Es sind ja nur ein paar Minuten

Als es mir in einem Post vor ein paar Wochen um manche ADFC-Kritiker ging, entwickelte sich daraus auch eine kleine Diskussion mit Heinrich Strößenreuther. Während ich mit ihm ja einer Meinung bin, dass Verkehrsverstöße in Deutschland zu Schnäppchenpreisen zu bekommen sind, bin ich doch nicht ganz so davon überzeugt, dass eine schnell gestrickte Kampagne der Sache gut tun. Aber da kann man sicherlich unterschiedlicher Ansichten sein. Die begleitenden Aktionen finde ich durchaus gelungen. Nun gibt es wieder Videomaterial:

Unter Zeit-Aufmerksamkeits-Effizienz-Gesichtspunkten eine gute Aktion und zudem pointiert. In Anbetracht der unkontrollierten Emotionen vieler Verkehrsteilnehmer zudem auch eine mutige Sache, die schnell zu einer lebensgefährlichen Situation werden kann. Soetwas sollten sich ADFC-Gliederungen auch mal trauen, denn damit kann man medienwirksam auf Absurditäten aufmerksam machen, oder?

(Video via PresseRad)

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Über Norbert Paul

Norbert Paul ist seit Jahren ehrenamtlich journalistisch und verkehrspolitisch aktiv. Neben dem Engagement im ADFC war er auch schon über 10 Jahre Mitglied im Bundesvorstand von FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland. Von Dezember 2012 bis August 2013 war er Geschäftsführer des ADFC Dortmund, schilderte aber auch in dieser Zeit wie alle anderen Blogger hier in seiner Freizeit seine persönliche Sicht der Dinge. Er ist Redaktionsmitglied von Mobilogisch.
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9 Responses to Es sind ja nur ein paar Minuten

  1. avatar Philipp R. sagt:

    Sehr schönes Video! Ohne den Hinweis auf die Petition würde ich es auch auf Facebook teilen. Warum? Weil ich denke, dass dies allein schon dafür sorgt, Falschparken ins Gewissen der Leute zu bringen. Ich denke seit der Petition zweimal nach, ob ich mich mit dem Auto (wirklich kurz) ins Halteverbot stelle oder ob ich nicht doch einen Parkplatz finde. Allein dafür gebührt dem Initator mein Respekt.
    Die Petition in ihrer jetzigen Form kann ich dennoch nicht unterstützen, weil ich zum einen nicht will, dass Bußgelder teurer werden und weil ich zum anderen auch nicht glaube, dass es einen Nutzen hätte. Dazu ist die Kontrolldichte viel zu niedrig.
    Die Aktionen finde ich dennoch klasse und vielleicht gibt es das Video ja auch ohne den reißerischen Kommentar am Ende? Dann würde ich es liebend gerne verbreiten!

  2. avatar Pedelecer sagt:

    Dieses Problem ist aber sehr umfangreich und nicht leicht zu lösen. Ich möchte jetzt nicht alles aufzählen, aber Deutschland ist Autoland. Die Radarwägen der Stadt haben sogar eine Ausnahmegenehmigung, um, unter anderem,auf dem Radweg parken zu dürfen. Wer bezahlt die Ordnungsorgane zur Überwachung und reicht das Geld aus der Verwarung die Personalkosten zu decken? Zweite Reihe parken wird vermehrt in D´dorf mit mobilen Ordnungskräften versucht zu unterbinden. Es wäre schön, wenn es mal dazu einen Bericht geben würde, ob dies schon zu einem kleinen Erfolg führte.
    Vor sieben Jahren: http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/parken-staufaktor-zweite-reihe-1.475549
    Hat sich etwas geänder?

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Das würde mich jetzt aber ernsthaft interessieren, welche Behörde diese Ausnahmegenehmigungen erstellen darf und was die rechtliche Grundlage dafür ist.

      • avatar Jens2 sagt:

        Die Ausnahmegenehmigungen erteilen die zuständigen Straßenverkehrsbehörden. Rechtsgrundlage: StVO § 46 Abs. 1, insbesondere Nr. 3 und 11.

        • avatar Norbert Paul sagt:

          Die VwV-StVO legt aber auch fest:

          Die Sicherheit des Verkehrs darf durch eine Ausnahmegenehmigung nicht beeinträchtigt werden; sie ist erforderlichenfalls durch Auflagen und Bedingungen zu gewährleisten. Auch Einbußen der Flüssigkeit des Verkehrs sind auf solche Weise möglichst zu mindern.

          • avatar Jens2 sagt:

            Ja, und? Wenn die Ordnungsbehörde das haben will, wird die Straßenverkehrsbehörde das schon mit einer passenden “Begründung” entsprechend hinbiegen. Im Zweifelsfall spätestens dann, wenn der Leiter der Ordnungsbehörde den Kämmerer an seiner Seite hat und dann der Bürgermeister dem Leiter der StVB in einem Vier-Augen-Gespräch die Dringlichkeit dieser Ausnahmegehmigung klarmacht. Man kann ja z.B. die Flüssigkeit des Verkehrs auf der Fahrbahn mit der des Verkehrs auf den Sonderwegen aufrechnen. Ist ja nicht so, dass eine derartige “Auslegung” der VwV-StVO hinsichtlich der Belange des Radverkehrs in anderen Bereichen (Mindestbreiten von Radwegen etc.) nun völlig unüblich wäre.

            • avatar Norbert Paul sagt:

              Ich sag ja nicht, dass die VwV-StVO überall korrekt angewendet wird. Bei den niedrigen Tarifen, ist Verkehrsüberwachung in Deutschland nicht geeignet, den Haushalt aufzubessern.

              • avatar Pedelecer sagt:

                Sagte der Kämmerer der Stadt Köln und macht seit Jahren weiterhin 3Mio. mit Politessen und Abschleppen. Dieses Geld ist jährlich im Haushalt eingeplant.
                Einer der vorherigen Bürgermeister der Stadt Dormagen sagte etwas ähnliches, wie: Die Ausgaben und Anschaffung des Radarwagens sind immens teuer und lohnen sich nicht. Deshalb wurde anderthalb Jahre später ein zweiter angeschafft, lohnt ja nicht, deshalb braucht es mehr! Logisch!

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