Wenn ich Polizeipräsident*in wäre …

Wenn du Polizeipräsident*in wärest und auf dem Weg zur Dienstbesprechung das hier siehst – was würdest du denken?

(Foto: Frank ter Veld)

(Foto: Frank ter Veld)

a) Es ist Zeit, Autofahrer*innen erneut an § 9 StVO zu erinnern. Wieviel Verwarngelder gab es wegen Verstößen gegen diesen Paragraphen eigentlich im letzten Monaten? Ich hoffe nicht, dass die Kolleg*inn*en da nachlässig geworden sind bei der Ahndung. So etwas gehört zu den gefährlichen Dingen im Straßenverkehr. Eigentlich sollte es nur regelmäßig geschulte Berufsfahrer geben.

b) Warum stehen die Kinder so dicht am Bürgersteig? Das ist ja gefährlich. Nicht ohne Grund bringe ich meine Kinder mit dem Auto zur KiTa und Schule. Es wird Zeit, mal wieder eine Kampagne für Kinder zu machen, damit die lernen, dass sie warten sollen. Irgendwie müssen die ja überleben, bis sie selber einen Führerschein haben um sicher mit dem Auto unterwegs zu sein. Mit so einer Kampagne kann man auch die Forderungen von Eltern nach mehr Sicherheit für ihre Kinder befriedigen, ohne dass ich mit irgendjemand Stress habe.

c) *sprint* den Wagen bekomme ich an der nächsten Engstelle. Vor meinen Augen begeht keiner einen so eklatanten Verstoß gegen die StVO. “Guten Tag, Polizei. Sie haben gerade mutwillig den Tod zweier Kinder in Kauf genommen. Sie sind wegen versuchtem Mordes vorläufig festgenommen. Steigen Sie bitte aus. Ihr Fahrzeug ist hiermit beschlagnahmt. … Was gucken Sie so ängstlich? Festgenommen sind Sie nicht, aber ist Ihnen nichts aufgefallen gerade? … Ja, genau. Da standen zwei Kinder, die sie durchlassen mussten. Und die stehen da immer noch. Daher würde es mich freuen, wenn sie den beiden über die Straße helfen, während ich mir von ihrem Ausweis die Daten notiere. Ein Bußgeld ist ihnen sicher. Ob die Staatsanwaltschaft ermittelt, liegt in deren Entscheidungsbefugnis, auf eine Einstellung würde ich nicht zu leichtfertig hoffen, die sind da inzwischen sehr streng. Wir bieten von der Polizei übrings regelmäßig Kurse zur  Auffrischung von Verkehrsregeln an, zu denen ich Sie gerne einladen würde.” *Flyer überreich*

d) Mein Schulranzen war deutlich schöner.

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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12 Kommentare zu Wenn ich Polizeipräsident*in wäre …

  1. avatar Christoph S sagt:

    Die Antwort b) ist unvollständig, bitte ergänzen:
    Selbst schuld! Warum tragen sie denn nicht die Warnweste, die sie kostenlos vom Autoklub bekommen haben. Außerdem stehen die Kinder viel zu dicht….

    ….Stress habe. Die Forderung nach einem Fußgängerhelm für Kinder (denn die sind besonders gefährdet, schütze Dein Bestes) könnte diese Kampagne sinnvoll unterstützen.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      O ja, der Fußgängerhelm. Dient dazu, das Freiheitsversprechen des Autos schon in frühen Jahren subtil zu kommunizieren 😉

  2. avatar Schlumpf sagt:

    Eindeutig “c”

    Dieses Fehlverhalten muß strengstens geahndet werden.

    Wir haben einen OB der mal mit einem Handy in der Hand auf einem Fahrrad erwischt wurde.

    In diese Stadt wurden ehrenamtlich tätige Helfer bei einer Radsport Veranstaltung zu einem hohen Bußgeld verknackt.

    Raten Sie mal wo das war.

  3. avatar Schlumpf sagt:

    Nicht bekannt? Da war ein Aufschrei in der Presse! Politikversagen gab es damals schon.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Ich lese keinen Lokalsport.

      • avatar Schlumpf sagt:

        Das hat nichts direkt mit Sport zu tun, sondern mit der Ignoranz der Behörden in Dortmund. Hier in der Sozenstadt in der BRD!

        • avatar Norbert Paul sagt:

          … und für was haben die Ehrenamtlichen nun ein Bußgeld bekommen aufgrund der Ignoranz der Behörden in der Sozenstadt in der BRD bei völliger Nicht-Wahrnehmung des Aufschreis in der Presse durch mich?

  4. avatar Schlumpf sagt:

    Auch so eine Aktion habe ich in Dortmund noch nie erlebt wie hier zu sehen.

    https://adfc-blog.de/2017/12/aktion-seitenabstand-anderthalb-meter/

  5. avatar Schlumpf sagt:

    Kennt man in Dortmund auch nicht: Seitenabstand

    http://www.adfc.de/files/2/110/112/FW_Seitenabstand_20110722.pdf

  6. avatar Schlumpf sagt:

    Und mit der Ignoranz des ADFC hier!

    Hier braucht es neue Köpfe, Köln ist da ja wohl ein Musterbeispiel.

    Hier in Dortmund wo mehrmals Gelder in Rathäusern verschwunden sind.

  7. avatar Norbert Paul sagt:

    Den ersten Absatz verstehe ich nicht. Und auch nicht, was der ADFC mit unterschlagenem Geld im Rathaus zu tun hat.

    Jedem steht es frei, in den ADFC einzutreten und es dann besser zu machen. Nur zu beklagen, was andere (die ADFC-Aktiven) besser machen sollten, ist nicht sonderlich weiterbringend.

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