Selbstgemachter Schutzstreifen

In Witten haben Unbekannte einen Schutzstreifen markiert. Da der Schutzstreifen auf keinem Verwaltungsakt zurückgeht, ist es als nichtiger Verwaltungsakt natürlich ungültig. Gesehen wird er natürlich trotzdem und laut derwesten.de hält die Stadt Witten den Schutzstreifen für einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. „Das Problem ist, dass ein Autofahrer wegen der Striche nicht mehr richtig fahren und in den Gegenverkehr geraten könnte,“ zitiert der Artikel Christoph Noelle vom Ordnungsamt.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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3 Kommentare zu Selbstgemachter Schutzstreifen

  1. avatar Markus MK sagt:

    Alle am Verkehr Teilnehmenden, die rechnen können, wissen, was 50 cm Abstand zum Fahrbahnrand zuzüglich Downhill-Lenkerbreite von 70 cm für die Anforderungen an einen Schutzstreifen eigentlich bedeuten…
    “Der abzüglich Schutzstreifen verbleibende Fahrbahnteil muss so breit sein, dass sich zwei Personenkraftwagen gefahrlos begegnen können.” sagt die VwV zur StVO. Der Radverkehr darf natürlich darauf weder behindert noch gefährdet werden. Auch nicht, wenn er bergauf ein wenig pendelt.
    Regelbreite für Schutzstreifen nach ERA 2010 ist 1,5 m, Mindestbreite 1,25 m inclusive Markierung. Verstößt eine Maßnahme sowieso gegen die Regeln und befindet sich der Schutzstreifen breitentechnisch außerhalb der Vorschriften, kann man die Breite großzügig verkleinern…
    Ich finde es gut, dass die Verkehrsbehörde in Witten darauf aufmerksam geworden ist und empfehle den Verkehrsbehörden, auch die von ihnen sebst angeordneten Schutzstreifen fahrradfreundlich auf ihre leider allzu oft täuschende Sicherheit hin zu überprüfen.
    Die seit 1. April 2013 nicht mehr vorhandenen Sicherheitsanforderungen im Gegensatz zu Radfahrstreifen sollten besser nicht zum Anlass genommen werden, den Focus allein auf die Erhaltung des verbleibenden Fahrbahnteils zu richten und alles andere wie Radverkehr übelst an den Rand zu drängen.
    Dass sich zwei Personenkraftwagen gefahrlos begegnen können, hängt auch stark von der angepassten Geschwindigkeit ab.
    Tempo 30 sollte eigenlich immer Priorität vor dubiosen Schrottstreifen haben.

    “Unser Ziel ist die Entschleunigung und Verringerurng des Kraftfahrzeugverkehrs mit dem Effekt, dass das Fahren im Mischverkehr als angenehm empfunden werden kann.” VPP

  2. avatar Philipp R. sagt:

    Dem Zitat ist zu entnehmen, wie viel geistige Selbsteinschätzung die Verwaltung den Autofahrern zutraut. Wäre ein Kreis auf die Straße gesprüht, würde man wahrscheinlich auch erwarten, dass Autofahrer dort eine Runde drehen. Frei nach dem Motto “Tür zu, Motor an, Kopf aus”….

  3. avatar Markus MK sagt:

    Mit Sicherheitsversprechen lebt sich’s eine ganze Weile leichter. Aber man sollte trotzdem wissen, wo die Bremse ist.
    “Hallo Radfahrende! Ich habe euch zufälig gesehen und verlasse mich darauf, dass ihr diese Streifen nicht verlasst, damit ich nicht gezwungen bin, absichtlich in den Gegenverkehr zu geraten. Eure minimalinvasives Streifchen sind sicher, auch wenn die sichere Ideallinie eine andere wäre. Die Fahrradstaffel der Polizei führt in den nächsten Tagen extra Fahrradkontrollen durch, um euch zu zeigen, wie man sich verkehrsgerecht verhält. Die Unfallkasse und der ADAC unterstützen das auch. Nein nein, das hat nichts mit Schuldumkehr zu tun… Die bewerten die Verkehrssicherheit völlig neutral so wie ich das gerne hätte. Sonst würde das Führen von motorisierten Fahrzeugen ja unbezahlbar.”
    http://www.hamburg.adfc.de/index.php?id=77

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