Grünphasenlänge und Stau

Passend zur aktuellen WDR-Aktion und dem Dauerthema Rote Ampeln für den Radverkehr:


In den Film gibt es einige interessante Infos, z. b. das die Ampelanlage innerhalb einer Nacht umgestellt werden konnte, nachdem sich am Vortag aller Radfahrende an die Ampel gehalten haben aufgrund einer Polizeikontrolle und das zu einem großen Stau führte. In Deutschland hätten die als Verband fahren können, sobald es grün würde. Das wäre dann eine echt spontane Critical Mass.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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5 Antworten zu Grünphasenlänge und Stau

  1. avatar Philipp R. sagt:

    So viele wie dort plötzlich standen, wäre es wohl eher eine genehmigungspflichtige Radsportveranstaltung gewesen xD
    Und es beweist: Selbst in Holland – dem Vorzeigeland in Sachen Radverkehr – werden Ampelphasen einzig auf Kfz ausgerichtet und alle anderen sollen schön warten….. Ein weiterer Grund für mich, wieso der Schlüssel zu moderner Infrastruktur in “Share the road” liegt und nicht in der Trennung von Kfz und Radverkehr.

  2. avatar Frank ter Veld sagt:

    Über 10 Jahre wohne ich jetzt in Deutschland.
    Geboren und aufgewachsen bin ich in Groningen.
    Auch habe ich 6 Jahre in Utrecht gewohnt.

    Während diese 10 Jahre wird Folgendes immer wieder klar:

    Deutschland: hierarchisch.
    Niederlande: pragmatisch.

    So hat sich Deutschland, und LEIDER auch der ADFC, auf eine wahrlich absurde Diskussion eingelassen über Separation und Mischverkehr. Die Förderung von Radverkehr wird aktuell um Jahrzehnte zurückgeworfen. Es mag sein, dass Mischverkehr vom Grundsatz her eine gute gleichberechtigte Lösung ist [=hierarchisches Denken]…aber was zeigt uns die Praxis?
    Die Praxis zeigt schnelle Kfz, volle Straßen, knappe Überholungen im Längsverkehr und eine große [gefühlte] Unsicherheit von RadfahrerInnen im Mischverkehr. Für diese Verkehrssituationen brauchen wir: Radwege. GUTE Radwege! Weil… wenn sie nicht gut sind dann sind sie Unfug! [=pragmatisches Denken].
    Sitze ich jetzt als Mitglied im Ausschuss für Verkehr der Stadt Wuppertal dann höre ich die Argumentation der Kfz-Fahrer, die nur ungern auf einen Parkplatz verzichten weil dort ein Radstreifen angelegt werden soll, wobei sie stolz verkünden: “Besser die Radfahrer ab auf die Straße!”

    Liebe ADFC diese Diskussion lähmt den Ausbau des Radverkehrs so GEWALTIG!
    Berappelt euch endlich mal!
    Sei pragmatisch!

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Das sollten wir mal beim Bier diskutieren oder bei einer Tour über die Sambatrasse, die ich noch nicht kenne, oder über die Nordbahntrasse, die ich nur in Teilen kenne. :-) Ich würde noch ein paar Schritte weitergehen zu der grundsetzlichen Frage, ob wir innerorts separierte Straßenverkehrsströme wollen und ob es möglich ist bei immer mehr Fahrzeugtypologien. Ich denke, dass die Antwort nur nein sein kann, wenn man nicht unbezahlbare Infrastruktur mit imensen Flächenverbrauch will (was gruselige Städte ergibt). Also müssen wir die Frage stellen, wie wir die normale Stadtstraße so gestalten, dass kein Verkehrsmittel besondere Gefahren für andere darstellt. Außerorts sehe ich das ein bisschen anders. Da ich da aktuell drüber nachdenke, kann ich das auch morgen schon anders sehen.

  3. avatar Sascha sagt:

    Frank,

    die rein pragmatische Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass man in Deutschland fast immer gefährliche Schrottradwege bekommt wenn man gute Radwege fordert. Von daher bin ich ganz pragmatisch dankbar dafür, wenn ich derlei Fehlkonstruktionen jetzt zunehmend häufiger nicht benutzen muss und ganz einfach auf der Fahrbahn fahren darf.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Ich sehe das ähnlich, dass Pragmatismus zum Absenken der Standards überall führt in Deutschland “Bei X reicht das doch auch”.

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