Wochenzeitung “Die Zeit” veröffentlicht Dossier zu Radverkehr

teaser-dossier-36Unter der reißerischen Überschrift Der Straßenkampf – “Wunder im Autoland: Deutschlands Metropolen wollen sich in Fahrradstädte verwandeln. Zwischen Auto- und Radfahrern ist ein Krieg entbrannt, in dem Blut und Spucke fließen. Wer erobert die Macht auf dem Asphalt?” hat die Wochenzeitung “Die Zeit” in der aktuellen Ausgabe Nr. 36 vom 03. September 2015 ein ausführliches Dossier über 2,5 Seiten zum Radverkehr in deutschen Städten veröffentlicht. Abgesehen von der Überschrift ist der Artikel aus meiner Sicht sehr gelungen, da er die aktuellen Probleme in deutschen Städten sehr gut auf den Punkt bringt.

Hier die schönsten Zitate aus dem Artikel:

  • “Deutschland ist Autofahrerland”….”Wohl deshalb ist Deutschland bis heute neben Staaten wie Nordkorea und dem Libanon eines der letzten Länder der Erde mit Autobahnen ohne Tempolimit.”
  • “Davon zeugt die Infrastruktur der Städte mit ihren mehrspurigen Hauptstraßen, die freien Bürgern freie Fahrt versprechen und die Illusion verbreiten, jederzeit unabhängig jedes Ziel erreichen zu können. Die Realität ist aber so, dass, wer Unabhängigkeit erwartet, Stau, Parkplatznot und Enge findet. … Das es freie Fahrt überhaupt nicht gibt, außer für Fahrradfahrer, die das immer dreister ausnutzen – so jedenfalls kommt es jenen vor, die weniger Bewegungsfreiheit genießen. Die Realität ist, dass Autofahren zu einer permanenten Enttäuschung geworden ist.”
  • “Hamburg zum Beispiel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als “autogerechte Stadt” angelegt, mit breiten Straßenschneisen. Der Verkehr sollte fließen. Damit war der Autoverkehr gemeint. Dass Fahrradwege auch nicht unpraktisch wären, fiel den Planern erst in den sechzigern und siebziger Jahren ein, aber da war der Platz schon vergeben. Da mussten die Radfahrer nehmen was noch übrig war. Also wenig.”
  • “In der Postmoderne steht ein Auto nicht mehr für Prestige, sondern für Provinzialität und Abhängigkeit, während das Fahrrad ein Symbol ist für Jugendlichkeit und Flexibiltät.”

Im Artikel wird auch die Critical Mass Bewegung in Hamburg ausführlich behandelt. Nirgends nehmen in Deutschland so viel Menschen daran teil wie in Hamburg.

  • Zitat eines Beteiligten:“Komisch. Autofahrer legen selbst zweimal am Tag, in der Rushhour, den Verkehr lahm. Aber wenn Radfahrer das tun, heißt es: Was soll dass? Dabei liegt die Antwort doch auf der Hand: Es geht nicht gerecht zu auf den Straßen. Also müssen wir uns unsere Rechte holen”, sagt A.”
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Über Norbert Rath

Das Fahrrad ist meine Leidenschaft! Egal ob im Alltag oder in der Freizeit mit dem Rennrad, Mountainbike und Reiserad - auf zwei Rädern macht es einfach mehr Spaß sich zu bewegen. Seit mehreren Jahren engagiere ich mich im ADFC Aachen um die Bedingungen für den Radverkehr in der Region zu verbessern.
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2 Antworten zu Wochenzeitung “Die Zeit” veröffentlicht Dossier zu Radverkehr

  1. avatar Pedelecer sagt:

    Leider bringt der Artikel keine neuen Erkenntnisse. Auch wenn mal eine bekannte Zeitung die Probleme zwischen Auto- und Fahrradverkehr aufzeigt. Es bleibt die Frage: Wie lange
    bis zur Wandlung? X mal wurde schon im Fernsehen gezeigt, welche Möglichkeiten Städter haben und nutzen, doch damit wird auch der Grund auf gezeigt, weshalb der ländliche Raum immer leerer wird. Die Möglichkeiten ohne Fahrzeuge sind doch außerhalb der Großstädte sehr begrenzt. Sogar von der ländlich gelegenen Stadt in die Großstadt zu kommen, wird stark eingeschränkt. Kopenhagen bleibt ein Traum in Deutschland.

  2. avatar Norbert Rath sagt:

    Der im Blog erwähnte Artikel aus der Zeit ist zwischenzeitlich online gestellt worden:

    http://www.zeit.de/2015/36/kampf-fahrradfahrer-autofahrer-stadtverkehr

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