Leihwagen vom Jobcenter

Auf Zeit-Online ist heute ein interessantes Interview mit Reiner Lipka, dem Leiter des Jobcenters in Gelsenkirchen erschienen. Für diesen Blog von Relevanz ist folgende Antwort

Lipka: Viele [Arbeitslose] haben es schlicht verlernt. Die wissen nicht, wie sie zur Arbeitsstelle kommen, wie sie die Bahn benutzen, wie sie eine Straßenkarte lesen sollen. Wir haben deshalb Trainer engagiert, die das mit den Arbeitslosen üben. Wir geben finanzielle Anreize an Arbeitslose, für Arbeitsaufnahmen außerhalb der Stadtgrenzen. Und wir versuchen es mit neuen Ideen: Wir besorgen manchen Arbeitslosen zum Beispiel seit Kurzem einen Mietwagen, drei Monate lang. Die sind dann stolz wie Oskar, wenn wir ihnen den Schlüssel in die Hand drücken. Die kommen nach Hause und sagen: Schau mal, mein eigener Dienstwagen. Den habe ich vom Jobcenter.[…] Wir haben das 200 Mal gemacht bisher, nur einmal ist einer für eine Spritztour nach Süddeutschland durchgebrannt. Das Entscheidende ist doch, dass wir die Menschen ermutigen, ihre Probleme anzugehen.

Die Überlegung finde ich völlig richtig, dass man den Menschen erst notwendige Kompetenzen beibringen muss, wenn die fehlen. Warum im Bereich Verkehr aber nicht auch Radfahren dazu gehört, finde ich komisch, insbesondere da Hartz IV-Empfänger i. d. R. wohl eher auf nicht so pralle bezahlte Stellen vermittelt werden, wenn es dazu kommt.

Leider geht aus dem Interview nicht hervor, wofür die Arbeitslosen die Autos bekommen.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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