WDR: Zum Abschreiben zu blöd

Da die Presseradler in der Sommerpause sind, fülle ich die Lücke in der Medienbeobachtung heute ein bisschen.

In Lünen hat sich ein tragischer Unfall ereignet, wie die Polizei Dortmund am Montag berichtete:

Der 9-jährige Junge fuhr nach ersten Erkenntnissen mit seinem Fahrrad auf dem Gehweg der Jägerstraße in Lünen. Hierbei stieß er offenbar mit seinem Lenker gegen eine Mülltonne, strauchelte mit dem Rad und fiel auf die Fahrbahn.

Ein herannahender Pkw überrollte den Jungen. Er erlitt nach Angaben der Rettungskräfte lebensgefährliche Verletzungen.

Heute kam dann die traurige Nachricht:

Er verstarb heute an den Folgen seiner Verletzungen.

Und was macht der gebührenfinanzierte WDR aus der Sache?

Laut Polizei war der Junge in Lünen auf einem Radweg gegen eine Mülltonne gefahren und auf die Straße gestürzt. Ein Auto hatte ihn anschließend überfahren. Er starb im Krankenhaus.

Legal auf dem Gegweg fahrende Kinder sind nicht auf einem Radweg unterwegs und “offenbar” (Vermutung) ist was anderes als “war” (Tatsache).

Ob man beim WDR “mit dem Auto in der Fußgängerzone” auch zu “auf der Autobahn” verkürzt?

P. S.: Genauso schluderig der Bericht über eine Vergewaltigung, die nachträglich verhindert wurde:

Fünf Jugendliche aus Wickede (Kreis Soest) haben vermutlich eine Vergewaltigung verhindert. Sie hatten am Mittwochabend Schreie in einem Park gehört und sahen, wie ein Mann einen anderen vergewaltigte.

(Alle Hervorhebungen in den Zitaten durch mich.)

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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