SPD Dortmund gelingt Ausbremsen des Radschnellweges Ruhr nicht

Brunnen im Vordergrund, Rathaus im Hintergrund

Hier wird in Dortmund Politik gemacht: Das Rathaus Dortmund (Foto: Stefanie Kleemann, Dortmund-Agentur, Stadt Dortmund)

Eine Bitte um Stellungnahme der SPD Dortmund im Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung, Wohnen und Immobilien gibt einen Eindruck davon, welche Bedeutung die Sozialdemokraten dem Radverkehr in Dortmund beimessen.

Im Zuge der Planungen des Radschnellweges Ruhr drohen andere Radwegeverbindungen in Dortmund in den Hintergrund zu treten. Der SPD-Fraktion im Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung, Wohnen und Immobilien ist aber sehr an einem Ausbau aller Radwege in Dortmund gelegen.

Zuerst ist es verwunderlich, dass die SPD z. B. nicht fragt, ob ein Ausbau der Planungskapazitäten nötig ist. Die vorhandenen Planungskapazitäten reichen also aus Sicht der SPD wohl aus bzw. ist sie nicht bereit, sich für mehr Planungskapazität zu engagieren; es geht also nur darum, wie diese genutzt werden sollen. Vorrang soll aus Sicht der SPD Dortmund z. B. nicht die Planung eines integrierten Radverkehrsnetzes haben; darunter verstehe ich eine Integration eines ausgeschilderten Netzes in die vorhandene (Straßen-)Infrastruktur, das die Ortsteile und wichtige Ziel miteinerander verbindet. Beim durch die StVO festgelegten Begriff Radweg ist der Netzgedanke ohne Bedeutung, denn der Begriff bezieht sich auf die bauliche Gestaltung von Infrastruktur. Anstelle den Verkehrsraum so zu gestalten, dass es keine Radfahrerreservate mehr braucht, will man also auf allen wichtigen Strecken Radfahrerreservate haben, die den Radverkehr von der Fahrbahn fernhalten. So kann man sich der Radverkehrsförderung rühmen ohne Gefahr zu laufen, dass der Radverkehrsanteil so stark steigt, dass eine Politik nötig wird, die den Autoverkehr beschränkt. Mit einem Anstieg des Radverkehrsanteils müsste man hingegen rechnen, wenn man für den den überörtlichen Radverkehr parallel zu den Autobahnen für den Autoverkehr Radschnellwege zu Verfügung stellen würde.

Leider ging der Plan nicht auf, auf dieser Front Stimmung gegen den Radschnellweg Ruhr zu machen. Die Verwaltung antwortete, dass der Planungsaufwand der Verwaltung in Dortmund für den Radschnellweg Ruhr eher gering ist, da dass Projket vom RVR geplant würde und außerdem seinen die Planungen für die von der SPD angesprochenen Verbindungen so gut wie abgeschlossen.

avatar

Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Radverkehr abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to SPD Dortmund gelingt Ausbremsen des Radschnellweges Ruhr nicht

  1. avatar Robert Müser sagt:

    Im aktuellen Wahlk(r)ampf ohne jegliche Höhepunkte sucht sich der wahlkämpfende Politiker gerne ein Feindbild im Form von Radfahrern oder ÖPNV-Nutzern, wo dann der größte Teil seiner autofahrenden Wählerschaft aus Dankbarkeit für den Kampf gegen diese Verkehrshindernisse gerne wieder sein Kreuz an der richtigen Stelle machen wird. Erkenntnisse aus anderen Städten und Ländern zur Förderung des Radverkehrs zur Kenntnis nehmen? Um Himmels Willen, da müssten im autofixierten Dortmund die Prioritäten geänder werden und dies geht nun mal gar nicht …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.