Greenwashing für PS-Freunde

Symbolbild Tesla Model S P85 (Foto: Kowloonese, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Symbolbild Tesla Model S P85 (Foto: Kowloonese, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Die Basler Zeitung berichtet heute über eine angebliche Benachteiligung der E-Autos. Eine Basler Firma klage darüber, dass sich die Steuern für das Auto auf 1150 Franken im Jahr belaufen würde.

Die Basler Firma Tschantré legt Wert auf ökologische Fahrzeuge. Auch bei den repräsentativen Firmenfahrzeugen für die Geschäftsleitung. Deshalb hat sich das Unternehmen für das mit Strom betriebene Elektroauto Tesla S85 entschieden. Ein eleganter Sportwagen mit einer Leistung von 367 PS, der den Sprint auf 100 km/h in 5,6 Sekunden schafft. Fahrvergnügen pur für die Geschäftsleitungsmitglieder Dominik Tschon und Alfred Uebersax.

Selbst Solinger Gelenkbusse kommen mit 160 PS beim Hilfsantrieb aus, also weniger als der Hälfte. Und die müssen damit deutlich größere Lasten bewegen können. Die Leistung von 367 PS reicht auch aus einen Linienbus anzutreiben. Ein aktueller Mercedes-Citaro-Bus kommt z. B. mit 245–326 PS aus.

Laut dem Justiz- und Sicherheitsdepartement sei der Antriebsstoff aber nicht relevant für die Steuerberechnung, sondern allein der Hubraum bzw. das rechnerisch ermittelte Äquivalent. Je dicker die Karre, desto höher also die Steuern. So gibt es einen Anreiz, kleine Autos zu kaufen – und davon hat die Umwelt dank verringerten Ressourcenverbrauch wirklich etwas.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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3 Antworten zu Greenwashing für PS-Freunde

  1. avatar Markus MK sagt:

    Bereits ein normaler, nach VCD-Umweltliste effizienter Kombi-Pkw, ist schon eine extreme Verschwendung. 3/4 des Kraftstoffes dienen der Wärmeerzeugung. Mit unserer Muskelkraft verhält sich das wohl ähnlich. Der Tesla würde ohne das Paket im Unterboden in der Reichweite versacken. Immerhin reichen die Tesla-Akkus, um in Landstraßengeschwindigkeit mit 7 Personen vom Ruhrgebiet an die Nordseeküste zu gelangen. Mit einem Pedelec geht’s 15 x sparsamer, aber nicht in fünf, sondern in 16 Stunden? Das Märchen vom umweltfreundlich sauberen Elektroauto ist wohl den feinstaubbelasteten Innenstädten geschuldet. Selbst in einigen sauerländischen Mittelstädten glaubt man diesen Wahnsinn und das Parken für Elektroautos ist kostenlos. Wo die Abgase entstehen oder vor allem die Rohstoffe für die Akkus herkommen, lässt sich anhand der Erschließung neuer Kriegsgebiete sicher ermitteln.

  2. avatar Grünschnabel sagt:

    Wer sich 367 PS leisten kann, wird sich wohl auch die dazugehörige Steuer leisten können. *runzeldiestirn*

  3. avatar Pedelecer sagt:

    Benzin und Diesel betriebene Autos und Lkw machen aber 10% den städtischen Feinstaubs aus! Deshalb wurden ja 100& der Autofahrer mit der Plakette “abgezockt”. Nur hat noch niemand geschrieben, was mit dem Geld gemacht wurde! Wahrscheinlich kommt der Feinstaub von den Feldern vor der Stadt, man sollte die Bauern zur Kasse bitten? Nur gut, das die Menschen schon ein µ (mü) fest stellen können.

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