Wie geht es weiter mit “Radfahren in Dortmund – aber sicher”?

Während das Logo zu der Kampagne von Stadt und Polizei – Verbände wie der ADFC werden nur zu einzelnen Veranstaltungen eingeladen – inzwischen mit dem Schlagwort <Kriminalität> im Presseportal der Polizei Dortmund zum Download bereit steht für die Presse, finden sich auf der Kampagnenseite der Stadt Dortmund keine Infos, was denn dieses Jahr passieren soll, obwohl es dieses Jahr weiter oder – besser – richtig los gehen sollte.

Screenshot Presseportal der Stadt Dortmund

Screenshot Presseportal der Stadt Dortmund

Bevor Radfahren wieder zu einer gefährlichen Sache erklärt und die Verantwortung des Fehlverhaltens von Autofahrer auf den Radverkehr abgewälzt wird, ist ein Ruhen der Kampagne das kleinere Übel.

Wie eine Aktion in Heidelberg, die zum bisherigen Charakter der Dortmunder Kampagnen passen würde, ausging und warum das so ist, war zwischenzeitlich Thema im PresseRad-Blog.

Halten wir also fest: Wenn es in Heidelberg einen Unfall gibt, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Radfahrer beteiligt ist. Aber wenn ein Radfahrer beteiligt war, dann deswegen, dass Radfahrer übersehen werden.

Deswegen startet das Polizeipräsidium Mannheim jetzt eine groß angelegte Kampagne, in der die Auto-, LKW- und Busfahrer dahingehend sensibilisiert werden, aufmerksamer, wacher, konzentrierter, defensiver und vor allen Dingen langsamer zu fahren, so dass in Zukunft weniger Radfahrer übersehen werden.

Ach nein, stimmt gar nicht, muss ich wohl geträumt haben. Denn stattdessen  werden die Radfahrer als Sorgenkinder deklariert “plädiert [die Polizei] für Neon-Westen und Tages-LED-Beleuchtung” führt die Polizei großangelegte  Kontrollaktionen der Radfahrer durch.

Ein wenig wundert man sich bei der Polizei schon, dass eben diese Kontrollaktionen so recht nichts gebracht haben, somit keine positiven Effekte in der Unfallbilanz erkennbar sind:

Doch einen an den Zahlen ablesbaren Effekt dieser Aktionen gebe es nicht, erklärt Schäfer.

Abgesehen von den sicherlich richtigen Kontrollen bezüglich Alkohol, Geisterradeln und Rotlichtverstößen, wäre es vielleicht doch mal eine schlaue Idee, den Autofahrern in groß angelegten Kontrollaktionen auf die Gasfüße zu schauen?

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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