Gewerkschaft der Polizei: Tempo 30 in allen Innenstädten

Die Gewerkschaft der Polizei NRW hat die in ihrem Ende 2011 verabschiedeten verkehrspolitischen Programm aufgestellte Forderung für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h in Innenstädten außerhalb von klassifizierten Straßen (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) erneuert. Beim Verkehrsforum 2014 trafen sich Anfang November 2014 die Mitglieder der Gewerkschaft der Polizei mit Experten um über neue Wege bei der Unfallprävention zu beraten.

Sorge bereitet den Experten vor allem die Beobachtung, dass unter den Verkehrsopfern immer mehr Radfahrer und Fußgänger zu finden sind. Während die PKW-Insassen durch die moderne Fahrzeugtechnik bzw. die immer größeren Autos (z. B. SUV, Vans,…) immer besser geschützt werden, sind Radfahrer und Fußgänger bei Unfällen schutzlos. Gestorben wird vor dem Auto und nicht mehr im Auto!

Trotz der zahlreichen Aktionen zur Geschwindigkeitsüberwachung im Land sinken die Unfallzahlen nicht und die Zahl der Schwerverletzten steigt an. Im Jahr 2014 sind im Zeitraum von Januar bis September 9.861 Schwerverletzte zu beklagen. Das sind 785 Verkehrsopfer mehr als in den ersten neun Monaten des Vorjahres (+ 8,6 %).

“Blitzen ist wichtig. Aber mit Blitzen alleine können wir das Problem der wachsenden Zahl von Verkehrsopfern nicht lösen“, sagte dazu GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert auf dem Forum. „Deshalb brauchen wir endlich eine ernsthafte Diskussion über Tempo 30 in den Innenstädten und Tempo 90 auf Landstraßen.“

Diese Forderung der Gewerkschaft kann man nur unterstützen. Dann hoffen wir mal das die Politik die Diskussion sachlich führt und ernsthaft an einer Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer interessiert ist.

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Über Norbert Rath

Das Fahrrad ist meine Leidenschaft! Egal ob im Alltag oder in der Freizeit mit dem Rennrad, Mountainbike und Reiserad - auf zwei Rädern macht es einfach mehr Spaß sich zu bewegen. Seit mehreren Jahren engagiere ich mich im ADFC Aachen um die Bedingungen für den Radverkehr in der Region zu verbessern.
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4 Kommentare zu Gewerkschaft der Polizei: Tempo 30 in allen Innenstädten

  1. avatar R.H. sagt:

    Geschwindigkeitsreduzierung alleine wird nicht helfen, wenn nicht endlich die Überholabstände überwacht und im Zweifel die zu geringen sanktioniert werden. So lange nicht mal in der Fahrschule auf genügend Überholabstand geachtet wird (wie oft schon hat mir ein Fahrschulauto fast den Spiegel an den Ellenbogen gerammt) wird sich an Gefährdungen nix ändern. Man lernt es ja nicht und Polizeistreifenwagen oder Busse sind beim Überholen auch nicht gerade ein Vorbild. Und wenn die Streifenbeamten sowas mal sehen, wird großzügig drüber hinweggesehen. Und wer sich im Presseportal Unter “Polizei” und “Radfahrer” mal ansieht über wieviele verunfallte Radfahrer durch zu dichtes Überholen und/oder Abdrängen berichtet wird, bei denen der Autofahrer einfach weiter fährt, da es ja zu keiner Berührung kommt und die Polizei dann hilflos nach Zeugen sucht, sieht, dass es nicht die Geschwindigkeit alleine ist. Aber Geschwindigkeitskontrollen können die ehemals Grünen (jetz Blauen) ja gut und das geht ohne großen Aufwand und ist ertragreich. Nur, es ist halt nur eine Ursache von “gestorben wird vor dem Auto” Und die Abbiegeunfälle kriegt man damit auch nicht in den Griff. So lange Behörden den radfahrer per Lolli in den toten Winkel auf irgendwelche unzulässigen Radwege zwängen, wird sich durch Tempolimits da auch nix ändern. Mit mehr als 30km/h biegen die wenigsten ab.Aber sowas will man ja nicht sehen. Da würde Sicherheit ja Geld kosten. besser ist, wenn es Geld bringt.

  2. avatar Quirinus sagt:

    In Kopenhagen soll das Tempolimit bei 40km/h liegen. Ich finde das gar keine schlechte Idee. 30km/h kommt einem im Auto wie Stillstand vor und lässt sich deswegen kaum durchsetzen. Vor allem auch nicht, weil die meisten 30-Zonen ehemalige 50-Zonen mit einem neuen Verkehrsschild sind… Ich meine damit, dass es keine baulichen Maßnahmen gibt, die dem Autofahrer dazu zwingen, langsamer zu fahren.

  3. avatar Norbert Rath sagt:

    Ich denke der Sicherheitsgewinn von Tempo 30 in Städten ist hinreichend erforscht und die von R.H. angesprochenen Punkte bezüglich Überholabständen und Abbiegeunfällen werden durch ein niedrigers Geschwindigkeitsniveau auch positiv beeinflusst. Durch ein niedrigeres Geschwindigkeitsniveau weitet sich das Sichtfeld der Autofahrer und er hat erheblich mehr Zeit schon vor dem Überholen die Abstände einzuschätzen oder sich auf den Abbiegevorgang vorzubereiten. Die Vorteile von Tempo 30 werden hier nochmal kurz zusammengefasst.

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