Das ALDI-Klapprad 2015

Anfang Mai 2015 bot Aldi erneut ein Alu-Klapprad mit 20-Zoll Laufrädern für 189 € an. Man kann tatsächlich damit fahren – wenn die Ansprüche und der Fahrer nicht zu hoch sind.

2015-06-15 Curtis Faltrad 011 Das Faltmaß von 90*70*45 cm (das entspricht einem Volumen von etwa 285 Litern) ist wesentlich größer als z.B. bei einem Brompton mit 16″ Laufrädern, das mit ca. 60*60*30 (108 l) angegeben ist. Es gibt auch keine Eazy Wheels, die es erlauben würden, das gefaltete Rad wie einen Trolley hinter sich herzuziehen. Zur Mitnahme in Bus und Bahn ist das Curtis von Aldi also wenig geeignet. In einen Autokofferraum passt es aber (fast) immer. Das Gewicht ist mit ca. 15 kg wirklich erträglich.

Für wenig Geld bekommt man ein voll ausgestattetes Fahrrad: Schutzbleche, Gepäckträger, Ständer, Luftpumpe und Batteriebeleuchtung werden mitgeliefert. Die 7-Gang Kettenschaltung erlaubt im größten Gang eine Höchstgeschwindigleit von etwa 23 km/h auf einer ebenen Straße. In diesem Geschwindigkeitsbereich ist das Fahrrad auch gut beherrschbar.

In der Aldi Werbung präsentiert ein langer Lulatsch das Fahrrad auf einem Bahnsteig. In der Realität wird er Probleme bekommen: Für die Mitnahme in Bus und Bahn ist das Rad wegen des beachtlichen Packmaßes eher nicht geeignet. Die beigelegte Transporttasche (zusammengefaltet ca. 22*38*7 cm) ist wohl weniger für den täglichen Gebrauch gedacht. Sie kann mit Klettverschlüssen am Lenker befestigt werden. Seitlich am Gepäckträger kollidiert sie mit den Fersen. Wenn man sie einmal auseinanderfaltet, ist das Volumen wirklich beeindruckend. Eine XXL Reisetasche ist etwa halb so groß.

Und bei einer Körpergröße über 170 cm wird der Fahrer bald feststellen, dass die gefederte Sattelstüzte (brutto 50 cm) einfach nicht lang genug ist. Bei einer Körpergröße von knapp 180 cm müsste ich die Sattelstütze etwa 3-4 cm über das zuläsige Maß hinaus ausziehen, um die richtige Sitzposition zu erreichen. Austauschen kann man die Stütze auch nicht. Für das verbaute Sondermaß von 33,2 mm Durchmesser gibt es im Handel keine Alternativen. Auch die Lenkerhöhe ist nicht einstellbar. Lediglich durch Verdrehen des gekröpften Lenkers kann man Höhe und Abstand zum Sattel in geringem Maße verändern. Fahrer(innen) von 160 bis 170 cm Körpergröße werden aber gut zurechtkommen.

2015-06-15 Curtis Faltrad 004b 2015-06-15 Curtis Faltrad 006b

2015-06-15 Curtis Faltrad 015

Die weich gefederte Sattelstütze, der gepolsterte und gefederte Sattel und die relativ voluminösen Reifen (47 mm) bieten auf Strecken bis etwa 25 km genügend Komfort. Am Gepäckträger lassen sich kleine (Vorderrad-) Packtaschen problemlos befestigen und stören nicht beim Pedalieren.

Schaltung, Bremsen und Naben sind Teile von sehr einfacher Bauart. Für den gelegentlichen Gebrauch sollte das aber vollkommen ausreichen. Das Aldi-Klapprad fährt, bremst und lenkt tadellos. Für 189 € kann man nicht mehr erwarten. Das Rad wurde in Deutschland bei den Mifa Fahrradwerken gefertigt.
Wer mehr will, zum Beispiel für den Dauergebrauch als Pendler in Bus und Bahn, muss auch mehr ausgeben. Ein voll ausgestattetes Brompton kann das Zehnfache kosten.

Eine mögliche Alternative zum Saisonartikel von Aldi ist das jederzeit lieferbare Dahon Vybe C7A ebenfalls mit 20″ Rädern, das ein kleineres Packmaß hat (ca. 80 x 66 x 30 cm oder 160 Liter) und ohne Lichtanlage ab 440 € angeboten wird. Dafür soll es für Fahrer bis 193 cm Körpergröße geeignet sein.

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Über Klaus Kuliga

Seit 30 Jahren Arbeit an demselben Projekt: Aus Bochum eine fahrradfreundliche Stadt machen. Eine fahrradfreundliche Stadt ist eine Einladung zum Rad fahren. Immer, überall, für jeden. Nicht ohne meinen ADFC.
Zur Zeit Vorsitzender beim ADFC Bochum.

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80 Kommentare zu Das ALDI-Klapprad 2015

  1. avatar flex sagt:

    wow, werbung beim adfc. nähert sich seinem automobilen konkurrenzverein immer mehr an…

    • avatar Martin Isbruch sagt:

      Werbung ist etwas anderes, aber nicht ein solcher Bericht mit Berücksichtigung von Stärken und Schwächen. Wenn jemand seine Erfahrung mit einem getesteten Produkt mit anderen teilen möchte – immer her damit.

      Ich würde es eher Verbraucherschutz nennen. Steht sogar in der Satzung.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      nähert sich seinem automobilen konkurrenzverein immer mehr an…

      Dazu passend mein aktueller Beitrag im VCR-Blog: http://velocityruhr.net/2015/06/14/frage-der-woche-5/ 🙂

    • avatar Thorsten Boehm sagt:

      Der Blog ist kein Verlautbarungsorgan des ADFC, sondern Menschen (egal, ob ADFC-Mitglied oder nicht) teilen ihre persönlichen Eindrücke mit.

      Den Klapprad-Bericht sehe ich schon deshalb nicht als (privat initiierte)Werbung, weil er die Grenzen des Rades nicht verschweigt.

      Vergleichbare Kritik an Blog-Beiträgen habe ich bisher nicht vernommen, wenn es um Erfahrungen mit höherpreisigen Rädern und Zubehör ging …

    • avatar Muddi sagt:

      Auch nach 2 Jahren muss ich den Kopf schütteln bei so einem Kommentar.

  2. avatar Martin Isbruch sagt:

    Vielen Dank an Klaus für den Testbericht.
    Kleine Anregung: Von überzeugten Bromton-FahrerInnen hörte ich schon den Plan, für den Winter ein solches Faltrad vom Discounter zu kaufen. Denn für die 16″-Laufräder des Bromptons (wie auch für die 18″-Laufräder des Birdy) waren lange Zeit keine Spikereifen verfügbar, allerdings hat zumindestens Schwalbe da mittlerweile nachgezogen. Andererseits malträtiert man dann im salzigen Schneematsch nicht das teure Brompton/Birdy, sondern ein deutlich günstigeres Rad.

  3. avatar Markus MK sagt:

    Nicht zu vergessen die BMX-Reifen z. B. Schredda oder wer mag auch Rennpellen wie Durano plus. Auch die Vredestein Moiree bin ich gern auch bei Nässe noch gefahren. Die Auswahl bei den 20-Zöllern kann sich schon sehen lassen, wenn man kein Problem mit Schwalbe hat… Ist die Packtasche im Lieferumfang enthalten? Welche Maße hat sie? Verdeckt sie das Rücklicht?

  4. avatar Norbert Paul sagt:

    Hmm, also ein Faltrad, dass für den Einsatz als Faltrad eher wenig geeignet scheint, wenn man nicht gerade 160-170cm großer Autofahrer ist, der das für die letzten Meter dabei hat. Ein sehr spezielles Segment. Gerade bei schlechtem Wetter würde ich mich lieber auf höherwertige Bremsen verlassen wollen, als auf preiswerte …

  5. avatar Markus MK sagt:

    O.k. die ADFC-Ortliebtasche scheint wohl nicht im Lieferumfang zu sein 😉 Ist der Gepäckträger denn lang genug dafür? Oben auf dem Atrikelbild ist das so nicht erkennbar. Normalerweise passen an solche Gepäckträger nur 20 cm breite Taschen dran. Darüber hinaus wäre das Rücklicht verdeckt, oder die Verse stößt hinten an oder die Tasche lässt sich nicht mehr richtig oben das Trägerrohr einhaken.

    • avatar Klaus Kuliga sagt:

      Doch, die (kleine) Ortlieb-Tasche auf dem Bild passt problemlos, ohne Fersenkonflikt.
      Dass Rücklicht kann nicht verdeckt werden, da das Batterierücklicht an der Sattelstütze befestigt wird. Der Z-Reflektor am Gepäckträger wird aber auch nicht verdeckt.

  6. avatar Burkhard Stork. ADFC Bundesgeschäftsführer sagt:

    Lieber Klaus,

    danke für diese Besprechung!
    Das deutsche Durchschnittsrad wird im Jahr für 300 km genutzt. Als ADFC wollen wir Radverkehr für ALLE, “Immer, überall, für jeden”. Das heißt auch für Menschen die sich nur ein sehr günstiges Rad leisten können, die (noch) so wenig fahren, dass sie gar nichts anderes brauchen…
    Prophete hat in diesem Frühjahr ein Rad vermarktet, bei dem die Käufer/innen eine Jahresmitgliedschaft im ADFC dazu geschenkt bekommen. Das Rad war bei Real und in Hagebaumärkten zu bekommen, es ist auch jetzt noch online verfügbar. (http://www.prophete.de/hol-dir-dein-extra/)
    Genau darum geht es: Fürs Rad(fahren) im Alltag außerhalb der Nische zu werben, Menschen jeglicher Kultur, Finanzkraft, Bildung dafür zu begeistern. Sonst bleibt der Boom des Fahrrades ein Boom besserverdienender urbaner Bildungsbürger.
    Nochmal: Danke!

    • avatar Norbert Paul sagt:

      nur ein sehr günstiges Rad leisten können.

      Für mich klingt das wie eine Bankrotterklärung
      a) für den Anspruch, den Menschen zu vermitteln, dass ein gutes Rad sein Wert und damit Preis hat,
      b) für den Anspruch, dass ein qualitativ ausreichendes Fahrrad für jeden erschwinglich sein muss und z. B. entsprechend in Hartz-IV-Sätze eingepreist werden muss.
      Statt dessen wird akzeptiert, dass Leute sich Räder kaufen (müssen), die ihnen i. d. R. kein Spaß machen werden, weswegen sie diese nicht nutzen werden, wenn sie eine Alternative haben. Mit Schrotträdern gewinnt man keinen dafür, die aktuelle jährliche Durchschnittsstrecke in 2,3 Wochen zurück zulegen.
      Anderseits frag ich mich dann, warum in der Radwelt dann nur hochpreise Räder besprochen werden. Ob das daran liegt, dass ALDI und Co. nicht Fördermitglieder sind wie manche Hersteller hochpreisiger Räder.

      Von Monat zu Monat wächst so mein Zweifel, ob der eingeschlagene Weg, wirklich sinnvoll ist. Um möglichst alle Interessen zu bündeln, treten die Bedürfnisse derjenigen, die schon viel fahren zurück in der Hoffnung, damit andere zum Radfahren zu motivieren – immer in der Gefahr, dass die Schon-Fahrer dann irgendwann aufhören.

      Der Fahrradboom ist genauso ein Medienhype wie die Generation Praktikum. Eine Entwicklung in sehr begrenzten Teilen der Gesellschaft wird verallgemeinert. Vor ein paar Jahren der Anstieg präkerer Beschäftigungsverhältnisse in Medien und Wissenschaft, heute die Entdeckung des Fahrrades als Lifestyle-Produkt in zahlenmäßig kleinen Millieus in Großstädten.

      • avatar Dirk sagt:

        Für mich klingt das wie eine Bankrotterklärung

        Das verstehe ich nicht.

        Ich nehme als Beispiel mal den Hifi-Bereich. Da gibt es wirklich gute Anlagen für Dauerhörer für viel Geld. Für mich lohnt sich das gar nicht, eine solche Anlage zu kaufen. Dafür ist mein Ohr nicht gut genug. Wenn mir dann eine Hifi-Zeitschrift Tipps gibt, wie ich in der Mittelklasse etwas gutes preiswert kaufen kann, oder in der Billigklasse als Zweitanlage für das Schlafzimmer, dann ist das doch keine Bankrotterklärung. Sondern die nehmen meine Bedürfnisse ernst. Und schreiben eben, was damit geht und was nicht.

        Und hier in dem Artikel ist es genauso. Da steht nicht “Aldi erfüllt alle Fahrradträume” oder “mit dem Rad geht alles”. Da steht, was geht und was nicht. Und da sind sogar alternativen angegeben.

        • avatar Norbert Paul sagt:

          es ging nicht um die Räder sondern die Haltung, die hinter

          Als ADFC wollen wir Radverkehr für ALLE, “Immer, überall, für jeden”. Das heißt auch für Menschen die sich nur ein sehr günstiges Rad leisten können, die (noch) so wenig fahren, dass sie gar nichts anderes brauchen…

          Ich kann es nicht akzeptieren, dass Menschen so wenig Geld haben, dass sie sich kein gutes, solides Rad leisten können.

          • avatar Thorsten Boehm sagt:

            Wer sagt denn, dass ein ALDI-Klapprad oder ähnliches, gemessen an einem konkreten Bedarf, nicht seinen Zweck erfüllen kann?
            Meine Meinung ist sicherlich ebenso wenig repräsentativ wie Deine – ich kann für mich aber sagen, dass ich viele Jahre lang mit sehr einfachen Rädern sehr viele Alltagskilometer gefahren bin und auch dabei Spaß am Radfahren hatte. Wenn die Dinger hin waren, habe ich mir für wenig Geld ein anderes besorgt und konnte damit wieder einige Jahre lang fahren. Mein (inzwischen wieder verkauftes) Rad mit dem weitaus größten Reparaturbedarf war neu gekauft, hatte einen hohen Preis und stammte von einem deutschen Hersteller …

            • avatar Norbert Paul sagt:

              Wer sagt denn, dass ein ALDI-Klapprad oder ähnliches, gemessen an einem konkreten Bedarf, nicht seinen Zweck erfüllen kann?

              Ich nicht. Wer nur 600 Meter zum Bahnhof fährt, wird sicherlich mit einem Billigrad ausreichend versorgt sein. An der Aussage

              Als ADFC wollen wir Radverkehr für ALLE, “Immer, überall, für jeden”. Das heißt auch für Menschen die sich nur ein sehr günstiges Rad leisten können, die (noch) so wenig fahren, dass sie gar nichts anderes brauchen…

              störte mich nicht der letzte Teil, sondern die Aussage in der Mitte. Ich finde es sehr irritierend, dass der ADFC es hinnimmt, dass mache Leute sich nur ein Billigrad leisten können, auch wenn sie mehr wollen als z. B. 600 Meter zum Bahnhof zu fahren. Man kann darüber streiten, welcher Preis der Schwellenwert ist, aber irgendwann ist keine solide, haltbare Qualität mehr möglich. Es geht dann zu Lasten von Fahrqualität und Sicherheit, aber auch zu Lasten der Langlebigkeit.

              Das macht das Fahrrad zum Wegwerfprodukt:

              Wenn die Dinger hin waren, habe ich mir für wenig Geld ein anderes besorgt und konnte damit wieder einige Jahre lang fahren.

              Ich find das nicht gut.

              Mein (inzwischen wieder verkauftes) Rad mit dem weitaus größten Reparaturbedarf war neu gekauft, hatte einen hohen Preis und stammte von einem deutschen Hersteller …

              Nicht alles was teuer ist, muss gut sein. Aber Qualität wird ihren Preis haben.

              Meine Meinung ist sicherlich ebenso wenig repräsentativ wie Deine

              Ja.

      • avatar Reimund sagt:

        Statt dessen wird akzeptiert, dass Leute sich Räder kaufen (müssen), die ihnen i. d. R. kein Spaß machen werden, weswegen sie diese nicht nutzen werden, wenn sie eine Alternative haben.

        Die Argumentation verstehe ich auch nicht. In Zeiten des E-Bike Booms sind gute Gebrauchtmarkenräder günstiger als jemals zuvor und damit kann man sehr viel Fahrspaß haben. Was will ich mit einem Angeberrad für 5000 Euro, bei dem jede Inspektion 200 Euro kostet und welches mir innerhalb kürzester Zeit abhanden kommt. Genau so könnte man argumentieren, dass jeder eine gute Angeberarmbanduhr für mindestens 10000 Euro benötigt, weil er/sie sonst als finanziell benachteiligt zu erkennen ist. Da fallen mir die Helden ein, die im Flieger ihren linken Arm über den Kopf heben müssen, um die Uhr vernüftig ablesen zu können.

        Habe ein z.B. geniales Fahrrad aus den 60ern von Eiche in einer Versteigerung für 1 Euro erworben. Im Fachgeschäft haben ich ein 4 Jahre altes Gazelle Rad für 250 Euro erworben (Neupreis war ca. 1200 Euro). Auch mit dem 1 Euro Rad bin ich in der Lage, größere Lasten zu transportieren oder 200km am Stück auf eine Tagestour zu gehen. Fahrspaß pur.

        Neulich ist mir eine älte Dame (85 Jahre) auf dem Rheindeich begegnet, es sah aus als hätte sie eine Panne, pflückte aber nur ein paar Blumen. Sie war mit einem nagelneu aussehenden Rad mit Stempelbremse unterwegs, top gepflegt und pannnensichere Schwalbe Marathon Plus Bereifung. Darauf angesprochen erzählte sie aus ihren Leben. Diese Rad hat sie zusammen mit ihrem Mann Anfang der 60er gekauft und es hat sie ihr ganzes Leben begleitet, ihren Mann und ihre Tochter hat sie überlebt, nur das Rad, mit dem sie viele wertvolle Erinnerungen verbindet ist noch da. Sie lässt es zweimal im Jahr von einem Fachgeschäft in der Nachbarschaft abholen und gründlich überprüfen (Inspektion). Sie dreht täglich damit ihre Runden (ca. 20 – 30km) und ist glücklich mit dem Teil. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dieses Rad freiwillig gegen irgend ein anderes hochmodernes Teil austauschen würde.

        Die Werbung suggeriert heute, dass ein Rad mindestens 2000 Euro kosten muss. Das halte ich für Quatsch. Mich interessiert nicht, ob ich die 200 km Strecke nur mit 20 km/h schaffe, anstatt mit 24 km/h, ob mein Rad 20g – 3kg schwerer ist, wenn sowieso noch bis 10 kg Gepäck mitkommt. Es gibt günstige neue Räder mit vernünftigen Fahreigenschaften und Garantiebedingungen. Es gibt sehr gute Gebrauchträder für kleines Geld.

        Jedem sei sein Hobby gegönnt, aber nur weil mir eine Luxusyacht Spaß macht ist nicht lebensnotwendig und ich muss keinen Anspruch darauf haben, wenn ich sie mir nicht selber leisten oder erarbeiten kann.

        Gruß
        Reimund

        • avatar Norbert Paul sagt:

          Ich habe nie von überteuerten Prollrädern gesprochen. Wenn ein einzelner Marathon Plus schon 39,90 UVP [1] kostet als Bsp. einer soliden Komponente, dann kann man sich schon fragen, welche Qualität ein Rad für 200-300 Euro hat. Wenn man zufällig ein passendes gebrauchtes Rad findet, spricht nichts dagegen. Man kann auch viele andere Dinge gebraucht kaufen. Gebraucht kaufen KÖNNEN ist aber was anderes als nur gebraucht kaufen können. Das ist Exklusion in einer Konsumgesellschaft.

          [1] http://www.schwalbe.com/de/tour-reader/marathon-plus.html

  7. avatar Thorsten Boehm sagt:

    Wer nur 600 Meter zum Bahnhof fährt, wird sicherlich mit einem Billigrad ausreichend versorgt sein.

    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass auch ein billiges bzw. preiswertes schlichtes Rad sehr viel mehr leisten kann. Der Preis ist ein unzuverlässiger Indikator für Funktionalität und Lebensdauer. Gurken gibt es in allen Preislagen.

    Ich finde es sehr irritierend, dass der ADFC es hinnimmt, dass mache Leute sich nur ein Billigrad leisten können, auch wenn sie mehr wollen als z. B. 600 Meter zum Bahnhof zu fahren.

    Was bedeutet hier Deiner Meinung nach: „Der ADFC nimmt hin …?“
    Zunächst einmal ist es doch nur eine schlichte Tatsachenbeobachtung, dass sehr viele Menschen niederpreisige Räder haben, die so mancher ADFC-Aktiver aus seiner Perspektive als untaugliches Billigrad ansähe. Und dass sich nicht jede/r finanziell das leisten können, was er/sie will. Das mag man bedauern. Die Menschen sind aber nicht so einfallslos, dass sie sich nicht z.B. um gute gebrauchte Sachen kümmern könnten, wenn sie sich neue nicht leisten können oder wollen.

    Über den Umfang der Nutzung solcher „Billig-Räder“ sagt das erstmal nichts aus. Schaut man nach, ob sie eventuell nicht umfangreich genutzt werden, wird man eine Reihe von individuellen Gründen finden, aber auch deutliche Hinweise auf die Radverkehrsfreundlichkeit des jeweiligen Nutzer-Umfeldes. Die mangelhafte Qualität eines billigen Neu-Rades könnte (hypothetisch) allenfalls ein Grund unter vielen sein. Ich persönlich glaube nicht, dass es ein wesentlicher Grund ist, wenn ich mal einen Blick in den Fahrradständer meines Arbeitgebers werfe, oder mir ansehe, welche (tatsächlich genutzten!) Fahrräder in der Stadt abgestellt sind.

    Und welchen Schluss sollte der ADFC daraus ziehen (Stichwort „Der ADFC nimmt hin …?“ ). Subventionsprogramme auflegen? Oder sich nicht doch eher für bessere allgemeintaugliche Radfahrbedingungen einsetzen?

    Es geht dann zu Lasten von Fahrqualität und Sicherheit, aber auch zu Lasten der Langlebigkeit.

    Theoretisch schon, aber Fahrqualität ist ein dehnbarer Begriff, und unterschiedliche Nutzer haben unterschiedliche Ansprüche. Technische Mängel tauchen regelmäßig nur zu rund 2% als unfallursächlich in den polizeilichen Datensammlungen auf. Und: Langlebigkeit mag wünschenswert sein, aber aus Sicht der Radverkehrsförderung ist sie eher unwichtig. Der Verbreitung von Wachmaschinen und gar Automobilen hat es auch nicht geschadet, dass sie nicht jahrzehntelang halten. Und es soll wohl Menschen geben, die nicht dauerhaft mit dem selben Rad fahren mögen …

    • avatar Reimund sagt:

      Hallo Thorsten,

      “Aus Erfahrung kann ich sagen, dass auch ein billiges bzw. preiswertes schlichtes Rad sehr viel mehr leisten kann. Der Preis ist ein unzuverlässiger Indikator für Funktionalität und Lebensdauer. Gurken gibt es in allen Preislagen.”

      Das ist genau auch meine Erfahrung. Mir gefällt der Bericht von Klaus Kuliga, der unvoreingenommen das preiswerte Rad auf seine Alltagstauglichkeit hin testet und sich mit den Vor- und Nachteilen ernsthaft auseinander setzt.

      Da ich seit 2007 schon über 70000 km mit meinem Aldi-Klapprad mit ähnlicher Ausstattung zu jeder Jahreszeit, auch unter extremen Bedingungen unterwegs bin (aktuell sind es 800-900km pro Monat), kann ich sagen, dass sich dieses Rad positiv von anderen Billigrädern abhebt. Wer sich dieses Rad aussucht, um damit nachzuweisen, dass Klappräder unter 200 Euro nur absoluter Schrott sein können, für den ist dieses Rad natürlich ein echter Griff ins Klo.

      Die Sattelstütze ist mir auch 3 cm zu kurz und daher habe sie halt 3 cm weiter rausgezogen, hat trotzdem 7 Jahre gehalten. War anfänglich mit 106 kg Körpergewicht und meist etwa 10kg Gepäck (2007) unterwegs. Die Zuladung soll eigentlich 85kg nicht überschreiten. Das originale Hinterrad ist nach ca. 30000 km auseinandergefallen, habe dann ein Hinterrad eines anderen Herstellers mit besserer 3-Gang Schaltung verbaut, es blieb aber bei etwa 30000km Lebensdauer bei nur noch 80kg Körpergewicht (Rücktrittbremse ist dann am Ende oder Seitenspiel des ausgenudelten Lagers lässt Wasser eindringen, das mag die Feinmechanik der Gangschaltung dann nicht). Bei etwa 46000km ist mir eine Rückholfeder der Vorderradbremse gebrochen. Habe mit Kosten von etwa 10 Euro gerechnet, der freundlichen Dame vom Kundendienst tat es leid mich enttäuschen zu müssen, die Feder gab es leider nicht einzeln. Ihre Empfehlung: Kaufen sie doch die komplette Bremse, kostet etwa 4 Euro (inkl. Bremsschuhe und Seilzug), habe ich dann auch so gemacht.

      Gruß
      Reimund

      • avatar Norbert Paul sagt:

        Hallo Reimund,

        und was ist, wenn man Körpermaße hat, die nicht zum ALDI-Rad passen? Da gibt es ja nicht verschiedene Geometrien zur Auswahl.

        Von den “normalen” Rädern von ALDI hörte ich, dass diese nicht so zuverlässig sein.

        • avatar Reimund sagt:

          Ja, dann geht es halt nicht mit dem Rad, jedenfalls nicht ohne teures Zubehör. Das Teil hat ein sehr vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis und ich habe sehr positive Erfahrungen damit gemacht. Ich sage nicht, dass es für jeden das Idealrad ist.

          Alle Modelle von Aldi kenne ich natürlich auch nicht. Habe mir das Faltrad aufgrund der positiven Erfahrung mit einem Aldi-Trekkingrad (249 Euro) gekauft (noch bis nächstes Jahr Rahmengarantie!), da ich mit dem Faltrad wesentlich flexibler unterwegs bin, nutze ich das Trekkingrad kaum noch. Die Garantieleistung ist für mich ein sehr wichtiger Faktor. Suche dir mal ein Markenfaltrad mit 10 Jahren oder auch nur 5 Jahren Rahmengarantie und schau dir die Garantiebestimmungen und die zu beachtende Inspektionsliste mal näher an. Ich bin kein 300km Durchschnittsradler, daher wird es teuer für den Preiswert-Hersteller, wenn er mir was minderwertiges verkauft. Und es wird beim Marken-Hersteller auf der anderen Seite sehr teuer für mich, wenn ich mein Rad alle paar Wochen zur Inspektion bringen muss.

          Die Unterstützung des Fahrradherstellers Mifa für den Kunden kann ich nur als hervorragend bezeichnen. Kenne das auch anders: Kaufe mir ein Marken-Mountainbike aus dem Werbeangebot in einem Fachgeschäft in Bochum, lasse Sattel, Reifen und Sattelfeder gegen Aufpreis für mich abstimmen und muss mir dann nach 2 Monaten, nach Totalausfall im Gelände (bereits mit einmal erneuerter Sattelstütze) vom Verkäufer den Vorwurf anhöhren, dass er ja nicht ahnen konnte, dass jemand in meinem Alter und meinem Gewicht damit tatsächlich in die Berge fährt.

          Bin übrigens 187cm groß (Federung steht auf hart, um keine wertvollen Zentimeter zu verschenken, Maximalmarkierung Stütze steht 3cm im Licht).

          Gruß
          Reimund

  8. avatar Norbert Paul sagt:

    Wenn man auch für 300 Euro ein gutes Rad bekommt, mit dem an auch mal 100 km am Stück vernünftig fahren kann, mit dem man Radurlaub machen kann und dessen Gepäckträger auch den Wocheneinkauf verkraftet, dann ist ja alles gut. Ich glaubs nicht, wenn ein guter Sattel schnell mehr als 50 Euro kostet.

    • avatar Jan Bartels sagt:

      Es geht doch gar nicht um “100 km am Stück” im Radurlaub, sondern um die etwa 5 Kilometer, in denen das Fahrrad im Alltag seine Vorteile gegenüber anderen Verkehrsträgern ausspielen kann. In diesem Segment lassen sich Anteile gewinnen. Das ist “Radverkehr für alle”.

      • avatar Norbert Paul sagt:

        Hmm, also sollen sich arme Leute mit einem 299-Euro-Rad vom Discounter zufrieden geben das bei den meisten Leuten nicht richtig passt, weil es nur 1-2 Modelle zur Auswahl gibt. Ein passend zu den Körpermaßen ausgewähltes Rad ist dann also Ausdruck davon, dass man nicht arm ist? Klar, die 3 km zum Bahnhof kann man meist mit jedem Rad fahren, aber warum soll ich akzeptieren, dass es Leute gibt, die sich kein Rad leisten können, dass preislich noch deutlich unter den in den Radwelt-Artikeln beworbenen Rädern der Fördermitgliedern liegt, mit dem man dann aber auch im Winter gut 10 km zur Arbeit fahren kann oder auch längere Touren machen kann. Bei einem 299-Euro-Rad bekomme ich keinen Sattel, der zu meinem Becken poasst, was aber Voraussetzung ist, auch mal mehr als 3km zu fahren.

        • avatar Dirk sagt:

          Dass sich

          sich arme Leute mit einem 299-Euro-Rad vom Discounter zufrieden geben

          ist deine Interpretation. Stehen tut da

          Das heißt auch für Menschen die sich nur ein sehr günstiges Rad leisten können

          . Das kann ganz viele Gründe haben. U.a., dass man kein Geld hat, aber auch, dass das Budget so vergeben ist, dass man für den Zweck des Fahrrades im speziellen Fall nicht mehr Geld ausgeben kann.

          Hmm, also sollen sich arme Leute mit einem 299-Euro-Rad vom Discounter zufrieden geben

          Nein, aber die, bei denen das als Preis/Leistungsverhältnis stimmt, sollen auch Infos bekommen. jemand, der auch im Winter täglich 10km zur Arbeit fährt ist nicht Maßstab für alles. Genauso wenig wie anders herum. Und

          mit dem an auch mal 100 km am Stück vernünftig fahren kann, mit dem man Radurlaub machen kann und dessen Gepäckträger auch den Wocheneinkauf verkraftet,

          das ist auch kein alleiniger Maßstab, weil viele, viele Radfahrer höchtens eines dieser Kriterien brauchen.

          • avatar Norbert Paul sagt:

            Wer das Geld nur nicht dafür ausgeben möchte sondern lieber für ein Auto, könnte, möchte aber nicht. Ein Hart IV-Empfänger kann aber nicht Budgetposten umschichten. Das heißt, für mich “nicht leisten können”.

            Die Kriterien waren Bsp. für Anforderungen an ein Rad, die ich für nicht extravagant halte.

            • avatar Dirk sagt:

              sondern lieber für ein Auto

              Wo steht etwas von einem Auto?

              die ich für nicht extravagant halte.

              Du nicht, aber viele andere.

              • avatar Norbert Paul sagt:

                Wo steht etwas von einem Auto?

                Das ist ein Beispiel. Von mir aus auch für Bier, Ausflüge, Plasmabildschirme, Bundesligakarten …

                Du nicht, aber viele andere.

                Ich muss aber nicht im Sinne anderer argumentieren, oder? 😉

        • avatar Thorsten Boehm sagt:

          Wenn das, was Du da schreibst, im wirklichen Leben relevant wäre, dann dürfte es in Amsterdam nur einen kleinen Bruchteil des tatsächlichen Radverkehrs geben: Was dort über die Straßen bewegt wird, ist vielfach alt, zerschlissen und/oder ergonomisch fragwürdig. Unfassbar, dass es trotzdem funktioniert!

          Ob ein Sattel einem passt, ist vom Preis unabhängig, und ob ein Rad für den Stadtverkehr einem passt, ist es ebenso. Dort, wo Räder für viele Menschen Autonutzung oder öffentliche Verkehrsmittel ersetzen können, geht es überhaupt nicht um Langstrecken, nicht um Radreisen (es soll Leute geben, die im Urlaub lieber ausruhen …) und nicht um ergonomische Eignung für hohe körperliche Leistungen. Sondern um Kurzstrecken, die zeitlich unzusammenhängend mit eher geringer körperlicher Intensität bewältigt werden.

          Und: Dass Menschen bereit oder in der Lage sind, mehr Geld auszugeben, heißt erfahrungsgemäß überhaupt nicht, dass sie sich ergonomisch passende Räder zulegen.

          • avatar Thorsten Boehm sagt:

            Hinweis: Mit diesem Kommentar („Wenn das, was Du da schreibst, …“) beziehe ich mich auf Norberts Einwände.

          • avatar Norbert Paul sagt:

            Wenn das, was Du da schreibst, im wirklichen Leben relevant wäre, dann dürfte es in Amsterdam nur einen kleinen Bruchteil des tatsächlichen Radverkehrs geben: Was dort über die Straßen bewegt wird, ist vielfach alt, zerschlissen und/oder ergonomisch fragwürdig. Unfassbar, dass es trotzdem funktioniert!

            Ich sag doch nicht, dass das nie und nimmer geht. Nur weil die Leute kein anderes Rad haben, kann man nicht darauf schließen, dass kein anderes haben könnten. Mir geht es darum, das jeder die Möglichkeit haben muss, sich ein neues, an seine Bedürfnisse angepasstes Rad zu kaufen. Das die Geometrie, der Sattel etc. genau passt bei einem Billigrad, dürfte eher gering sein.

            Ob ein Sattel einem passt, ist vom Preis unabhängig, und ob ein Rad für den Stadtverkehr einem passt, ist es ebenso. Dort, wo Räder für viele Menschen Autonutzung oder öffentliche Verkehrsmittel ersetzen können, geht es überhaupt nicht um Langstrecken, nicht um Radreisen (es soll Leute geben, die im Urlaub lieber ausruhen …) und nicht um ergonomische Eignung für hohe körperliche Leistungen. Sondern um Kurzstrecken, die zeitlich unzusammenhängend mit eher geringer körperlicher Intensität bewältigt werden.

            Wer nur 1 km zu einem Bf. fährt oder so, soll dafür ein solches Rad nehmen. Würde ich im Zweifelsfall auch. Das der ADFC es aber hinnimmt, dass für viele mehr nicht drin sein soll, verstehe ich nicht. Warum soll es Menschen geben, die nur den einen Rahmen mit der einen Ausstattung zur “Auswahl” haben.

            Und: Dass Menschen bereit oder in der Lage sind, mehr Geld auszugeben, heißt erfahrungsgemäß überhaupt nicht, dass sie sich ergonomisch passende Räder zulegen.

            Ich rede von Möglichkeiten, nicht davon, was raus kommt.

            • avatar Thorsten Boehm sagt:

              Das der ADFC es aber hinnimmt, dass für
              viele mehr nicht drin sein soll, verstehe ich
              nicht.

              Nochmals gefragt: Was heißt hier “Der ADFC nimmt hin …”? Es ist Realität, dass viele Menschen materiell nicht begütert sind oder ihre Ausgabe-Prioritäten nicht bei hochpreisigen Rädern setzen können. Das heißt nicht, dass der ADFC das billigt. Der ADFC wird die finanzielle Ausstattung der Menschen aber nicht ändern können (und es wäre auch gar nicht sein Aufgabengebiet). Er gibt mit seiner Verbraucherberatung Hinweise darauf, wie man auch mit schmalem Budget zu einem ordentlichen Rad kommt. Und er wirkt darauf hin, dass auch “normale” Räder alltagstauglich ausgestattet auf den Markt kommen.

              Oder stellst Du Dir vor, dass der ADFC es möglich macht, demnächst für 100 Euro Fahrräder kaufen zu können, für die man heute 1000 Euro hinblättern muss? Lösungsvorschläge, wie sich das bewerkstelligen ließ, nähme die Bundesgeschäftsstelle sicherlich dankbar entgegen.

              Warum soll es Menschen geben, die nur
              den einen Rahmen mit der einen Ausstattung
              zur “Auswahl” haben. […] Mir geht es darum,
              das jeder die Möglichkeit haben muss, sich ein
              neues, an seine Bedürfnisse angepasstes Rad zu
              kaufen. Das die Geometrie, der Sattel etc.
              genau passt bei einem Billigrad, dürfte eher
              gering sein.

              Sorry, aber diese Pauschalaussagen treffen (wie die meisten Pauschalaussagen) sachlich einfach nicht zu. Für einen Betrag x gibt es nicht ausschließlich Fahrräder zu kaufen, die in allem identisch und außerdem grundsätzlich ungeeignet sind, weiter als 1 km am Stück zu fahren.

  9. avatar Reimund sagt:

    Bin ein begeisterter Aldi-Klappradvielfahrer und fahre mein Rad seit 2007 (Design hat sich ja kaum geändert), ursprünglich angeschafft um Parkplatzgebühren in Bochum zu sparen. Dann habe ich festgestellt, dass es im Ruhrgebiet wundervolle Radwege gibt und man seine Zeit besser mit entspannendem Radeln verbringt als im Stau zu stehen und ins Lenkrad zu beißen. Habe dadurch dauerhaft über 25kg abgenommen.

    Den Wert der Rades habe habe ich selbst erst spät erkannt, einfach weil man zunächst eigentlich nicht viel erwartet, bei mir waren es noch 179 Euro Kaufpreis. Genial finde ich den Kundendienst, da klebt eine Nummer auf dem Rahmen, da ruft man an, wird nett beraten und drei Tage später ist das günstige Ersatzteil da. 10 Jahre Garantie auf Rahmen und 3 Jahre auf den Rest, was will man mehr. Zum Vergleich, bei Dahon ist das nicht ganz so einfach an die passenden Ersatzteile zu kommen und 10 Jahre Rahmengarantie traut man sich da auch nicht zu.

    Reifen und Sattel sollte man als geschenkte Zugaben sehen und durch etwas Vernünfiges ersetzen und dann kann man sehr viel Spaß mit dem Rad haben. Ach so, die Original-Ritzelübersetung ist wohl eher als Scherz gedacht und muss natürlich optimiert werden. Wenn man darauf achtet, die Reifen nicht über 2,5 bar aufzupumpen, lassen die sich auch normal, ohne Explosion runterfahren.

    Es stimmt, durch den öffentlichen Nahverkehr sollte man das Rad besser nicht schleppen. Auf der anderen Seite steckt der Rahmen auch Schotterpisten und Feldwege unbeschadet weg, dafür ist es dann schon besser etwas mehr Metall im Rahmen verbaut zu haben. Und es geht tatsächlich, auch länge Strecken lassen sich damit bewältigen. Das trägt bei Mitfahrern mit sehr viel teureren Rädern anfangs meist zur Belustigung oder später zur Frustration bei. Welcher Rennradfahrer möchte nach 14 Stunden Fahrt schon von einem alten Mann mit Klapprad und Lenkerkörbchen am Berghang überholt werden? Habe dieses Wochenende eine schöne Ausfahrt über Naturpfade durch die Niederlande gemacht (ca. 180km, mit Pausen in 10 Stunden). Vor zwei Wochen bin ich damit noch durch Pisa und Florenz geradelt. Im April habe ich an einer Marathonfahrt durch die Eifel (320km) teilgenommen und bin im Zeitlimit und nicht als letzter im Ziel angekommen (nur 3-Gang Nabenschaltung). Da es unscheinbar ist, ist die Gefahr des Diebstahls auch nicht so groß. Ich bin damit wunschlos glücklich.

    Gruß
    Reimund

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Reifen und Sattel sollte man als geschenkte Zugaben sehen und durch etwas Vernünfiges ersetzen und dann kann man sehr viel Spaß mit dem Rad haben. Ach so, die Original-Ritzelübersetung ist wohl eher als Scherz gedacht und muss natürlich optimiert werden. Wenn man darauf achtet, die Reifen nicht über 2,5 bar aufzupumpen, lassen die sich auch normal, ohne Explosion runterfahren.

      Die effektiven Kosten sind also deutlich höher und das Rad muss erst fertig monitert werden. Das erklärt dann den Preis, oder? 🙂

      • avatar Reimund sagt:

        Hallo Norbert,

        ja, die effektiven Kosten sind höher, wie bei den meisten anderen Rädern auch. Auch bei meinen neuen Dahon (~ 700 Euro) musste ich bei Sattel und Reifen nachbessern.

        Natürlich muss man nicht mit pannensicheren Reifen rumfahren, wenn man nur 500km im Jahr mit dem Teil unterwegs ist und im Schnitt mal alle 300 km ein Platten auftritt. Bei über 10000km im Jahr greift man aber gerne auf etwas robustere Reifen zurück.

        Bei dem Rad hält alles mindestens solange, wie bei anderen Rädern auch, nur das die Ersatzteile deutlich günstiger und auch bei mir nach 8 Jahren noch lieferbar sind.

        Gruß
        Reimund

        • avatar Norbert Paul sagt:

          Hallo Reimund

          Bei dem Rad

          bezieht sich das auf das ALDI-Rad oder das Dahon?

          Grüße

          Norbert

          • avatar Reimund sagt:

            Hallo Norbert,

            ich beziehe mich auf das Aldi-Rad. Die Ersatzteilversorgung bei Dahon möchte ich mal vorsichtig als problematisch bezeichnen.

            Wer sich näher über das Thema Faltrad informieren möchte, kann mal bei faltradforum.de vorbeischauen. Auch zum Aldi-Rad habe ich da schon einiges geschrieben.

            Gruß
            Reimund

            • avatar Norbert Paul sagt:

              Hallo Reimund,

              wenn keine Standards beachtet werden und man auf den Hersteller angewiesen ist, ist das für mich kein Ausdruck von Qualität.

              Ich finde, dass alle 300 km einen Platten das Gegenteil von einem brauchbarem Fahrrad ist. Da sit man ja mehr Zeit mit Reparatur als mit Fahren beschäftigt.

              Grüße

              Norbert

              • avatar Reimund sagt:

                Hallo Norbert,

                beim Thema Fahrrad ist es schwierig auf einen Nenner zu kommen. Jeder hat andere Anwendungsszenarien vor Augen und jedes Faltrad, sei es auch noch so teuer, kann immer nur eine Kompromisslösung sein. Es gibt keine Universalrad für alle Anwendungsfälle, welches jeden Nutzer glücklich macht.

                “wenn keine Standards beachtet werden und man auf den Hersteller angewiesen ist, ist das für mich kein Ausdruck von Qualität.”

                Je teuerer die Räder werden, desto weniger Standardkomponenten werden verbaut. Man weicht von der Norm ab, z.B. um Gewicht zu sparen, um das Faltmaß zu verbessern, um die Sicherheit zu verbessern. Schau dir mal an wieviele unterschiedliche Faltgelenksysteme Dahon verbaut, die dann jedes für sich auch noch jährlich verbessert werden.

                “Ich finde, dass alle 300 km einen Platten das Gegenteil von einem brauchbarem Fahrrad ist. Da sit man ja mehr Zeit mit Reparatur als mit Fahren beschäftigt.”

                Ein neues Auto ist auch nicht unbrauchbar, nur weil es mit einfachen Sommerreifen verkauft wird. Ich hatte jahrelang keine pannensicheren Reifen: für 300km ist man mindestens 15 Stunden unterwegs, ein Vorderrad ist in 15 min geflickt, ein Hinterrad in 20-25 min. Habe viele nette hilfsbereite Leute bei meinen Pannen kennengelernt. Bei nur 500km im Jahr und wenn man die 80 noch nicht überschritten hat überhaupt kein Problem. Bei 300km Fahrt pro Woche, ganzjährig, bei jedem Wetter, bei Tag oder Nacht, ist das natürlich ein Problem.
                Viele fahren aus Überzeugung keine pannensicherere Reifen (höheres Gewicht, schlechtere Fahreigenschaften). Bei Reifen und Sattel hat sowieso jeder andere Vorstellungen. Da bessert jeder nach, warum also nicht was einfaches (allerdings auch mit Garantie auf Materialfehler) am Neurad verbauen, um den Verkaufspreis niedrig zu halten. Warum soll jemand automatisch einen Mehrpreis von 100 Euro für Spezialreifen bezahlen, wenn das Teil das ganze Jahr hinten am Wohnmobil hängt und auf Campingplätzen nur zum Brötchen holen verwendet wird.

                Gruß
                Reimund

                • avatar Norbert Paul sagt:

                  Hallo Reimund,

                  der Vergleich mit den Sommerreifen hinkt, weil die muss ich einmal im Jahr gegen Winterreifen auswechseln und dann noch einmal umgekehrt. Abgesehen davon, dass ich sicherlich länger bräuchte, ist deine Überlegung vielleicht ok, wenn man nur Touren im Grünen macht (aber wofür braucht man dann ein Faltrad). Wer zur Arbeit, zu Terminen etc. fährt und vor allem, wenn man das Faltrad mit dem ÖPNV kombiniert, wenn es darum geht einen Zug zu bekommen, kann man doch nicht jeden Tag 30 Minuten Puffer für einen Platten einkalkulieren.

                  Egal welchen Sattel oder Reifen jemand bevorzugt, Qualität hat ihren Preis. Und warum soll ich nicht beim Kauf die Wahl zwischen verschiedenen qualitativ wertvollen Sätteln etc. wählen können? (ganz abgesehen vom ökologischen Wahnsinn, wenn ganz viele die Standardausrüstung schnell entsorgen und was Neues kaufen).

                  An einem Wohnanhänger mag so ein Billigrad taugen, aber – um zu meinem Ursprungsthema zurück zu kommen -, den Wohnanhänger werden sich “die Armen” nicht leisten können. Am Anfang stand die von mir kritisierte These, dass es auch Räder für die geben muss, die nicht viel Geld haben. Und nun sind wir am Punkt, dass diese Räder am Ende in der gekauften Varianbte zum BRötchenholen am Campingplatz geeignet sind und andauernd repariert werden müssen – es sei denn man investiert viel Geld und dann komme ich in andere Preislagen, die sich die besagten Armen aber ja nicht leisten können.

  10. avatar Joa sagt:

    Liebe Leute,

    es lassen sich sicherlich viele Grundsatzdiskussionen führen und das immer wieder. Letztlich bleibt jeder bei seiner Meinung und es geht wohl auch eher darum, die eigene Meinung zu publizieren. Was sie dann auch gleich viel richtiger und wesentlicher macht.

    Wie auch immer, zurück zum Aldi-Klapprad von Mifa.
    Als auto- und fahrradfahrender Mensch Anfang der 60er habe ich mir das Fahrrad sozusagen zum Ausprobieren eines Klappi geholt. Ist schon praktisch, so ein Teil und kostet auch kaum mehr als ein einfacher Fahrradträger für das Auto.

    Mit 179 cm Körpergröße, ist mir die Sattelstütze auch zu kurz geraten und muss ein Stück über die Max-Markierung rausgezogen werden, damit es optimal passt. Mir reichen 2 cm und mit einem anderen Sattel lassen sich ja auch noch Höhe gewinnen. Für meinen Bedarf ist das Streckendelta Kurbelwelle zu Sattel nach hinten etwas zu gering, was sich wohl mit einer nach hinten gekröpften Sattelstütze mildern ließe, wie auch mit einer entsprechenden Sattelkonstruktion.

    Nun, für 189,- Euro habe ich ein Fahrrad erhalten, mit dem mir das Fahren, zumindest auf übersichtlichen Streckenlängen, richtig Spaß bringt. Zur Zeit fahre ich damit z.B. zur Arbeit und mein 28er Rad steht im Keller, auch wenn es sich schon ein Stück schöner fährt (mittelpreisiges Markenrad der ordentlichen Sorte (Dawes)).

    Im Vergleich zum Brompton fällt das Curtis nach meiner Meinung nur moderat zurück, wohl da ich keine “eingefleischter” Radler bin.

    Das Brompton habe ich mir nach erfolgreichem Aldi-Rad-Test und Probefahrten zugelegt, da es halt auch zur Mitnahme im ÖVPN kaum zu toppen ist. Diesbezüglich ist das Aldi-Rad suboptimal, wie ich Klaus Kuliga in seinem Eröffnungsbeitrag nur bestätigen kann. Allerdings ist es diesbezüglich auch einem normalen Fahrrad noch immer klar überlegen und nicht schlechter als viele andere Klappräder.
    Und wenn man es ein wenig pimpt, auch mit funktionalen Effekten, dann sieht das schwarze Curtis auch noch echt schick aus. 🙂

    In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spaß beim Radeln

    Gruß
    Joa

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Hallo,

      also wenn ich mir ein Faltrad zulegen würde, dann doch eben genau für Einsatzzwecke wie die Mitnahme im ÖPNV und wenn es dann genau diesen Zweck nicht erfüllt, wäre es für MICH kein brauchbares Faltrad …

  11. avatar Harald K sagt:

    Hallo Biker,
    das Aldi Klapprad wird von meinem Freund Tommy und mir beim Montainbiken am Gardasee genutzt. Nach dem mir am 27.6.2014 mein selbstaufgenautes Specialized Carbonrad vor dem Hotel Bellavistariva innerhalb von 10 Min. vom Fahrradständer abgezwickt wurde, haben wir uns 2 Aldi und 2 Mifa (baugleich ) Falträder gekauft.
    Wir nutzen sie außerhalb der Biketouren am Gardasee und bei Städtetouren in Europa.
    Dafür ist es hervorragend geeignet.
    Es kommt halt auf den Einsatz an!
    Die Komponenten sind unterer Standard. Viele Teile sind aus Plaste, aber sie funktionieren. Wer Bedenken wegen der Bremsen hat kann sich ja für ca. 15 Euro neue Bremshebel von Shimano dranbauen.
    Mit diesem Rad kann ich nun wieder entspannt in Riva Essen gehen und mein neues Specialized SWorks steht sicher im Hotelzimmer.

  12. avatar Rüdiger sagt:

    Lassen wir den Hersteller mal ausser acht, ist es schon genial, welche Renaissance das Klapprad erfährt. Vor 25 Jahren, war es doch noch das Oma-Rad und für jedes Kind eigentlich eine Beleidigung. Heutzutage habe ich auch ein Klapprad, und nehme es jedes Jahr im Koffer auf unseren 4 wöchigen Urlaub auf den Kanaren mit. So kann ich mich ein wenig sportlich betätigen, und auch gleichzeitig morgens die Brötchen und die Bildzeitung vom Bäcker holen

    • avatar Markus MK sagt:

      Es muss in den Koffer, weil viele Bahnen keine Fahrräder mitnehmen. Das heißt, es werden pro Reise immer zwei Koffer benötigt. Das kann hier und da bei weiter entfernten Umstigspunkten schon spannend werden. Daher ist es immer günstig zu wissen, ob Falträder auch ohne Koffer ohne Probleme als Handgepäck (Maße?) mitgenommen werden dürfen. Auch sollte das gefaltete Fahrrad ohne Probleme ein paar Hundert Meter gerollt werden können, z. B. vom Bahnhof zum Fährhafen. Reisezeit Bahn/Fähre zu den Kanaren beträgt z. B. ab Köln über 70 Stunden. Da muss schon ein 4-wöchiger Urlaub sein, damit sich das lohnt.

      Aber es soll ja Möglichkeiten geben, Faltrad und Gepäck besser zu vereinen, damit man nur einmal Gepäck und unterwegs noch eine Hand frei hat:
      https://www.facebook.com/FutureXProject/videos/822968984491787/?fref=nf

      • avatar Thorsten Boehm sagt:

        Danke für den Link! Ein interessantes Projekt, wenngleich ich mir das Bahnreisen mit diesem etwas sperrigen Rad und Urlaubsgepäck tendenziell „anspruchsvoll“ vorstelle und der fliegende Kanarenurlauber wohl auch eher handliche Gepäckstücke bevorzugt …

      • avatar Reimund sagt:

        “Aber es soll ja Möglichkeiten geben, Faltrad und Gepäck besser zu vereinen …”

        Also mit dem Gepäck mache ich das bisher immer so:

        Gruß
        Reimund

    • avatar Reimund sagt:

      schauen wir doch mal bei den Falträdern bis 1500 Euro vorbei (aktuelle Ökotest-Ausgabe):

      http://www.radmarkt.de/nachrichten/oekotest-nimmt-faltraeder-auseinander-kommt-gaenge-hersteller

      • avatar Norbert Paul sagt:

        Irgendwie hört man von reihenweise Rahmenbrüchen nur, wenn sich Stiftung Warentest an einer Fahrradgattung (E-Bike, Falträder) versucht. Machen die was falsch oder sind die Normen zu streng oder braucht es so strenge Normen für bestimmte Fälle … Für mich wirft das Fragen auf …

        • avatar Reimund sagt:

          Hier war Stiftung Warentest ja nicht beteiligt. Solche Tests machen schon Sinn. Die Risse im Rahmen sind bei dem Wiegetritt-Test aufgetreten. Wenn beispielsweise der Hersteller eines ca. 10 kg Rades, ein Maximalfahrergewicht von 120kg erlaubt, dann muss dieses Rad auch eine gewisse Zeit eine Bergauffahrt mit stehendem Fahrer überstehen, der sein gesamtes Körpergewicht abwechselnd von der rechten auf die linke Pedale und zurück verlagert und das Rad dabei entsprechend hin und herschwingt. Alle diese Test zeigen, dass der Kaufpreis kein Garant für ein sicheres Fahrrad ist.

          Ich persönlich orientiere mich an dem, was der Hersteller seinem Rad selbst zutraut. Die Länge der Rahmengarantie drückt dies sehr gut aus. Üblich sind 2 Jahre, 5 Jahre oder 10 Jahre. Bei den 5 oder 10 Jahren gibt es noch interessante Varianten (z.B. nur für den Erstbesitzer, nur wenn vorgegebene kurze Wartungsintervalle beim Fachhändler eingehalten werden, nur bei Registrierung direkt nach Kauf…)

          Gruß
          Reimund

          • avatar Norbert Paul sagt:

            Wenn das bei anderen Rädern auch so ist, fahren die deutschen ja sehr risikoreich Fahrrad.

            Was wollen die Firmen damit erreichen, wenn die Garantie nur für den Erstkäufer gilt. Garantien mit Registrierungszwang sind mir suspekt, dienen sie wohl hauptsächlich der Datengenerierung.

            • avatar Norbert Paul sagt:

              http://boxbike.de/oeko-test-testet-faltraeder-mit-fragwuerdigen-ergebnissen/

              Mit Gefühlten Erfahrungen und eine bewusst eingeleiten Bremsung dagegen zu argumentieren ist jetzt auch nicht so überzeugend …

              • avatar Reimund sagt:

                Das Thema ist nicht so einfach. Ökotest hat unter Laborbedingungen getestet, dass die Bremsen des Brompton bei Nässe zu schwach bremsen, und zwar bei Vollbeladung (Fahrer 110 kg). Der Händler zeigt bei einer Fahrt auf trockener Straße, wie sicher das Rad bremst. Das hat Ökotest aber auch nie bemängelt.

                Der Händer weist darauf hin, dass echte praktische Tests auf der Straße hier aussagekräftiger sind. Da ist meiner Meinung nach was dran. Wenn man mich vor die Wahl stellen würde, diese gezeigte Abfahrt (bei 50 km/h) bei starkem Regen auf einem Rad mit ordentlich Gepäck (ich wiege ja nur 85 kg) auf 16 Zoll Rädern zu wiederholen, dann würde ich mir mit schlecht funktionierenden Bremsen eine wesentlich höhere Überlebenschance ausrechnen (ABS steht ja nicht zur Verfügung). Die kleinste Blockade des nur leicht belasteten Vorderrades würde sofort zum Sturz führen. Und bei Nässe blockiert so ein kleines Vorderrad bei einer guten Bremse verdammt schnell, besonders in einer Schrecksekunde.

                Gruss
                Reimund

                • avatar Norbert Paul sagt:

                  Der Händer weist darauf hin, dass echte praktische Tests auf der Straße hier aussagekräftiger sind. Da ist meiner Meinung nach was dran.

                  Mit subjektiven Eindrücken eines Händlers schafft man keine Vergleichbarkeit und viel wichtiger, das Ergebnis ist nicht reproduzierbar.

                  Das Problem ist auch, dass der Händler weiß, dass er gleich bremsen wird … das wirkt sich sicherlich auch auf.

                • avatar Norbert Paul sagt:

                  So stelle ich mir die Qualität von Billigrädern vor:

                  https://jochensbikeblog.wordpress.com/2016/03/27/reparatur-lohnt-nicht/

                • avatar Reimund sagt:

                  So stelle ich mir die Qualität von Billigrädern vor:

                  Kommen wir mal zurück zum Aldi Faltrad, dem Ausgangspunkt der Diskussion. Aldi verkauft das Teil erfolgreich in hoher Stückzahl seit über 10 Jahren. Findest du irgend eine Rückrufaktion wegen Sicherheitsbedenken im Netz? Gibt es einen Testbericht, der Sicherheitslücken aufdeckt? Findest du auch nur ein einziges Foto eines gebrochenen Rahmens im Netz.

                  Mein Cyco ist gerade 9 Jahre alt geworden, hat nun ca. 80000km gelaufen. Habe immer noch ein Jahr Rahmengarantie. Wenn ich Original-Ersatzteile benötige, dann rufe ich einfach den freundlichen Kundendienst an. Versuche das mal bei einem Markenfaltrad nach 9 Jahren. Anfang April habe ich damit noch am 200 km Brevet (ARA Köln) durch Bergische Land (Steigungen/Gefälle) bis zu 18% teilgenommen. Zugegeben, die 3-Gänge waren hierfür etwas knapp bemessen.

                  Gruß
                  Reimund

                • avatar Karsten sagt:

                  Hallo Raimund
                  Wie hast du es geschafft beim aldirad die Feder der Sattelstütze zu blockieren ?
                  Ich stehe nämlich mit 187cm auch gerade vor Der Wahl entweder noch ein paar Zentimeter herauszuholen oder es zurück zu bringen.
                  Die Stütze von meinem DAHON ist zu groß im Durchmesser und ich habe auch noch keine passenden reduzierthuelsen gefunden.

                  Ps @ Norbert
                  Mein DAHON hatte einen rahmenbruch und die vr. Nabe war auch nach vier Jahren hinüber.

                • avatar Norbert Paul sagt:

                  Am Ende bleibt ein ratloser Norbert übrig, der nicht weiß, worauf er sich noch verlassen kann …

                  War es ein Stahl- oder Allurahmen?

  13. avatar Karsten sagt:

    Hallo Norbert,
    Es war ein stahl Rahmen aber nur der örtliche Motorrad Händler konnte den Schweißen.
    Soviel zum Thema kompetente Fachändler.
    Da war bei DAHON auch nix mit Garantie auf den Rahmen.
    Viele grüße

    • avatar Reimund sagt:

      Wie hast du es geschafft beim aldirad die Feder der Sattelstütze zu blockieren ?

      Hallo Karsten,

      ich habe die Einstellschraube für die Federvorspannung rausgedreht. Ein Innenrohr aus Plastik überbrückt den Abstand zwischen Einstellschraube und Feder. Habe ein 3 cm Rohr-Stück mit gleichen Durchmesser zusätzlich mit in Stütze reingeschoben. Einstellschraube wieder rein und so weit es geht reingedreht. Nun sacke ich nicht direkt in die Tiefe und verliere wertvolle Zentimeter, wenn ich Platz nehme. Desweiteren ist bei mir die Stütze ca. 3 cm weiter raus, als sie eigentlich darf. Ob das für dich auch eine Lösung ist, musst du selbst entscheiden. Diese Modifikation habe ich vor ca. 18000 km vorgenommen. Ich wiege ca. 85 kg.

      Gruß
      Reimund

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Vielleicht sollte ich mir dann trotz aller Bedenken mal so ein Rad zulegen – ich brauch das ja wenig und so kann ich herausfinden, was mir an einem Faltrad wichtig ist und was nicht ohne 1-2 dsurchschnittliche Monatsgehälter auf den Tisch zu legen.

  14. Ein Bekannter von mir hat auch dieses Klapprad und ist vollstens zufrieden. Ich war auch schon am überlegen, möchte aber ein 26″ Klapprad. Hat jemand Erfahrungen in diese Richtung?

    LG

    • avatar Reimund sagt:

      Hallo Thorsten,

      schau mal bei faltradxxs.de nach. Die haben eine interessante Auswahl an 26 Zoll Markenrädern (auch reduzierte Ausstellungsstücke). Habe mir dort vor einiger Zeit auch ein 24 Zoll Faltrad zugelegt (Dahon IOS P8). Die Räder können auch Probe gefahren werden, falls du in der Nähe wohnst.

      Gruß
      Reimund

    • avatar Andreas sagt:

      Habe bisher auch eigentlich nur gutes von dem Klapprad gehört. Kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Die Auswahl bei Faltradxxs ist riesig 🙂

  15. avatar Andreas sagt:

    Hallo,

    habe das Curtis auch gekauft und bin von der Qualität angetan, obwohl mir die augenscheinlich schon ok erschien. Super einfacher Aufbau. Das gegabelte Längsrohr ergibt eine guten Griff für die Kellertreppe.

    Die Bremsbeläge neigen zum Quietschen aber das schleift sich womöglich noch ein. Der Sattel ist gewöhnungsbedürftig, wenn man sonst einen schlanken Rennsattel hat.

    Gruß Andreas

  16. avatar Karsten sagt:

    Hallo Cyco klappradfahrer,

    Jetzt gibt es die wahrscheinlich einfachste und günstigste Lösung für Menschen größer 180cm um auf einem cyco faltrad bequem fahren zu können.

    Rezept:
    1. Alublech mi 0.3mm Stärke kaufen [ es geht auch Edelstahl] und eine lange sattelstütze von tern oder Dahon (ich hatte eine da mit 33.9mm Durchmesser)
    2. 104x200mm mit der Blechschere oder dremel etc ausschneiden
    3. Die kurze Seite zwecks schnittSchutz zweimal umbiegen
    4. Die lange Seite um das Rohr der sattelstütze biegen.
    5. Fast fertige Hülse gegen Kunststoff Hülse von cyco tauschen
    6. Neue sattelstütze reinschieben

    OriginalStütze von cyco hatte ein HebelVVerhältnis von 1:3. Das habe ich übernommen. Das bedeutet 1/4 der Stütze steckt im Rohr.
    Die Klemmung funktioniert einwandfrei.

    Im faltradforum werde ich die Beschreibung mit Bild einstellen.

    Viele grüße an alle

    PS
    Nächster Punkt hinterradtausch – Schraubkranz raus und Kassettennabe rein

  17. avatar Karsten sagt:

    Hier ein link zum Bild:

    /Bild eingebunden und Doppelposting entfernt /np

    • avatar Reimund sagt:

      Hallo Karsten,

      seit einigen Tagen bin ich nun mit der Dahon Stütze an meinem 9 Jahre alten Cyco unterwegs. Auch unter erschwerten Bedingungen (Schotterpisten, Feldwege, unsere Standard-Buckel-Radwege) sitzt das Teil fest und verstellt sich nicht.

      Danke für den hilfreichen Tip!

      Gruß
      Reimund

  18. avatar Pascal sagt:

    Wie ist eure Meinung zu Klapp E-Bikes?

  19. avatar Mik sagt:

    Da vermutlich im Mai das Faltrad wieder bei Aldi u haben ist, hier meine Erfahrungen von unseren beiden (gekauft in 2016 bzw. 2015).
    Grundsätzlich bieten die Falträder eine Menge fürs Geld. Sie fahren ordentlich und zuverlässig.
    Bedauerlich ist, dass der Lenker nicht höhenverstellbar ist. Die Länge der Sattelstütze reicht für mich (180cm, Beinlänge bei Hosen 32inch) gerade knapp aus. Die Übersetzung begrenzt die Höchstgeschwindigkeit auf etwa 23-25km/h.
    Die montierten Reifen sind pannenanfällig, die Bremsklötze bringen das Rad nicht flott genug zum stehen.
    Das gefaltete Rad ist nicht sonderlich kompakt, aber es reicht für meine Zwecke, nämlich es auch in den Sperrzeiten des Hamburger Verkehrsverbundes in der Bahn transportieren zu können.
    Unser 2015er macht außer den o.a. Einschränkungen (wenn die Körpergrösse zum Rad passt, lohnt es sich, Reifen und Bremsklötze auszuwechseln, dann ist das Rad gut alltagstauglich) wenig Ärger, hat inzwischen mehrere 1000km runter.
    Das 2016er nervte von Anfang an mit einer rutschenden Sattelstütze und rutschenden Lenkergriffen. Beides hat Mifa trotz engagierten Bemühungen (wirklich, der Service klappt was Entgegenkommen und Freundlichkeit angeht, hervorragend)nicht in den Griff bekommen. Inzwischen habe ich die Probleme selbst gelöst mit Montagepaste und einer Metall-Unterlegscheibe unter dem Schnellspanner. Aber jetzt spule ich zuverlässig Monat für Monat damit 200-400km ab, und das schöne an einem preiswerten Rad ist, dass es auch mal irgendwo abgestellt werden kann ohne dass man gleich befürchten muss, dass es den Besitzer wechselt.
    Vor einem Kauf lohnt es sich übrigens, nach dem Stand des Insolvenzverfahrens bei Mifa zu schauen, denn bei einer Insolvenz dürfte es mit dem Service schwierig werden.

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