Update zu “Wie man andere gefährden kann und das Wohlwollen der Polizei Köln dabei nicht verliert”

4jähriger "Officer Ignatius" lädt Polizei Köln zum Kindergeburtstag ein (Bild: Polizei Köln)

4jähriger “Officer Ignatius” lädt Polizei Köln zum Kindergeburtstag ein (Bild: Polizei Köln)

Unter der Überschrft “Wie man andere gefährden kann und das Wohlwollen der Polizei Köln dabei nicht verliert” hatte ich am 12. 11. über eine Pressemitteilung der Polizei Köln berichtet, die auch bei Marco Laufenberg deutliche Irritation ausgelöst haben muss.

Heute bekam ich dann doch noch eine E-Mail von Martina Kaiser, Leiterin Leitungsstab 3/Pressestelle, in der Sie schreibt dass ihre Kollegin nicht die Absicht hatte, “das Verhalten der Autofahrerin zu verharmlosen oder herabzuspielen. Wenn die Pressemitteilung so gewirkt hat – was bei dieser Wortwahl sicher geschehen kann, bedauern wir dies sehr.” Scheinbar hatte nicht nur ich kritische Nachfragen zu der Pressemitteilung in der ein mutmaßliches Unfallopfer als Verkehrsrowdy bezeichnet wurde. Opfer von Körperverletzungen werden sich sicherlich über die Bezeichnung Schläger ebenso freuen, wie abgedränkte Radfahrerende über Verkehrsrowdy. Das sah aber nur ich so, sodass die Pressestelle mit einer derart großen Anzahl an Anfragen konfrontiert war, dass sie nur die im letzten Artikel zitierte Standard-E-Mail verschicken konnte, der Abarbeitung also mindestens bis heute dauerte. Sie erläutert mir: “Dabei ist darauf zu achten, den darzustellenden Sachverhalt zu beschreiben, aber nicht zu werten. Eine strafrechtliche Bewertung, wie von Ihnen angeregt, findet in der Form nicht statt. Im vorliegenden Fall ging es lediglich darum, den Fahrradfahrer zu finden, gegen den die Autofahrerin eine Anzeige wegen Beleidigung gestellt hatte. Natürlich prüft die Polizei darüber hinaus in diesem Zusammenhang mögliche Verkehrs –und Strafrechtliche Verstöße aller Beteiligten.” Direkte Antworten auf meine Fragen gab’s immer noch nicht.

Übrings: Bei persönlicher Einladung zum Geburtstag kommt die Polizei Köln schon mal für einen Nachmittag vorbei, wenn man sich mal persönlich mit ihr unterhalten will. :-)

avatar

Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
Dieser Beitrag wurde unter Alltag, Radverkehr abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Update zu “Wie man andere gefährden kann und das Wohlwollen der Polizei Köln dabei nicht verliert”

  1. avatar Christoph sagt:

    Habe die identische Mail erhalten. Wenn Frau Kaiser, die unsägliche Pressemitteilung wirklich bedauern würde, dann hätte sie diese schon längst ändern lassen. Aber nein, die Pressestelle der Kölner Polizei bleibt uneinsichtig und hat das Problem offensichtlich immer noch nicht verstanden.

    Man versuche einmal als Radfahrer das Dach (!) eines überholenden Autos zu berühren. Wenn es denn wirklich so gewesen ist, wie die nötigende Autofahrerin sagt, dann reden wir über wenige cm Überholabstand. Dafür hat die Kölner Polizei aber völliges Verständnis, schließlich war es an der Stelle ja eng.

  2. Ich hatte ebenfalls nachgefragt:

    mit Interesse habe ich Ihre Polizeimeldung “POL-K: 141107-5-K ” zur Kenntnis genommen.

    Der Mindestabstand beim Überholen eines Radfahrers beträgt lt. gängiger Rechtsprechung mindestens 1m. Da keines Menschen Arm 1m lang ist, der Radfahrer aber lt. Ihrer Meldung (bzw. Aussage des Autofahrers) in der Lage war, auf das Autodach zu klopfen,
    ist davon auszugehen, dass der Autofahrer beim Überholen diesen Abstand weit unterschritten hat.

    Ich kann daher ein Vergehen des Autofahrers gegen §315c Abs. 1, Satz 2b StGB erkennen, aber keinerlei Vergehen des Radfahrers (Es sei denn, Hinfallen wg. eines Verkehrsverstoßes anderer ist ein solches).

    Würden Sie mir bitte mitteilen,

    a) Ob gegen den Autofahrer ein Verfahren wg Verstoß gegen §315c Abs. 1, Satz 2b StGB eingeleitet wird?

    b) Wie Sie zu der Überschrift “Fahrradfahrer als Verkehrsrowdy” kommen?

    und dasselbe Antwortschreiben erhalten.

    Immerhin gibt es jetzt eine etwas detailliertere Stellungnahme und die Hoffnung, dass man zukünftig in der Wortwahl etwas vorsichtiger ist…

  3. Norbert, ich habe bereits nach nur fünf Monaten eine Antwort vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen aus Selm zu meiner Dienstaufsichtsbeschwerde bzgl. dieses Falls erhalten. Ich gebe den relevanten Teil hier wieder:

    “In Ihrer Ausgangsbeschwerde vom 12.11.2014 erhoben Sie u. a. wegen Vertauschung der Täter- und Opferrolle und einer sehr befremdlichen Gesamtdarstellung des Ihrer Beschwerde zugrunde liegenden Vorgangs gegen den zuständigen Beamten der Pressestelle des PP Köln Dienstaufsichtsbeschwerde. Auf die Antwort der Leiterin der Pressestelle beim PP Köln vom 28.11.2014 konkretisierten Sie Ihre Vorwürfe dahingehend, dass Sie verschiedene wertende Äußerungen der Pressemitteilung beanstandeten, wie z. B. die Bezeichnung „Verkehrsrowdy“. Ferner kritisieren Sie, dass Aussagen der am Vorfall beteiligten Autofahrerin als Wahrheit gewertet würden, da sie nicht im Konjunktiv verfasst seien.

    Im Duden online wird ein Verkehrsrowdy definiert als „jemand, der die Verkehrsvorschriften grob und rücksichtslos verletzt“. Der Begriff beinhaltet, wie Sie zutreffend darlegen, eine Wertung und stellt keine neutrale Bezeichnung als Verkehrsteilnehmer oder Fahrradfahrer dar.

    In der Antwort der Pressestelle des PP Köln, die Ihnen auf Ihre Dienstaufsichtsbeschwerde erteilt worden ist, wird mitgeteilt, dass es nicht die Absicht der Pressemitteilung war, das Verhalten der Autofahrerin zu verharmlosen oder herabzuspielen, sondern über die Meldung den Fahrradfahrer und/ oder Zeugen des Vorfalls zu finden. Jedoch hätte auch ein solcher mit der Pressemitteilung beabsichtigter Aufruf an den beteiligten Fahrradfahrer und an mögliche Zeugen, sich zu bei der Polizei zu melden, durch eine sachliche Schilderung der bekannten Fakten und ohne eine Wertung des Vorfalls erfolgen müssen.

    Bei der Formulierung der Pressemitteilung hätten somit, unabhängig davon, dass nur ein Zeugenaufruf beabsichtigt war, wertende Äußerungen unterbleiben müssen. Über das Ergebnis meiner Überprüfung wer-de ich das PP Köln informieren.”

    Der Dienstaufsichtsbeschwerde wurde somit in allen Punkten stattgegeben.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Danke für die Info. Man kann also etwas erreichen.

      Müsste in dem Schreiben aber nicht explizit stehen, dass der Beschwerde stattgegeben wurde?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.