Verkehrswende Teil 2 – Radfahren muss komfortabler und schneller werden

Wie kann man die Nutzer von Kraftfahrzeugen dazu bringen häufiger ein Fahrrad zu nutzen?
In der Vergangenheit ist von verschiedenen Seiten versucht worden einen Umstieg auf das Fahrrad mit unterschiedlichen Argumenten zu erreichen. Meistens wurden die folgenden Aspekte in den Vordergrund gestellt:

  • Radfahren fördert die Gesundheit
  • Radfahren schont die Umwelt
  • Radfahren ist aktiver Klimaschutz
  • Radfahren ist trendy und macht Spaß

Einen bequemen Menschen überzeugt dies zumeist nicht. Viel überzeugender wäre es, wenn man mit dem Fahrrad sein Ziel komfortabler und schneller als mit dem eigenen PKW erreichen würde. Dies ist heutzutage in fast allen deutschen Städten, aufgrund der in den letzten Jahrzehnten vernachlässigten Fahrradinfrastruktur, nicht gegeben.

In Städten wo dem Radverkehr der “rote Teppich” ausgerollt wird, nimmt der Radverkehr massiv zu. Dies ist meiner Meinung nach das einzige Geheimnis warum in Städten wie Kopenhagen und Amsterdam der Radverkehrsanteil so hoch ist. Die Menschen dort haben kein Fahrradgen, sondern entscheiden sich für das komfortablere und schnellere Verkehrsmittel!

Bei Copenhagenize habe ich zwei Grafiken entdeckt, welche mit einfachen Mitteln darstellen, wie eine Verkehrswende für deutsche Städte aussehen müsste. Nur so lässt sich nachhaltige Mobilität wirklich fördern.

Der dazugehörigen Blog-Beiträge Traffic planning for liveable cities und The New Question for 21st Century Cities sind ebenfalls lesenswert.

Traffic planning for liveable cities

Verkehrsplanung für lebenswerte Städte  

©copenhagenize.eu

21th Century - How many people can we move down the street?

21. Jahrhundert
Wie viele Menschen können wir über die Straße bewegen?
 
20. Jahrhundert

Wie viele Kfz können wir über die Straße bewegen?
 
©copenhagenize.eu

avatar

Über Norbert Rath

Das Fahrrad ist meine Leidenschaft! Egal ob im Alltag oder in der Freizeit mit dem Rennrad, Mountainbike und Reiserad - auf zwei Rädern macht es einfach mehr Spaß sich zu bewegen. Seit mehreren Jahren engagiere ich mich im ADFC Aachen um die Bedingungen für den Radverkehr in der Region zu verbessern.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Infrastruktur, Politik, Radverkehr abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu Verkehrswende Teil 2 – Radfahren muss komfortabler und schneller werden

  1. avatar ElGato sagt:

    •Radfahren ist trendy und macht Spaß

    Ja, am Wochenende wenn man alternativ spazieren gehen würde. Das ist aber kein Ersatz für eine Autofahrt, also nicht in unserem Sinne.
    Ganz super sind die Leute, die ihr Fahrrad mit dem Auto in den Wald fahren um dort ein bisschen rumzucruisen und dann wieder mit dem Auto nach hause fahren.

    • avatar ElGato sagt:

      Ach ja, hab ich noch übersehen: Das richtige Outfit ist dabei natürlich wichtig, ohne Radfahrer-Funktionskleidung kann man ja keinen Meter fahren heutzutage (mein Gott, wie hab ich meine Schulzeit überlebt als es sowas alles nicht gab und wir trotzdem jeden Tag mit dem Fahrrad Schulweg, Sport, Musikstunde, Chor, und Freunde abgefahren sind…?)

  2. avatar Alfons Krückmann sagt:

    Hängen Verkehrswende und Zunahme des Radverkehrs wirklich so unmittelbar zusammen?
    Mir scheint es immer mehr so zu sein, dass eine Zunahme des Radverkehrs und eine Zunahme des Autoverkehrs durchaus gemeinsam möglich sind (NL-Prinzip).

    Möglichst viele Menschen aufs Rad zu bringen führt zur Verkehrswende?
    Sehr fraglich.
    Möglichst viele Menschen weg vom Auto zu bringen ist da nicht nur naheliegender und logischer, sondern auch empirisch nachweisbar erfolgreicher.

    Dass in öffentlichen Gebäuden, in Schulen und Kitas, selbst in Kneipen niemand mehr raucht, das hängt nicht mit der Einführung von alternativen Tätigkeiten (e-zigarette, oder was auch immer) zusammen, sondern schlicht damit, dass es gesetzlich zum Wohle der Allgemeinheit eingeschränkt / verboten wurde.
    Zugunsten der Allgemeinheit und auf Kosten einer falsch vertandenen Freiheit des Einzelnen.
    Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit sollte definitiv über dem Recht auf den Gebrauch eines Automobils stehen.

    Es ist doch geradezu ein Attentat auf die Vernunft einerseits Rauchverbote in Kitas gut zu finden, und dann andererseits hemmungslos im Umkreis von 100 Metern mit einem dieser krebserredgenden lärmigen Autos durch die Gegend zu fahren. Womöglich noch als Kinder-shuttle direkt von Tür zu Tür.

    Die Frechheit der Einen hat da aufzuhören, wo die Freiheit der Anderen beginnt.
    Menschenrecht vor Autorecht sozusagen.

    Die längst fällige Abschaffung des dysfunktional gewordenen Autoverkehrs löst dann nicht nur die allermeisten Mobilitätsprobleme, sondern schlichtet auch zugleich die Gretchenfrage nach dem Radweg.
    Bessere Radwege als die Fahrbahnen autofreier Strassen sind definitiv nicht nötig.
    Das ist dann auch durchaus verträglich mit Bussen und Strassenbahnen, und die Gehwege sind endlich wieder breit genug zum drauf-leben.

    • avatar Norbert Paul sagt:

      Wären doch alle auf diesem Erkenntnisstand.

      Ein guter Gedanke, die Parallele zum Rauchverbot.

      Bessere Radwege als die Fahrbahnen autofreier Strassen sind definitiv nicht nötig.

      Oh, ja!

      Wobei ich außerorts an befahrenen Bundesstraßen etc. Radwege durchaus sinnvoll finde, wenn sie nicht der logik der Landwirtschaft folgen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.