Scheibenrahmenairbag statt Fahrradhelm

Die Unfallforschung der Versicherer hat eine neue Studie vorgestellt.
Kernthese:”Radfahrerschutz ist bisher bei der Pkw-Konstruktion kaum beachtet worden”.

Konstruktiver Fußgängerschutz hilft Radfahrern nicht.

Bei mehr als einem Drittel der getöteten Radfahrer und bei fast der Hälfte der schwer verletzten Radfahrer war der Unfallgegner der Studie zufolge ein Auto. Bei solchen Unfällen ist das Risiko schwerer Kopfverletzungen der Studie zufolge von der Gestaltung des Windschutzscheibenrahmens abhängig.

Nur ein spezieller Airbag, der den gesamten Scheibenrahmen abdeckt, könnte einen deutlichen Sicherheitsgewinn für Radfahrer bringen. Der wäre aber konstruktiv aufwendig und teuer und wird von keinem Hersteller angeboten.

Einzige Alternative:

Die Serieneinführung von Notbremssystemen mit Radfahrererkennung. Eine Verminderung der Aufprallgeschwindigkeit um 20 Kilometer pro Stunde etwa durch eine Notbremse mit Radfahrererkennung, reduziere “das Kopfverletzungsrisiko bei Erwachsenen und Kindern am stärksten – und das für alle Fahrzeugfronten”, heißt es in der Studie.

Zum Nachlesen:

http://www.gdv.de/2015/09/fahrradfahrer-profitieren-kaum-vom-fussgaengerschutz-am-auto/

 

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Über Klaus Kuliga

Seit 33 Jahren Arbeit an demselben Projekt: Aus Bochum eine fahrradfreundliche Stadt machen. Eine fahrradfreundliche Stadt ist eine Einladung zum Rad fahren. Immer, überall, für jeden.
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6 Responses to Scheibenrahmenairbag statt Fahrradhelm

  1. avatar Markus MK sagt:

    Aufprallgeschwindigkeit reduzieren = Tempo 50 minus Tempo 20 = TEMPO 30 !!!

    • avatar okay sagt:

      Genau das gleiche habe ich auch gedacht, als ich von der Studie gehört habe.

    • avatar Thorsten Boehm sagt:

      Die Aufprallgeschwindigkeit von 30 km/h eines harten Gegenstandes ist immer noch ziemlich schädlich für einen menschlichen Körper, zumal für den Kopf …

    • avatar Christoph S sagt:

      Ja, aber mehr teure Autos (mit entsprechend hohen Versicherungsprämien) auf den Straßen erreicht man mit viel Oberklassen-Elektronik besser als mit Tempo 30 (sonst steigen womöglich noch viele aufs Rad um).

      Ein schöner Nebenschauplatz, der von einfachen, effektiven Lösungen ablenkt.

  2. avatar Pedelecer sagt:

    Selbst wenn von heute an alle Autos damit ausgerüstet würden, dauerte es noch 30 Jahre, bis es kein Auto mehr ohne gibt. Das dauert viel zu lange. Ich bin immer für einfache Lösungen, wie Tempo 30 und Kontrolle.
    Beispiel: Ich fahre mit meinem Pedelec außerhalb der Unterstützung, also ca. 28 bis 30km/h, trotzdem überholt mich jedes Auto in der 30er Zone mit deutlicher Geschwindigkeit. Da kaum kontrolliert wir, jedenfalls in meiner Stadt, ändert sich auch nicht das Verhalten der Autofahrer. Ist auch nur meine persönliche Wahrnehmung.

  3. avatar Alfons Krückmann sagt:

    Seit vielen Jahren ist die Technik von Tempomaten usw. verfügbar.
    Wir werden ohnehin auf Schritt und Tritt überwacht. Spätestens seit Snowden haben wir es schwarz auf weiss, dass jedes Telefonat mitgeschnitten/ausgewertet wird, Jeder Handy-Standortwechsel ermittelt und ausgewertet wird, alle Aktivitäten im internet incl. des gesamten e-mail Verkehrs mitgeschnitten/ausgewertet werden, Die Bilder von zahllosen Überwachungskameras über Gesichtserkennungsdatenbanken laufen, etc, etc.
    Dass im Zuge der Maut auch Nummernschilder systematisch gescannt werden sickert auch gelegentlich bereits durch.

    NUR bei der Bekämpfung des systematischen Rechtsbruchs durch Geschwindigkeitsübertretung ist es angeblich zu schwierig eine Technik zu implementieren, die GPS gesteuert verhindert, dass Geschwindigkeitslimits überschritten werden???
    Ein penetranter Warnton mit ansteigender Lautstärke wäre eine simple nahezu kostenneutrale Anwendung, die nicht mal eine Überwachung /Vernetzung bräuchte, auch eine automatische Meldung zur zuständigen Bußgeldstelle bei Geschwindigkeitsübertretung von mehr als 20sec. wäre recht einfach möglich und ziemlich kostengünstig in unsere rollenden ohnehin ‘computerisierten’ Feinstaub-emitter zu implementieren.

    Dies ist aber ganz ausdrücklich politisch unerwünscht. Da scheint es wohl eine All-Parteien-Koalition zu geben?
    Nun denn, dann geht das alltägliche Morden halt weiter, … “aus Freude am Rasen”, …
    Von den zusätzlcihen Emissionen mal ganz zu schweigen, schliesslich machen die Autoverkehrsunfalltoten nur einen sehr kleinen Anteil gegenüber den Autoverkehrs-Emissionstoten aus.
    Das ist auch gelegentlich die Krux bei interessengesteuerten Studien: der GDV kann kein wirtschaftliches Interesse an einem Rückgang der Autodichte haben. Im Gegenteil.
    Zwar gibt es druchaus gute und brauchbare Einzelstudien der UDV, aber das Limit für Empfehlungen ist stets dort, wo ein Risiko besteht, dass das Autofahren unattraktiver werden könnte.
    Da verteilt man lieber Warnwesten und setzt den Radfahrern häßliche Helme auf.

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