Sanierung der Kölner Zoobrücke zu Lasten des Radverkehrs

Reichlich Platz auf der Zoobrücke - für den Kraftfahrzeugverkehr. Foto: Wikimedia Commons

Reichlich Platz auf der Zoobrücke – für den Kraftfahrzeugverkehr. Foto: Wikimedia Commons

Die Zoobrücke ist die dritte große Sanierungsmaßnahme der Kölner Rheinbrücken, die in den letzten Monaten diskutiert wurden. Bei allen Sanierungen und Neubauten wurde der Radverkehr nicht ausreichend berücksichtigt.

Aktuell soll die Fahrbahn der Zoobrücke saniert werden. Die Fahrbahn wurde insbesondere durch den LKW-Verkehr über die Jahre massiv abgenutzt. Für den motorisierten Verkehr soll es bei der Sanierungsmaßnahme aber zu keinerlei Einschränkungen kommen. Alle sechs Fahrsteifen für Kraftfahrzeuge bleiben erhalten. Dies wird zu Lasten des Radverkehrs ermöglicht, indem dieser auf den Gehweg verlegt wird und der Radweg insbesondere von LKW benutzt werden soll.

Wir fordern hier, dass die Radwege während der gesamten Maßnahme weiter benutzbar bleiben. Es kann nicht sein, dass Fußverkehr und Radverkehr allein die Folgen der Abnutzung der Kölner Brücken durch den Kraftfahrzeugverkehr zu verkraften haben. Eine Führung des Kraftfahrzeugverkehrs auf durchgängig zwei Spuren pro Fahrtrichtung von der Baustelle Kalker Tunnel bis zur Zoobrücke würde womöglich sogar für ein flüssigeres Vorankommen sorgen, als eine Reduzierung auf zwei Spuren erst vor dem Kalker Tunnel.

Darüber hinaus fehlt in allen uns bekannten Planungen die Sanierung der Radverkehrsinfrastruktur auf der Brücke und zur Brücke. Der Belag ist kaputt und bildet Blasen, es gibt erhebliche Schäden auf der Wegstrecke, die schon manchen Radler zu Fall brachten und verletzten. Und mitten auf der Brücke wird der Radweg immer noch in einer Nothaltebucht überführt.

Wie bei allen Brückensanierungen wurden wir in die Sanierungsplanungen nicht eingebunden und vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir fordern von der Verwaltung, dass wir bei der anstehenden Generalsanierung der Zoobrücke endlich eingebunden werden, damit hier mittelfristig ein Radschnellweg eingerichtet werden kann.

Wir fordern daher, dass bei weiteren Sanierungsmaßnahmen der Radverkehr endlich angemessen berücksichtigt wird und Politik und Interessenverbände in die Entscheidungen eingebunden werden. Wir können nicht oft genug betonen, dass die im Strategiepapier „Köln Mobil 2025“ angestrebte Entlastung der Stadt um ein Fünftel des Autoverkehrs nicht ohne attraktive Radschnellwege zwischen den Bezirken und zu unseren Nachbarkommunen erreichbar ist.

Die Zeit zu handeln ist jetzt.

Update vom 07.05.2017: Die Sanierung beginnt

Die Sanierung der vom Kfz-Verkehr abgenutzten Zoobrücke beginnt in diesen Tagen. Zunächst wurde der bisherige Radweg abgesperrt. Zugesagt war, dass dem Fuß- und Radverkehr zusammen 2,75 Meter verbleiben. Wir haben das mal überprüft:

Es ist und bleibt unglaublich, wie die Kölner Stadtverwaltung mit dem Radverkehr umgeht. Wie sollen wir noch Vertrauen in Aussagen des Amts für Brücken- und Stadtbahnbau haben?

Fotos in der Animation: Michael Hokkeler (ADFC) und Wikimedia Commons

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Über Christoph Schmidt

Ich bin seit einiger Zeit radverkehrspolitisch in Köln tätig und bin im Vorstand des Kölner ADFC für das Thema Radverkehr zuständig. Neben dem ADFC-Blog schreibe ich auch für unsere Zeitschrift FahrRad! und betreue die Sozialen Medien unseres Kreisverbands. Außerdem bin ich ein großer Fan der Critical Mass Köln, bei der jeden letzten Freitag im Monat bis zu Tausend Radfahrende durch unsere Stadt fahren. Im Hauptberuf bin ich IT-Unternehmer und dort fast ausschließlich mit Bahn und Rad unterwegs.
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