildes auch zu nutzen und <Campus Süd> und <Campus Nord> getrennt zu erwähnen mit unterschiedlichen km-Angaben. Für die Radfahrer, die von Rechts kommen, muss hier Campus Nord erwähnt werden, da die Anbindung an die Strecke über die Schnettkerbürcke vor allem mehr Autoverkehr bedeuten würde. Das Switschen zwischen nicht synonymen Zielbezeichnungen ist zwingend zu vermeinden, da das viel Wissen voraussetzt für Ortsunkundige. Die Erwähnung von <Do-Zentrum> ist auch hier sinnvoll, da es in Gegenrichtung kommend sinnvoll ist, eine andere Strecke zu fahren als über die Schnettkerbrücke.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

In Gegenrichtung steht noch ein Zwischenwegweiser, der alle Radfahrende in eine Richtung lenkt und abgebaut gehört. Bei viel Verkehr und oder im Dunkeln verleitet dieser Zwischenwegweiser zu schnell dazu, nach links abzubiegen.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Jedoch ist der Wegweiser Richtung Universität aus dieser Richtung so gut wie gar nicht zu erkennen.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Auf dem Rückweg verdeckt dieses Schild dann auch noch die anderen teilweise. Wieder mal werden unnötige Zwangshalte zur Orientierung verursacht.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Für ortsunkundige Leser_innen noch einmal der Hinweis, dass auf dieser Strecke also der Radverkehr Richtung Campus Süd über die Schnettkerbrücke und der Radverkehr in Richtung Campus Nord und Campus Süd aus Richtung der zweiten Verbindung aus der City – an der Stelle schon vereint mit der Verbindung aus Hombruch – entlang geleitet wird. Und es muss erinnert werden, dass am Campus Nord der Hauptteil der FH Dortmund angesiedelt ist. Die pauschale Ausschilderung <Universität> ist also schlicht unpräzise, im Zweifelsfall verwirrend und irreleitend.

Dann geht es vorbei an den Resten einer alten Beschilderung, die nur noch sehr fragmentarisch vorhanden ist, deren Reste die Stadt Dortmund aber auch nicht einsammelt.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

An der nächsten Weggabelung fehlt dann schlicht ein Zwischenwegweiser.

(Foto. Norbert Paul)

(Foto. Norbert Paul)

An der nächsten Kreuzung sieht man erstmal gar keinen Wegweiser:

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Erst mitten auf der Kreuzung sieht man parallel aufgestellte Wegweiser.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Der eine hängt links im Bild an der Laterne, der andere rechts an der Ampel. Aufgenommen wurde das Bild (sieht nur aus wie Weitwinkel) von der Stelle, an der die vom ADFC vorgeschlagene Strecke zum Campus Süd von der Schnettkerbrücke auf diese Kreuzung getroffen wäre. Beschilderung, die man erst einmal suchen muss, ist ein No-Go. Richtung Campus Süd steht dann weiterhin keine Beschilderung aktuell. Bei aller Kritik darf aber nicht vergessen werden, dass der Vorschlags des ADFC aufgegriffen wurde, den Campus Süd zu berücksichtigen bei der Beschilderung und dass das aufgrund der in Teil 1 genannten Probleme mit den Hochschulstandorten nicht ganz leicht ist.

In Richtung Campus Nord folgend, kommt noch ein Zwischenwegweiser und das Ziel ist erreicht.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)


 

Auch aus anderen Richtungen gibt es sicherlich viele Probleme und Unstimmigkeiten. So steht auch im Technologiepark z. B. ein Schild, dass nur zur S-Bahn leitet, nicht aber zu den Campussen oder gar zu den anderen FH-Standorten, die ja vom Hauptstandort auf dem Campus Nord aus auch erreichbar sein müssten dank einer soliden Ausschilderung.

(Foto: Norbert Paul)

(Foto: Norbert Paul)

Auch kann ich mich nicht daran erinnern, eine Ausschilderung zum Technologiepark gesehen zu haben. Zumindestens ab <Campus Nord> wäre das aber geboten.

Die Rückfahrt konnte ich nur teilweise betrachten in dem Bericht und ganz außen vor gelassen habe ich die Wegweisung im Citybereich bis zum Hauptbahnhof.

 

Corrigendum 27.4.2014 17:38:

Der Satz ” Der Radwegweisung folgend, kommt aus dem Feldweg ja keiner aus Richtung City, da die Gegenrichtung über die anderen Brückenseite geführt wird (und der ich auch gefolgt bin). Sieht nach einem Kompromiss aus, der hier gar nicht nötig wäre.” wurde durch “Der Radwegweisung folgend, kommt aus dem Feldweg ja keiner aus Richtung City aber man kann auch unter der Schnettkerbrücke entlang kommen und kommt dann aus dem Radweg.” ersetzt und das nachfolgende Foto wurde ebenfalls eingefügt.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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5 Responses to Schilderrätsel 12: Mit der Radwegweisung zu FH und TU Dortmund – oder auch nicht – Teil 2

  1. avatar Fabian sagt:

    Hey Norbert,

    deine Beschreibung “In Gegenrichtung steht noch ein Zwischenwegweiser, der alle Radfahrende in eine Richtung lenkt und abgebaut gehört. Bei viel Verkehr und oder im Dunkeln verleitet dieser Zwischenwegweiser zu schnell dazu, nach links abzubiegen.” ist an dieser Stelle nicht ganz korrekt. Dieser Zwischenwegweiser ist ein Wegweiser für den EmscherRadweg, erkennbar durch das kleine Themenroutensymbol.

    Auf der Seite http://www.radverkehrsnetz.nrw.de/RVN_schilder01.html
    ist das so beschieben: “Zur Bestätigung der Routenführung auf der Strecke kommen quadratische Zwischenwegweiser mit Fahrradsymbol und Richtungspfeil zum Einsatz. Wenn Themenrouten, die nicht mit der rot-weißen Beschilderung ausgewiesen sind, das Netz verlassen, wird dies mit entsprechenden Piktogrammen verdeutlicht.”

    Ansonsten toller Bericht. Leider ist die Umsetzung der Beschilderung echt ernüchternd. Da hätte man sich das Geld auch spren können. Weil gerade für Ortsunkundige ist es alles andere als hilfreich und alle anderen fahren eh, wie sie es gwohnt sind oder wissen.

    Schönen Gruß, Fabian

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Hallo Fabian,

      darauf muss man erstmal kommen, dass ein Zwischenwegweiser nur für eine Route gilt, wenn ein Symbol drauf ist. Danke für den Hinweis.

      Da der Emscher-Rad-Weg nach links geht und nach links auch Schilder des NRW-Netztes gehen, liegt aber so ein Fall hier nicht vor und der Emsiger-Rad-Weg hätte als Einschub unter gemusst. Dabei fällt mir auf, dass im weiteren Verlauf dann nicht mehr von Dorstfeld die Rede ist, sondern von was ja nicht das Gleiche ist.

  2. avatar Grünschnabel sagt:

    Genau so lausig ist die Beschilderung hier in Nürnberg, nur dass die Schrift in ziemlich hellem Grün auf weißem Grund ist. Die Schilder sind zu klein, die Schrift ebenfalls und sie sind oft viel zu hoch angebracht, wie auch auf einigen deiner Fotos zu sehen noch oberhalb der normalen Verkehrszeichen. Ich sehe dann zwar schon von weitem ein Schild, kann aber noch nicht entziffern, was draufsteht. :-(
    In Dänemark Hab ich teilweise tolle Schilder entdeckt: groß, große Schrift, von Weitem deutlich lesbar und gut sichtbar relativ niedrig, ca einen halben Meter vom Boden entfernt, angebracht.
    Echt Schade um den Aufwand, wenn der Nutzen eher gering ist.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Hohe Beschilderung verhindert Vandalismus besser. Ein Teil der neunen Schilder ist ja jetzt schon wieder beschmirrt. Aber ich kann mir nicht vorstellen. Mehr Gründe gäbe es für hohe Schilder nicht.

      Und ich würde gerne mal Fotos sehen von den Wegweisern im Lichtkegelbereich. :-)

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