Verkehrssicherheitskampagne Bundesverkehrsministerium

Wer beim Fahrradfahren Musik hört, sieht weniger – Lass dich nicht ablenken!

gemeinsame Verkehrssicherheitskampagne des Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR)

Der Versuch einer Interpretation zur aktuellen Kampagne der Initiative „Runter vom Gas“.

§ 23 Abs. 1 Satz 1 StVO:
Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.

Musikhören ist auf dem Fahrrad wie auch im Auto erlaubt. “Aber die Voraussetzung ist, dass man weiterhin den Straßenverkehr wahrnimmt sowie Warnsignale wie Klingeln und Hupen hört”, erklärt Rechtsanwalt Krusch . Also darf man auch im gut von der Außenwelt abgeschirmten Auto nicht zu laute Musik hören. Man muss also weiterhin Martinshorn oder auch eine Fahrradklingel hören. Dies gilt dementsprechend auch für das Fahren mit Kopfhörern auf dem Fahrrad. Im Falle eines Unfalls ist der Beweis, dass man die Geräusche der Umwelt ausreichend mitbekommen hat natürlich schwierig zu erbringen.

§ 12 Abs. 4 StVO:
Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen, …

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob das Auto in falscher Richtung am rechten Fahrbahnrand parkt. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass die Scheinwerfer des Autos an sind. Dies spricht gegen ein parkendes Auto.

§ 2 Abs. 1 StVO:
Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte.

Das Auto hält einen beträchtlichen Abstand zum in Fahrrichtung rechts gelegenen Bordstein. Ich glaube die Werbung soll Fahrradfahrer vor einem auf der falschen Straßenseite entgegenkommenden PKW warnen. Der Autofahrer ist anscheinend durch den Genuss von Musik oder die Nutzung eines Smartphones abgelenkt.

Wer hat hier einen Fehler begangen?

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Über Norbert Rath

Das Fahrrad ist meine Leidenschaft! Egal ob im Alltag oder in der Freizeit mit dem Rennrad, Mountainbike und Reiserad - auf zwei Rädern macht es einfach mehr Spaß sich zu bewegen. Seit mehreren Jahren engagiere ich mich im ADFC Aachen um die Bedingungen für den Radverkehr in der Region zu verbessern.
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5 Responses to Verkehrssicherheitskampagne Bundesverkehrsministerium

  1. avatar Markus MK sagt:

    1. Es gehört schon einiges dazu, um Hören und Sehen zu verwechseln…

    2. Die Kampagne ist vom August und gehört eigentlich in den Schredder, weil

    sie subtil suggeriert, dass Musik im Auto weniger ablenkt, als auf dem Fahrrad

    3. Sie richtet sich offenbar gar nicht gegen unangepasste Geschwindigkeit von KFZ

    4. Der unnötige und beeinträchtigende Lärm durch KFZ wird hier gar nicht berücksichtigt

    5. Die Sponsoren

    https://www.dvr.de/site/mitglieder.aspx

    verfolgen offenbar überwiegend Interessen, die nicht dem Allgemeinwohl entsprechen, obwohl ein paar von ihnen offenbar leider in Grundschulen missionieren dürfen

    6. Wer sich so leicht ablenken lässt, wie der Falschfahrer in der “Werbung” s. o., sollte seine Fahrerlaubnis freiwillig abgeben…

  2. avatar Pedelecer sagt:

    Nett, was man so auf der Internetseite des ADFC-NRW sehen kann. Scheint aber nur in den Städten zu stehen, welche eine große Anzahl von Bewohnern hat. Dieses Schild steht in meiner Stadt (63000 Ew) so wie Darth Vader, nicht. Wahrscheinlich gehen die unwichtigen Dinge, welche ohne Sinn und Verstand sind, an den ländlichen Gegenden vorbei. Ich wundere mich immer wieder.

  3. Der ADAC hat eine kleine Studie zum Thema Ablenkung gemacht, leider ohne Kontrollgruppe:

    https://presse.adac.de/meldungen/verkehr/ablenkung-am-steuer-eine-unterschaetzte-gefahr.html

    Zeigt für mich: Tempo 50 ist einfach nur gefährlich innerorts und sollte in der Regel verboten sein. Spannend, dass selbst ein Griff zu einer Wasserflasche und das trinken, die Ablenkung deutlich erhöht. Autofahrer haben so viel Zeugs und Ablenkung um sich herum u.a. Raucher! Das das noch erlaubt ist. Wahnsinn. Wenn dann mal eine Heiße Zigarette bei Tempo 120 auf der Autobahn in den Fußraum fällt…

  4. avatar Niko Prestel sagt:

    Ein Voraussetzung für mehr Sicherheit für Radfahrer wäre ein durchdachtes, durchgehendes Radwegenetz in ganz Deutschland.
    Ich habe eine kampagene gestartet. Wer dabei sein will:
    https://secure.avaaz.org/de/petition/Angela_Merkel_Alexander_Dobrindt_Ein_durchgehendes_Radnetz_in_Deutschland_neben_dem_Strassennetz/?Day2Share

  5. avatar Markus MK sagt:

    Die Bundesministerien zeigen aber kaum Einsicht. Sie haben offenbar nichts besseres im Sinn, als die Helmtragequote zu erhöhen. Sie fördern einen Filmwettbewerb für Jugendliche unter dem Motto des bereits vergangenen Jahres 2015 “Helm über Kopf”
    http://www.like-it-bike-it.de/

    Dass die Jugendlichen den Wettbewerb bisher aus gutem Grund boykottiert haben, scheint sie nicht daran zu hindern, diesen um weitere 5 Monate zu verlängern.
    Die Teilnahmebedingungen schreiben vor, dass ein Helm dabei sein muss.
    Die Helme müssen jedoch keine positive Rolle in den Filmbeiträgen spielen.

    Jugendliche (niedrige Helmtragequote) müssten ja zunächst einen Helm kaufen, um am Wettbewerb teilzunehmen. Mitglieder des Kreisverbandes Märkischer Kreis stellen kostenlos Fahrradhelme leihweise zur Verfügung, wenn sich Jugendliche dazu entschließen, bewusst auf Helmwerbung zu verzichten und im Straßenverkehr ihren Verstand einzusetzen.
    Im nächsten elan werden bestimmt entsprechende Hinweise zur Wirkungslosigkeit, zu den Umweltschäden durch Fahrradhelme und passende Drehbücher dazu erscheinen.
    Dafür schon mal ein Danke im Voraus ;-)
    Zitat aus der dazugehörigen Helmumfrage: “Fühlst du dich mit deinem Helm sicherer?”.
    Achja, als Preise gibt es ein eher nicht StVZO-konformes Fahrrad?, Actioncams, Fahrradtaschen und mittelmäßig getestete oder unbekannte Fahrradhelme zu gewinnen…

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